Waiblingen

Hegnach: Ortsvorsteherin Kerstin Muhler sucht Wohnraum für Geflüchtete

neue Ortsvorsteherin Kerstin Muhler
Kerstin Muhler (38) ist seit 1. Juli 2022 Ortsvorsteherin von Hegnach. Davor hat sie für die Stadt Fellbach gearbeitet. © ZVW/Alexandra Palmizi

Seit Kerstin Muhler am 1. Juli ihr Amt als Ortsvorsteherin von Hegnach angetreten hat, sucht sie Wohnraum für Menschen aus der Ukraine. „Das hat mich vom ersten Tag an beschäftigt“, sagt die 38-Jährige, die zuvor Leiterin der Geschäftsstelle des Gemeinderats der Nachbarstadt Fellbach war. In Hegnach wurde vor den Schulsommerferien bereits eine Unterkunft mit vier Wohnungen für Geflüchtete angemietet, die Übergabe ist laut Kerstin Muhler nun bereits erfolgt – alles natürlich in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in Waiblingen.

Vier mobile Heime sollen bei der Hartwaldhalle aufgebaut werden

In den vier Wohnungen leben hauptsächlich Frauen mit Kindern, teilweise teilen sich zwei Familien in einer Wohnung Küche und Bad. Für ein weiteres Objekt laufen bereits die Gespräche – doch auch bei einem erfolgreichen Abschluss wird der Bedarf nicht nachlassen. „Wir suchen grundsätzlich immer nach Wohnraum für ukrainische Flüchtlinge.“

Wer als Vermieter etwas in Hegnach anbieten kann, darf sich jederzeit telefonisch oder per Mail an die Ortsvorsteherin wenden. Am Hartweg, in der Nähe der Hartwaldhalle von Hegnach, sollen zudem vier Mobilheime errichtet werden, die ebenfalls für Geflüchtete aus der Ukraine bereitgestellt werden. Mehr sind dort technisch nicht möglich, aufgrund der geringen Anschlussleistung für Strom. Wann genau die Mobilheime bezogen werden, weiß Kerstin Muhler noch nicht. „Es steht der Oktober im Raum. Ich rechne mit Ende Oktober.“

Mitte April wurde Kerstin Muhler zur Ortsvorsteherin gewählt

Damit sie sich schnell in die neuen Themen in Hegnach einarbeiten kann, hat Kerstin Muhler nach ihrer Wahl zur Ortsvorsteherin Mitte April jede abendliche Sitzung des Ortschaftsrats von Hegnach besucht. An ihrem ersten offiziellen Arbeitstag, dem 1. Juli, war ebenfalls eine Sitzung, die sie dann auch gleich selbst leitete, nach Rücksprache mit Veronika Franco Olias, die sich als Ortsvorsteherin von Bittenfeld rund dreieinhalb Monate lang noch zusätzlich um Hegnach kümmerte. Kerstin Muhler hat sich in den vergangenen Wochen zudem mit vielen Leuten getroffen, seien es Vertreter von Vereinen und Firmen oder auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Waiblingen. Sie hat die Burgschule besucht und auch die etwas ruhigere Zeit im August genutzt, um viel zu lesen und so in bestimmte Themen der Ortschaft tiefer einzusteigen. Und dann, sagt sie beim Gespräch in ihrem Büro im Rathaus, habe sie auch einen lang geplanten Urlaub mit ihrer Familie gemacht.

Die Entlastung der stark befahrenen Neckarstraße hat Kerstin Muhler in ihren ersten Wochen noch nicht beschäftigt. „Dieses große Thema kam bei mir noch gar nicht auf den Tisch.“ Hier ist der 38-Jährigen natürlich auch klar, dass die Ortschaft alleine nichts entscheiden kann – und selbst die Stadt Waiblingen muss sich letztlich beim Thema Umfahrung mit Nachbarkommunen wie Fellbach abstimmen. Kerstin Muhler sagt zum Thema Neckarstraße deshalb nur so viel: „Da werden wir auf Gesamtstadt-Ebene Gespräche haben.“

Stadtentwicklungsplan: Bürgerwerkstatt für Hegnach

Was die Ortsvorsteherin schon intensiv beschäftigt hat, ist die Fortschreibung des Stadtentwicklungsplans. Im Mai war sie hier bei einer Klausurtagung dabei, schließlich sind da auch die Ortschaften involviert. Am Mittwoch, 21. September, ist die Auftaktveranstaltung dazu im Ghibellinensaal des Bürgerzentrums – und am Dienstag, 18. Oktober, folgt von 18.30 Uhr an der Termin für die Bürgerwerkstatt für Hegnach, alles ohne Anmeldung in der Hartwaldhalle. Dort will Kerstin Muhler bis Ende des Jahres 2022 auch weiter die Sitzungen des Ortschaftsrats abhalten. So will sie auf der sicheren Seite bleiben – schließlich weiß niemand, wie sich die Corona-Lage im Herbst entwickeln wird.

