Waiblingen

Hasenstall-Areal in Beinstein: Endet der Baustopp für die neuen Wohnungen bald?

BaustoppHasenstall
Das Hasenstall-Areal in der Ortsmitte von Beinstein. Nicht wenige Anwohner fragten sich, warum die Bauarbeiten seit Monaten ruhen. Nun hat das zuständige Büro ID Architekten unserer Redaktion Auskunft gegeben. © ZVW/Gaby Schneider

Seit Monaten wird auf dem Hasenstall-Areal in der Ortsmitte von Beinstein nicht mehr gearbeitet. Anwohner fragten schon bei unserer Redaktion nach, warum sich auf der Baustelle nichts tut. 19 Wohnungen sollen dort entstehen, inklusive einer Gastronomie. Verzögerungen gab es in den Vorjahren bereits, doch nun herrschte auch gegenüber der Öffentlichkeit lange Funkstille. Jetzt allerdings hat Architekt Mustafa Yazici vom zuständigen Büro ID Architekten Auskunft gegeben, wie der aktuelle Stand ist – und er hat gute Nachrichten: „Das Projekt geht weiter.“

Architekt begründet Verzögerung mit Zinserhöhung und gestiegenen Baupreisen

Die Verzögerungen der vergangenen Monate begründet Mustafa Yazici mit der Zinserhöhung und explodierenden Baupreisen. Man habe das Projekt neu durchkalkulieren und mit den Banken abstimmen müssen, damit alles auf gutem Fuß stehe. Dies dauere nun mal seine Zeit, so der Architekt. Nun seien alle technischen und finanziellen Fragen geklärt. Jetzt, sagt Mustafa Yazici, gehe es eher um Fragen der Organisation und darum, die Baustelle wieder zum Laufen zu bringen. Der Kran für den Rohbau sei ja schon vor Ort. „Spätestens in einem Monat“, verspricht Mustafa Yazici, sollen die Arbeiten auf der Hasenstall-Baustelle wieder beginnen – das wäre also Anfang August.

Noch sind nicht alle 19 Wohnungen verkauft

Wenn es bei der Baustelle wieder sichtbar vorwärtsgeht und die Rohbauarbeiten im Gange sind, dann soll auch die Vermarktung der Wohnungen weitergehen. Diese wurde laut Mustafa Yazici unterbrochen, weil nicht klar war, wann das Projekt fortgesetzt werden kann. Auf Immobilienportalen im Internet sind die neuen Wohnungen in der Rathausstraße deshalb aktuell nicht zu finden. Alle 19 Wohnungen sind laut Mustafa Yazici auch noch nicht verkauft – „wir haben aber immer noch einen sehr guten Verkaufsstand“. Im September 2021 teilten ID Architekten bereits mit, dass ein Großteil der Wohnungen einen Käufer gefunden hat.

Klar ist natürlich, dass die Wohnungen nicht Mitte 2023 fertig sein können, wie es ID Architekten noch im September 2021 mitgeteilt hatten. „Wir haben fast ein halbes Jahr verloren“, gibt Mustafa Yazici zu. Aussagen zu einem neuen Fertigstellungstermin möchte der Architekt noch nicht machen, da nach seinen Angaben auch noch nicht klar ist, welche Folgen der Krieg in der Ukraine noch auf den Baustoff-Markt hat. Auch verweist Yazici auf die Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie.

Mustafa Yazici von ID Architekten: „Wir haben keine Billigheimer-Firmen“

Dennoch gibt sich der Architekt optimistisch. Alle beteiligten Firmen seien Unternehmen aus dem Ort beziehungsweise aus dem Remstal. „Wir haben keine Billigheimer-Firmen.“ Natürlich könnte die Stuttgarter MSN Kerner Immobilien GmbH als Bauherr und Investor auch Firmen beauftragen, die von irgendwoher kommen und verstärkt mit Subunternehmern arbeiten, um so Kosten zu sparen und den eigenen Gewinn zu erhöhen. Das, sagt Architekt Mustafa Yazici, mache man aber nicht.

Was die insbesondere von der Ortschaft Beinstein gewünschte Gaststätte auf dem Hasenstall-Areal angeht, gibt sich Mustafa Yazici ebenfalls optimistisch. „Das ist alles auf einem guten Weg.“ Dass die Gaststätte 2023 öffnen kann, ist allerdings nicht mehr realistisch. Zu einem neuen Eröffnungsdatum äußert sich der Architekt nicht. Er verspricht allerdings, unserer Redaktion Bescheid zu geben, wenn die Bauarbeiten wieder starten.

Ortsvorsteher Thilo Schramm hält einen Beginn der Arbeiten nach den Sommerferien für realistischer

Der Beinsteiner Ortsvorsteher Thilo Schramm ist über die vernommenen Neuigkeiten von dem Bauprojekt erleichtert. „Die kleinen Stellschrauben, die die Stadt drehen konnte, hat sie gedreht“, sagt er zum Einsatz der Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten. Jetzt die Baustelle in der Ortsmitte wieder schnell zum Laufen zu bekommen, stellt sich Thilo Schramm allerdings schwer vor. Schließlich müsse man erst mal die Handwerker kriegen. Viele würden gar keine Angebote mehr abgeben – und falls doch, dann ohne Festpreis. Dazu komme, dass es jetzt Anfang Juli sei – und die Mitarbeiter der Firmen auch bald mal Urlaub haben wollen. Thilo Schramm würde sich natürlich freuen, wenn es schon Anfang August in der Beinsteiner Ortsmitte wieder losgeht – aber er würde sich auch nicht wundern, wenn es länger dauert. „Ich würde eher nach den Sommerferien als realistisch ansehen.“

Ein Betreiber für die neue Gastronomie auf dem Hasenstall-Areal wird jetzt noch nicht gesucht

In Sachen Gaststätte gibt es bislang ja nur einen Investor, der das Lokal verpachten will. Ein Lokalbetreiber fehlt bislang noch. Diesen zu suchen ergibt aus Sicht von Thilo Schramm derzeit wenig Sinn, da der Bau nach seiner Einschätzung mindestens noch 18 Monate dauert, vielleicht sogar noch mal zwei Monate länger. Heißt: Irgendwann in der ersten Jahreshälfte 2024 wäre dann frühestens alles fertig. „Erst wenn man einen verbindlichen Zeitplan hat, kann man einen Betreiber suchen“, findet Thilo Schramm. Dies ist natürlich zunächst eine Aufgabe des Investors. Da aber eine Auflage der Kommune darin bestand, dass in dem Gebäude wieder eine Gaststätte untergebracht ist, wird die Stadt laut Thilo Schramm ihren Beitrag leisten. „Wir müssen niemanden finden, aber wir haben uns verpflichtet zu unterstützen.“

Seit Monaten wird auf dem Hasenstall-Areal in der Ortsmitte von Beinstein nicht mehr gearbeitet. Anwohner fragten schon bei unserer Redaktion nach, warum sich auf der Baustelle nichts tut. 19 Wohnungen sollen dort entstehen, inklusive einer Gastronomie. Verzögerungen gab es in den Vorjahren bereits, doch nun herrschte auch gegenüber der Öffentlichkeit lange Funkstille. Jetzt allerdings hat Architekt Mustafa Yazici vom zuständigen Büro ID Architekten Auskunft gegeben, wie der aktuelle Stand

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