Waiblingen

Heiraten während der Corona-Pandemie: Viele Hochzeiten in Waiblingen zum zweiten Mal verschoben

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Viele Leuten verschieben wegen der Corona-Pandemie ihre Hochzeit. © Pixabay

Die Hochzeit soll ein unvergesslicher Tag werden. Essen, Trinken und Tanzen mit Freunden und Verwandten. Ein Tag der Liebe und der Nähe. All diese Vorstellungen vom schönsten Tag im Leben vertragen sich nicht mit der Corona-Pandemie, in der Abstandhalten oberstes Gebot ist. Die meisten Paare entscheiden sich deshalb, zumindest die kirchliche Trauung und das Fest zu verschieben. Manche planen sogar schon zum zweiten Mal um.

Taufen finden in der Michaelskirche teilweise statt

„Ich habe schon bei zwei Paaren, die ursprünglich 2020 heiraten wollten, den für dieses Jahr geplanten Termin ein zweites Mal ins Jahr 2022 verschoben“, sagt Antje Fetzer, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Waiblingen. Vermutlich werden weitere Verschiebungen folgen. Statt sonst 15 bis 20 Paare wurden in der Michaelskirche im vergangenen Jahr nur vier getraut, die meisten hatten ihren Termin damals um ein Jahr verschoben. Bei allen geplanten Trauungen bis einschließlich Juni überlegten die Paare laut Fetzer zurzeit, ob sie sich wirklich trauen, sich zu trauen. Für die meisten Brautpaare sei die Verschiebung nicht so schlimm: „Viele sind schon lange ein Paar und können mit der kirchlichen Trauung auch ein Jahr länger warten“, beobachtet die Pfarrerin.

Bei Taufen sehe das anders aus: „Viele Eltern haben das Bedürfnis, ihr Kind vor Gott zu bringen und dessen Segen zu bekommen“, sagt Fetzer. Dieser Wunsch wiege für viele schwerer als der Wunsch nach einer Feier. Taufen würden deshalb nur teilweise verschoben.

Manchmal finde man auch unkonventionelle Lösungen: „Ein Paar tat mir besonders leid. Es wollte Hochzeit und Taufe im März 2020 an einem Tag feiern. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Termin auf Oktober verschoben und fiel dann ganz aus. Zum Glück hatten wir in diesem Fall im Mai vergangenen Jahres eine Segnung des Kindes im ganz kleinen Kreis gemacht.“ So könnten die Eltern entspannt einen neuen Termin suchen. In der Michaelskirche wird diese Trauung dann allerdings nicht mehr stattfinden, da die Familie inzwischen aus Waiblingen weggezogen ist.

2020 nur eine Hochzeit in der katholischen St.-Antonius-Kirche

Auch in der katholischen St.-Antonius-Kirche finden nur vereinzelt Taufen und fast gar keine Hochzeiten statt. „Im vergangenen Jahr gab es nur eine Hochzeit, die nächste Trauung steht für Juli in meinem Kalender“, sagt der Pfarrer Franz Klappenecker. Alle anderen Paare, die ihren Termin zunächst von 2020 auf Frühjahr und Frühsommer 2021 verschoben haben, hätten abgesagt, weil die Hochzeit nicht gefeiert werden könne. „Der Traugottesdienst wäre unter den geltenden Hygienemaßnahmen möglich.“ Gottesdienste dürfen stattfinden, wenn die Mindestabstände eingehalten werden, die Besucher eine Maske tragen und auf Gemeindegesang verzichtet wird.

Untätig wird Klappenecker in den kommenden Wochen trotzdem nicht sein. Es werden zwar keine Hochzeiten samstags stattfinden, dafür werden nach Ostern die Erstkommunionen in St. Antonius gefeiert. Anders als sonst werden die Erstkommunionen nicht sonntags in den Gemeindegottesdienst integriert, sondern samstags extra gefeiert und mit kleineren Gruppen, um Kontakte zu verhindern und Abstände einhalten zu können.

Große Trauräume in Waiblingen sind gefragt

Auch auf standesamtliche Trauungen wirkt sich die Pandemie aus, auch wenn die während des Lockdowns abgesagten Eheschließungen laut Oberbürgermeister Andreas Hesky in der Zwischenzeit nachgeholt wurden, vor allem in den Sommermonaten, als auch Lokale für die anschließende private Feier geöffnet hatten.

Während des zweiten Lockdowns wurden mehr Trauungen verschoben als durchgeführt. Bis zum 7. März durften nämlich nur das Brautpaar, der Standesbeamte und zwei Gäste teilnehmen. „Insgesamt hat man den Eindruck, dass sich die Brautpaare mit der Anmeldung der Eheschließung derzeit eher zurückhalten, in der Hoffnung, dass die coronabedingten Einschränkungen bei der standesamtlichen Trauung bald fallen“, so Hesky.

Seit 8. März können Eheschließungen wieder mit bis zu zehn Personen stattfinden, nicht mitgezählt werden die Kinder der Eheschließenden.

Um genügend Abstand halten zu können, sind laut dem Oberbürgermeister zurzeit vor allem die größeren der insgesamt 15 Trauorte in Waiblingen beliebt und geeignet, darunter die Bohlenstube im Haus der Stadtgeschichte, der Hochzeitskeller in der Hochzeitsgasse und auch das Trauzimmer im Waiblinger Rathaus sowie das Bürgerzentrum, in dem auch standesamtliche Trauungen möglich sind.

Die Hochzeit soll ein unvergesslicher Tag werden. Essen, Trinken und Tanzen mit Freunden und Verwandten. Ein Tag der Liebe und der Nähe. All diese Vorstellungen vom schönsten Tag im Leben vertragen sich nicht mit der Corona-Pandemie, in der Abstandhalten oberstes Gebot ist. Die meisten Paare entscheiden sich deshalb, zumindest die kirchliche Trauung und das Fest zu verschieben. Manche planen sogar schon zum zweiten Mal um.

Taufen finden in der Michaelskirche teilweise

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