Waiblingen

Heizung, Wasser oder Lebensmittel: Wo versuchen Waiblinger zu sparen?

Strompreis
Alle Befragten wollen beim Energieverbrauch sparen. (Symbolfoto) © Benjamin Büttner

Ob im Supermarkt oder auf der nächsten Nebenkostenabrechnung: Die Preise steigen auch in Waiblingen, vieles kostet deutlich mehr als in den Vorjahren. Wir haben uns in der Waiblinger Innenstadt umgehört: Versuchen die Menschen aktuell zu sparen? Und wie?

Vorneweg: Für 2023 haben sich viele Personen laut einem dpa-Bericht vorgenommen, weniger Energie zu verbrauchen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ im Auftrag des Immobiliendienstleisters „ista“. 43 Prozent der Befragten wollen demnach im Haushalt Energie sparen.

Statt Bücher zu kaufen in die Bücherei gehen

Für das neue Jahr nimmt sich Marion Pfleiderer aus Leutenbach nicht viel vor. „So wenig Vorsätze wie möglich“, lautet ihr Motto. 2023 will sie aber bewusster und sparsamer leben. So auch im Haushalt. „Mein Mann und ich versuchen, vieles bewusster zu machen.“ Dazu zählt beispielsweise, die Heizkörper beim Lüften runterzudrehen und Lichtquellen nicht im Übermaß anzulassen.

Obwohl sie ein großer Dusch- und Badefan sei, achtet Marion Pfleiderer darauf, weniger Wasser zu verbrauchen. Beim Einseifen unter der Dusche dreht sie den Wasserhahn ab, um kein Wasser und keine Energie zu verschwenden. „Und Baden tue ich fast gar nicht mehr.“ Beim Einkaufen setzt sie vermehrt auf saisonale Produkte, auch „um die regionalen Bauern zu unterstützen“.

Wenn es geht, lässt sie das Auto öfters mal stehen und nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. Keine Abstriche möchte die Leutenbacherin jedoch beim Essengehen machen. „Das gönnen wir uns schon, gerade mit den Kindern und Enkeln“, sagt sie. Sparpotenzial sieht sie allerdings bei ihrem Hobby. In ihrer Freizeit liest Marion Pfleiderer gerne:„Bücher sind meine Schwäche.“ Um Geld zu sparen, überlegt sie sich, nächstes Jahr öfters in die Bücherei zu gehen und dort Bücher auszuleihen.

Energiepauschale für gestiegene Heizkosten gespendet

Auch Hildegard Hägele aus Schwaikheim hat einige Tipps und Tricks auf Lager, wie man im Alltag sparen kann. „Die Waschmaschine voll beladen, nur die Räume beheizen, die man benutzt“, zählt die Rentnerin auf. „Darauf achte ich aber schon immer.“ Die Energiepauschale vom Bund hat die Rentnerin zwar bekommen, dann aber für einen guten Zweck gespendet. „Ich bin zufrieden und brauche nicht viel zum Leben“, sagt die 77-Jährige. Auf Ausgaben wie bei einem Restaurantbesuch verzichtet Hildegard Hägele. „Erstens schafft man im Alter die großen Portionen nicht mehr und zweitens koche ich leidenschaftlich gerne. Zu Hause schmeckt es mir am besten“, sagt sie.

Der Student Eric Schif aus Waiblingen versucht zu sparen, wo es nur geht. „Ich habe noch nicht einmal die Heizung aufgedreht“, sagt der 24-Jährige, der in Würzburg studiert und dort in einem Wohnheim lebt. Außerdem habe er sich angewöhnt, immer seinen PC auszuschalten, wenn er das Haus verlässt. „Das habe ich früher nicht gemacht.“ Beim Einkaufen achte er auf Angebote im Supermarkt. „Bei Wasser und Bier schaue ich auf den Preis und kaufe das, was im Angebot ist.“

Was selbstverständlich in keinem gut sortierten Studentenhaushalt fehlen dürfe, seien Nudeln. „Das Studentenessen“, sagt Eric Schif. „Wenn dann mal die Marken-Nudeln im Angebot sind, wird ein großer Vorrat angehäuft.“ Auf Urlaub einmal im Jahr will der Student dann doch nicht verzichten. Obwohl er die letzten drei Jahre keinen Urlaub gemacht hat. „Es gab da so was wie die Pandemie“, sagt er schmunzelnd.

Haushaltsgeräte reparieren, anstatt neu zu kaufen

„Mein Sparverhalten hat sich nicht stark verändert“, sagt Nicole Wiegand. Die 50-Jährige aus Oldenburg ist zwischen den Jahren zu Besuch in Waiblingen. Bei Elektrogeräten im Haushalt achte sie generell darauf, diese länger zu behalten oder kaputte Geräte reparieren zu lassen. „Meine Mutter hat eine tolle neue Küchenmaschine“, erzählt die Oldenburgerin. Sie habe aber nun erst mal beschlossen, auf die neue Maschine zu verzichten.

Wegen der hohen Energiekosten hat Nicole Wiegand digitale Thermostate an den Heizungen angebracht. „Ich habe die Temperatur im Raum um einen Grad gesenkt und die Heizperiode verkürzt.“ Damit die Wärme in den Räumen bleibt, schließt die 50-Jährige die Zimmertüren und beheizt nur die Räume, in welchen sie sich aufhält. „Wenn ich kurz arbeiten muss, gehe ich nicht ins Arbeitszimmer, sondern hole den Laptop in die Küche“, sagt sie. Ebenso wie beim Heizen achtet Nicole Wiegand auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen – so auch beim Wocheneinkauf. „Wenn ich einkaufen gehe, stelle ich mir die Fragen, ob ich alles verbrauchen kann und ob die Lebensmittel saisonal sind.“

Was das Heizen betrifft, schließen sich Sandra (53) und Pino Flotta (52) aus Fellbach den übrigen Befragten an. Beheizt werden nur die Räume, in denen sich das Ehepaar aufhält. „Seitdem die Kinder ausgezogen sind“, ergänzt Pino Flotta. Aber man wolle es trotzdem gemütlich haben und keinen Schimmel riskieren, so Sandra Flotta.

Die gestiegenen Preise bemerkt das Ehepaar beim Einkaufen, „besonders beim Bäcker“, sagt die 53-Jährige. Bewusst auf Freizeitgestaltung wollen sie aber nicht verzichten, sondern setzen auf „Qualität statt Quantität“. Das sei schon immer seine Haltung gewesen, sagt Pino Flotta. Das gelte etwa für Kleidung oder Restaurantbesuche. „Und damit kann man auch gezielt die Gastronomen in der Region unterstützen“, so seine Ehefrau.

Ob im Supermarkt oder auf der nächsten Nebenkostenabrechnung: Die Preise steigen auch in Waiblingen, vieles kostet deutlich mehr als in den Vorjahren. Wir haben uns in der Waiblinger Innenstadt umgehört: Versuchen die Menschen aktuell zu sparen? Und wie?

Vorneweg: Für 2023 haben sich viele Personen laut einem dpa-Bericht vorgenommen, weniger Energie zu verbrauchen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ im Auftrag des Immobiliendienstleisters „ista“. 43

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