Waiblingen

Hausbesuche wegen Corona nicht möglich: Was bleibt von der Sternsinger-Aktion in Waiblingen und Umgebung noch übrig?

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Vor Corona war Abstand nicht wichtig: Empfang für die Sternsinger in Waiblingen Anfang 2015. © Rainer Bernhardt

Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag ziehen traditionell immer als Sternsinger verkleidete Kinder durchs Land und klingeln an Haustüren – doch wegen des Lockdowns ist das in diesem Jahr nicht möglich. Wie kann die Tradition trotz Corona noch gelebt werden? Wird der Segen „Christus mansionem benedicat“ (auf Deutsch: „Christus segne dieses Haus“) noch an die Haustüren geschrieben? Wir haben bei den katholischen Gemeinden in Waiblingen und Umgebung nachgefragt.

Caspar, Melchior und Balthasar können nicht kommen

„Besuche bei den Leuten gibt es auf keinen Fall“, sagt Franz Klappenecker, Pfarrer der katholischen Sankt-Antonius-Gemeinde Waiblingen, die neben der Kernstadt auch für die Ortschaften Hegnach und Beinstein zuständig ist. Üblich war es früher immer, dass sich jene, die einen Besuch der Sternsinger bei sich zu Hause wünschten, dies vorab anmelden mussten.

Zwischen Weihnachten 2019 und dem Dreikönigstag 2020 zogen rund 20 Sternsinger durch die Waiblinger Kernstadt sowie Hegnach und Beinstein. Sie kamen in die Häuser der Menschen, sangen dort Lieder und sammelten Spenden. Caspar, Melchior und Balthasar heißen diese „Heiligen Drei Könige“, nach denen auch der Feiertag am 6. Januar benannt ist.

Was macht die Sankt-Antonius-Gemeinde?

Wer den traditionellen Segen „Christus mansionem benedicat“ haben möchte, der kann sich den Segen bei der Kirchengemeinde besorgen und diesen selbst aufkleben. Abgekürzt wird dieser mit der Aufschrift „20*C+M+B+21“, wobei die beiden Zahlen für das jeweilige Jahr stehen. Ebenfalls ist es möglich, für einen guten Zweck zu spenden. Entsprechende Überweisungsformulare liegen bei der Sankt-Antonius-Gemeinde ebenfalls aus.

Am Freitag, 1. Januar 2021, wird es in der Sankt-Antonius-Kirche zudem von 10 Uhr an einen Gottesdienst geben, in dem die Sternsinger zu sehen sein werden – allerdings natürlich unter Einhaltung des nötigen Abstands. „Es dauert nicht länger als eine Stunde“, sagt Pfarrer Franz Klappenecker.

Was bieten die Weinstädter als Ersatz?

Die katholischen Gemeinden Sankt Andreas Endersbach und Sankt Anna Beutelsbach wissen ebenfalls, dass Corona Abstand verlangt. Gemeinsam mit den örtlichen evangelischen Kirchengemeinden in Weinstadt verzichten sie auf die Tradition, dass die Kinder an Häusern klingeln. Stattdessen liegen Aufkleber mit der Aufschrift „20*C+M+B+21“ in den Kirchen bereit. Wer die Aufkleber lieber geliefert bekommen möchte, musste dafür vorab im zuständigen Pfarramt Bescheid geben.

Um Spenden wird nach wie vor gebeten: Sie können auf Konten der katholischen Kirchengemeinden überwiesen werden und gehen an Kinder in der Ukraine. Auf Youtube gibt es zudem ein 40 Sekunden langes Video (veröffentlicht von se_remstaltor), das Aufnahmen aus Beutelsbach aus dem Vorjahr zeigt.

Was machen die Katholiken in Kernen?

Die Heilig-Kreuz-Gemeinde in Kernen wollte ursprünglich an verschiedenen Orten in der Gemeinde mit den Sternsingern präsent sein. So kündigte sie es auch noch Ende November 2020 im Gemeindeblatt an. Wegen der aktuellen Corona-Vorgaben wurde der Plan jedoch geändert. Nun werden die Sternsinger nur noch in Gottesdiensten auftreten: am 3. Januar 2021 in der evangelisch-methodistischen Kirche in Rommelshausen, am 6. Januar 2021 in der katholischen Kirche in Rommelshausen und am 10. Januar 2021 in der evangelischen Kirche in Rommelshausen. In Stetten werden sie am 6. Januar in der katholischen Kirche präsent sein und am 10. Januar in der evangelischen Kirche.

Geld kommt Hilfsprojekten in Afrika und der Ukraine zugute

Was noch möglich ist, das ist der sogenannte stille Segen. Wer sich vorab im Pfarrbüro dafür anmeldete, bei dem werden die Sternsinger ohne Kontaktaufnahme an der Haustür einen Segen anbringen. Mit den Spenden werden dieses Jahr von der Heilig-Kreuz-Gemeinde nicht nur Kinder in der Ukraine unterstützt, sondern auch Projekte in Simbabwe und in Nigeria.

Was passiert in Korb?

In Korb und Kleinheppach (Gemeinde Sankt Johannes der Täufer) gibt es ein Paket mit einer Segenskarte, einem Segensstreifen, einem Stück Kreide und einem Überweisungsformular für eine Spende. Dieses erhalten alle Haushalte, die in den vergangenen Jahren besucht wurden. Das waren immer etwa 130. Am 6. Januar 2021 wird es zudem einen Gottesdienst zum Thema Sternsinger geben.

Gottesdienst in Neustadt

Die katholische Kirchengemeinde Sankt Maria Neustadt-Hohenacker verzichtet in diesem Jahr ebenfalls darauf, die Sternsinger von Tür zu Tür ziehen zu lassen. Bereits am Sonntag, 27. Dezember, gab es von 10 Uhr an einen Gottesdienst in Neustadt, bei dem auch noch mal auf die Spendenaktion der Sternsinger aufmerksam gemacht wurde.

„Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“ lautet im Corona-Jahr das Motto. Diesmal wird für jene Kinder gesammelt, die ohne ihre leiblichen Eltern aufwachsen, weil diese im Ausland arbeiten. Alleine in der Ukraine müssen zwei Millionen Kinder unter diesen Umständen leben.

Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag ziehen traditionell immer als Sternsinger verkleidete Kinder durchs Land und klingeln an Haustüren – doch wegen des Lockdowns ist das in diesem Jahr nicht möglich. Wie kann die Tradition trotz Corona noch gelebt werden? Wird der Segen „Christus mansionem benedicat“ (auf Deutsch: „Christus segne dieses Haus“) noch an die Haustüren geschrieben? Wir haben bei den katholischen Gemeinden in Waiblingen und Umgebung nachgefragt.

Caspar, Melchior

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