Waiblingen

Handballer müssen bis März warten

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Die eingerüstete Rundsporthalle. Die Waiblinger Handballer vermissen ihre angestammte Heimspielstätte. © Habermann / ZVW

Waiblingen. Die Waiblinger Handballer müssen sich weiter gedulden. Aus der von vielen schon für Herbst erhofften Rückkehr in die Rundsporthalle wird nichts. Deren Sanierung entpuppt sich, aus Sicht der Stadt nicht ganz überraschend, als kompliziert. Ursache sind unter anderem Meinungsverschiedenheiten mit einer Fensterbaufirma.

Im Grunde, betont Baubürgermeisterin Birgit Priebe, liegt die Sanierung hinsichtlich der Kosten und der Dauer im Plan. Zwischenzeitlich allerdings hatte die Stadt den Sportlern Hoffnung gemacht, es könne doch schneller gehen. Wie sich herausstellte, wird aus den ehrgeizigen Zielen doch nichts.

Wegen Unstimmigkeiten zwischen der Auftraggeberin und der mit dem Fensterbau beauftragten Firma über die Rahmenbedingungen der Ausschreibung wurden die Bauarbeiten sogar eine Zeit lang unterbrochen. So lange, dass eine weitere Öffnung der Fassade in diesem Jahr witterungsbedingt nicht mehr ratsam scheint – die nötigen Arbeiten können erst im Frühjahr abgeschlossen werden.

Rund um die Halle wird eine Drainage verlegt

Immerhin scheint jetzt die Ursache der ständigen Feuchtigkeit unter dem Boden gefunden: Ein zunächst verdächtigter, unter der Halle verlaufender Kanal wurde stillgelegt, doch das Problem bestand weiter. Dessen Lösung wirkt angesichts der Lage der Halle in den Remsauen und unmittelbarer Nähe zum Fluss kaum überraschend: Das Wasser kommt von unten.

„Wenn man irgendwo in der Talaue ein Loch buddelt“, erläutert Birgit Priebe anschaulich, „dann füllt es sich innerhalb eines Tages mit Wasser“. Dauerhafte Abhilfe soll eine Drainage rund um die Halle schaffen. Denn die gibt es bisher nicht.

Frühes Sanierungsende sei geradezu utopisch

Da klingt es beruhigend, dass die Baubürgermeisterin ganz aktuell am Mittwoch nach Rücksprache mit der Bauleitung bestätigt: „Weitere Hiobsbotschaften gibt’s derzeit nicht.“ Dass der Sturm neulich Schutzfolien anhob und Regen eindrang, rechnet sie nicht dazu, da kein großer Schaden entstand. Fertig ist die aufwendige Asbestsanierung.

Vor sechs Wochen informierte die Stadt die VfL-Handballer, dass aus dem erhofften früheren Sanierungsende nichts wird. Ein eigens erarbeiteter Stufenplan zur schnellen Rückkehr der Sportler hätte freilich zur Voraussetzung gehabt, dass die Sanierung optimal verläuft. Davon auszugehen, dass ein Projekt im Umfang von vier Millionen Euro in sechs Monaten über die Bühne geht, sei aber geradezu utopisch.

Aus der Erfahrung dieser Sanierung lasse sich vielleicht als Lehre ziehen, dass es zu vorschnellen Erwartungen führt, wenn die Stadt die Möglichkeit in den Raum stellt, es könne eventuell schneller gehen. Versprochen, darauf legt Birgit Priebe Wert, wurde es zu keinem Zeitpunkt.

Diese Darstellung bestätigt Dr. Karsten Reichmann, Vorsitzender der VfL-Handballer, und äußert ausdrücklich keinen Vorwurf gegen die Stadt. „Die Transparenz war gut, es gab regelmäßige Gespräche.“ Die Bauleitung habe mit Volldampf daran gearbeitet, die Sanierung schneller hinzukriegen. „Aber man hat es nicht immer in der Hand.“

300 Sitzplätze reichen nicht aus

Mit den Jugendmannschaften kommt der Verein im Ausweichquartier im Stauferschulzentrum klar. Hauptprobleme sind aus Reichmanns Sicht die erste Mannschaft der Männer und vor allem das Zweitliga-Team der Frauen – da reichen die 300 Plätze in der Ersatzhalle nicht. Noch dazu ist die Sicht von der Tribüne eingeschränkt, die Werbemöglichkeiten sind schlecht.

Leihweise half die Stadt mit einer LED-Wand aus – „die Sponsoren finden’s toll“. Derzeit verhandeln die Waiblinger mit den Korbern, ob sie die Ballspielhalle mit rund 700 Zuschauern für weitere Spiele nutzen können. Wenn es bis Mitte März mit der Rückkehr in die Rundsporthalle klappt, hofft Reichmann, „dann haben wir dort noch vier Heimspiele“. Es wäre ein willkommener Schub für das Saisonfinale.