Bürger können nur mit Termin ins Rathaus Hegnach kommen

Kerstin Muhler hat im Rathaus ein kleines Team. Vier Mitarbeiter hat sie noch, dazu eine Auszubildende und den Hausmeister, der jeden Vormittag für zwei Stunden da ist. Im Moment können Bürger nur nach Terminvereinbarung kommen – und das gilt auch erst mal trotz aller Lockerungen in Sachen Corona weiter. „Ich sehe es so, dass das viele Vorteile hat“, sagt Kerstin Muhler. Man habe so keine Wartezeiten und die Mitarbeiter könnten sich auf die Termine vorbereiten. Beim Abholen von Ausweisen etwa ist es laut der 38-Jährigen aber durchaus möglich, nach einem kurzen Anruf vorab schnell noch am selben Tag vorbeizukommen. Die Mitarbeiter, sagt Kerstin Muhler, würden dann versuchen, den Termin noch irgendwo dazwischenzuschieben. Grundsätzlich sei das Team zu den Öffnungszeiten auch telefonisch erreichbar: Das Hegnacher Rathaus in der Hauptstraße 64 hat am Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr geöffnet sowie am Donnerstag von 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr.

Ortsvorsteherin will den Standard der Nahversorgung in Hegnach halten

Natürlich hat Kerstin Muhler auch schon mit einigen Bürgern über die kleinen Ärgernisse des Alltags gesprochen, seien es Probleme mit dem Parken, Hunden oder Lärm. Insgesamt findet die 38-Jährige die Versorgung in Hegnach aber gut, wenn sie etwa an die Ärzte, die Apotheke, das Seniorenzentrum des Alexander-Stifts, die Gastronomie oder die Versorgung mit Lebensmitteln denkt. Die Volksbank Stuttgart hat in Hegnach noch eine richtige Filiale mit Mitarbeitern – und die Sparkasse hat zumindest noch eine Selbstbedienungsfiliale mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker. „Da ist mein Interesse, das zu halten“, sagt Kerstin Muhler.

Weitere Fitness- und Bewegungsgeräte an der Hartwaldhalle

Das Sportgelände an der Hartwaldhalle wird zudem noch attraktiver. Die dortige Calisthenics-Anlage wurde in den Sommerferien um weitere Fitness- und Bewegungsgeräte erweitert – und der Bolzplatz hat nun einen anderen Belag, nämlich aus Kunststoff.

Schön findet Kerstin Muhler an ihrem neuen Job, dass sie ganz viel Kontakt mit Menschen hat. Auch ihre erste standesamtliche Trauung in Hegnach hat die Ortsvorsteherin sehr genossen. Im Schafhofkeller fand diese statt, bei kleineren Gruppen ist auch eine Trauung im neu gestalteten Trauzimmer im Hegnacher Rathaus möglich. Überhaupt freut sie sich, in Hegnach so gut von allen aufgenommen zu werden. „Ich fühle mich sehr wohl.“

„Ich versuche immer, mit dem E-Bike ins Büro zu kommen“

Beim Thema Energiesparen versucht die Ortsvorsteherin, mit gutem Beispiel voranzugehen. So macht sie immer das Licht aus, wenn dieses nicht gebraucht wird – und ist auf dem Weg von ihrem Zuhause in Winnenden nach Hegnach auch mal auf zwei Rädern unterwegs: „Ich versuche immer, mit dem E-Bike ins Büro zu kommen.“

Seit Kerstin Muhler am 1. Juli ihr Amt als Ortsvorsteherin von Hegnach angetreten hat, sucht sie Wohnraum für Menschen aus der Ukraine. „Das hat mich vom ersten Tag an beschäftigt“, sagt die 38-Jährige, die zuvor Leiterin der Geschäftsstelle des Gemeinderats der Nachbarstadt Fellbach war. In Hegnach wurde vor den Schulsommerferien bereits eine Unterkunft mit vier Wohnungen für Geflüchtete angemietet, die Übergabe ist laut Kerstin Muhler nun bereits erfolgt – alles natürlich in Zusammenarbeit

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