Waiblingen

Hanna Bauer ist tot: Sie war in Waiblingen eine Pionierin der Senioren-Arbeit

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Hanna Bauer an ihrem 85. Geburtstag im Juli 2011. © ZVW//Ralph Steinemann

Hanna Bauer hat von 1967 an in Waiblingen mit ihrem Mann das Ulrich-Herzog-Haus, den Vorläufer des Forums Mitte, zu einem Ort der Begegnung für ältere Menschen gemacht. Nun ist sie im Alter von 95 Jahren gestorben. Noch am 19. Juli hat sie ihren Geburtstag im Kreis ihrer Familie gefeiert. In den Wochen danach haben ihre körperlichen Kräfte dann rapide abgenommen, berichtet ihr Sohn Ulrich Bauer. In den vergangenen Tagen wurde sie immer schwächer – „so sehr, dass sie jetzt friedlich einschlafen konnte und den Weg zu unserem Schöpfer gehen konnte“.

Bericht im Fernsehen

Die gelernte Kindergärtnerin wurde nach der Geburt ihrer drei Kinder vom damaligen Waiblinger OB Kurt Gebhardt gebeten, mit ihrem Mann Erich Bauer in der Fuggerstraße eine Begegnungsstätte für ältere Bürger zu leiten. Es wurde ein Pionierprojekt, über das im Fernsehen berichtet wurde – und das in ganz Deutschland Nachahmer fand. Die Idee dazu stammte von Helga Gebhardt, der Ehefrau von Oberbürgermeister Kurt Gebhardt. Hanna Bauers Ehemann Erich Bauer war übrigens der Sohn des einstigen Waiblinger Oberbürgermeisters Adolf Bauer, der von 1946 bis 1954 im Amt war.

Lieferservice für warmes Essen ins Leben gerufen

Hanna Bauer und ihr Mann stießen mit ihrem Ulrich-Herzog-Haus, das nach einem Dekan benannt war, bisweilen auf Skepsis – doch davon ließen sie sich nicht beirren: Menschen über 65 strömten in großer Zahl in die Begegnungsstätte, und der evangelische Pfarrer Albert Sting richtete dann sogar einen Lieferservice ein, der Senioren warmes Essen anbot. Das Ehepaar Bauer leitete die Begegnungsstätte bis 1983, unterstützt von vielen engagierten Helfern. Den Nachfolger davon gibt es in Waiblingen bis heute: Es ist das Forum Mitte in der Blumenstraße.

Hanna Bauer war aktiv an der Gründung des Landesseniorenrats beteiligt

Hanna Bauer und ihr Mann waren auch sonst ehrenamtlich sehr aktiv. 23 Jahre lang begleiteten beide Seniorengruppen auf Erholungsfahrten des Landratsamts. Mit Landrat Horst Lässing und einem Sozialarbeiter entwarf Hanna Bauer zudem ein Konzept für den ersten Kreisseniorenrat im Rems-Murr-Kreis. Auch war Hanna Bauer in Stuttgart bei der Gründung des Landesseniorenrats dabei. Sie führte zudem vertretungsweise in Waiblingen das Heim am Kätzenbach und brachte nachfolgenden Generationen in den Altenpflegeschulen bei, auf was es bei offener Altenarbeit ankommt.

Hanna Bauer war im Ruhestand lange aktiv, in den vergangenen Jahren allerdings schwand ihre Kraft und sie spürte die Last des Lebens, wie es ihr Sohn Ulrich Bauer vor ihrem 95. Geburtstag im Juli formulierte. Die geliebten Reisen und Ausflüge waren da nicht mehr möglich. Ulrich Bauers Bruder Michael pflegte Hanna Bauer seit Herbst 2017, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. „Mit viel Liebe und Ausdauer“, betont Ulrich Bauer, habe sein Bruder die Mutter mit der Unterstützung des Diakonie-Pflegedienstes bis zum Ende gepflegt.

Trauergottesdienst am 15. November

Am 1. November 2021 ist Hanna Bauer gestorben. Sie ist „sanft entschlafen“, sagt ihr Sohn Ulrich Bauer. Am Montag, 15. November, wird es von 10 Uhr an in der Waiblinger Michaelskirche einen Trauergottesdienst geben, anschließend findet von 11.20 Uhr an vor der Friedhofskapelle die Beisetzung auf dem Friedhof Waiblingen statt.

Hanna Bauer hat von 1967 an in Waiblingen mit ihrem Mann das Ulrich-Herzog-Haus, den Vorläufer des Forums Mitte, zu einem Ort der Begegnung für ältere Menschen gemacht. Nun ist sie im Alter von 95 Jahren gestorben. Noch am 19. Juli hat sie ihren Geburtstag im Kreis ihrer Familie gefeiert. In den Wochen danach haben ihre körperlichen Kräfte dann rapide abgenommen, berichtet ihr Sohn Ulrich Bauer. In den vergangenen Tagen wurde sie immer schwächer – „so sehr, dass sie jetzt friedlich

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