Waiblingen

Heiner Gerstenmaier ist tot

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Archivbild von Juli 2014: Heiner Gerstenmaier zu Besuch im Zeitungshaus in Waiblingen. © Ramona Adolf

Waiblingen/Schwaikheim. Heiner Gerstenmaier ist tot. Der langjährige Waiblinger Amtsnotar, der in Schwaikheim wohnte und in Endersbach seine Wurzeln hatte, ist am Donnerstag nach schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen.

Sein Beruf war ihm eine Freude. „Man war Seelsorger, Psychiater und Rechtsgestalter“, hat er rückblickend im Gespräch mit der Zeitung zu seinem 80. Geburtstag gesagt. Mit viel Wärme hat er sich den Menschen gewidmet, die mit ihren Anliegen vor seinem Schreibtisch saßen. „Mit den Leuten muss man umgehen können, einen Zugang finden“, wusste er. Und dass er selbst im Leben mit Beruf und Familie „ein Riesenglück“ hatte.

Geboren am 8. Juli 1934, ist er in Endersbach aufgewachsen. Ganz in der Nähe seines Freundes Manner Auch, der später Architekt, Gemeinderat und Kreisrat wurde und mit dem Heiner Gerstenmaier sein Leben lang befreundet war. Zusammen mit Manner Auch, Alfred Biolek und der Unternehmerstochter Eva Stihl besuchte er in Waiblingen das Gymnasium. Dort lernte er auch seine Frau Hannelore kennen. Mit 24 Jahren haben sie geheiratet. Sie zogen nach Schwaikheim, bekamen einen Sohn und eine Tochter und später fünf Enkel: drei Jungs und zwei Mädchen.

Waiblingen beruflich immer treu geblieben

Waiblingen ist Heiner Gerstenmaier beruflich immer treu geblieben, ein verlockendes Angebot aus Stuttgart hat er mal im letzten Moment ausgeschlagen. „Ich stehe zu dem, wofür ich mich mal entschieden habe“, war seine Maxime. Geblieben ist er auch, weil er eben auch schon damals wusste, wie gut er’s hatte – beruflich und privat.

Beides hat Heiner Gerstenmaier immer bewusst voneinander getrennt. Privat war er in Endersbach und in Schwaikheim, wobei er sich mit dem ehemaligen Ersten Bürgermeister Hans Wössner regelmäßig auf dem Tennisplatz die Bälle um die Ohren schlug. Sport war ihm wichtig. Er war Mitbegründer des Schwaikheimer Tennisclubs und zog noch mit über 80 Jahren im Sommer im Schwaikheimer Freibad regelmäßig seine Bahnen. Im Winter stieg er unverdrossen auf den Hometrainer.

Reisen waren seine Leidenschaft

Sein Leben lang ist Heiner Gerstenmaier viel gereist. Seine Weltkarte zu Hause im Schwaikheimer Tribergle ist übersät mit roten Nädelchen, die die Stationen markieren. Zu jeder hatte er Geschichten, Anekdoten, die er mit knitzem Humor zu erzählen verstand. Das kam ihm auch in seinem Ruhestand als Leiter bei Leserreisen des Zeitungsverlags Waiblingen zugute. Bis zuletzt war er Mitglied im Hilfsverein des Zeitungsverlags.

In den vergangenen Monaten musste Heiner Gerstenmaier mehrmals ins Krankenhaus. „Aber bis zuletzt hat er sein Leben mit großer innerer Zufriedenheit gelebt“, berichtet sein Sohn Volker. „Er war ein großes Vorbild für uns.“ Am Donnerstag ist er im Kreise seiner Familie in seinem Haus in Schwaikheim gestorben.