Waiblingen

Hier wird am Donnerstag gestreikt

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Streik im öffentlichen Dienst: In Waiblingen wurde am Montagvormittag (20.03.2018) für mehr Geld demonstriert. © ZVW/Sebastian Striebich

Waiblingen.
Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag (12.04.) in der Region Stuttgart zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen. Davon ist auch der Rems-Murr-Kreis betroffen. In einer kurzen Übersicht beantworten wir die wichtigsten Fragen. 

Was fordern die Gewerkschaften?

Die 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen sollen künftig 6 Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr Gehalt pro Monat bekommen. Auch die Gehälter von Auszubildenden und Praktikanten sollen um 100 Euro pro Monat erhöht werden. Die Arbeitgeber lehnen das bisher ab. Mit den Warnstreiks möchte die Gewerkschaft, die einen Tarifabschluss bis zum 16. April fordert, den Druck erhöhen. 

Fahren Züge und Busse? 

Der Streik betrifft alle Stadtbahnen (U1 bis U34) und Busse der SSB, die im Stadtgebiet Stuttgart und mehreren Nachbarstädten wie zum Beispiel Fellbach, Remseck, Gerlingen und einigen Städten auf den Fildern verkehren. Auch die Zahnradbahn und die Seilbahn der SSB werden bestreikt. Die Kundenzentren der SSB und die Fundstelle bleiben geschlossen.
 
Dagegen werden die Busse von Privatunternehmen, die im Auftrag der SSB auf SSB-Linien fahren, nicht ausfallen. Von dem Streik nicht betroffen sind die Linien 36, 38, 64, 66, 67, 90 und 98. Auf folgenden Linien finden einzelne Fahrten statt: 35, 37, 54, 60, 71, 73, 74, 75, 76, 77 und 91.

S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht vom Streik betroffen. Auch die Busse der privaten Verkehrsunternehmen und des Regiobus Stuttgart, die überwiegend in den Verbundlandkreisen eingesetzt werden, fahren wie gewohnt. Für die Mitarbeiter dieser Verkehrsunternehmen gelten andere Tarifverträge.

In der elektronischen Fahrplanauskunft werden laut VVS werden ab Dienstag, 10. April, die Fahrverbindungen am 12. April automatisch ohne die bestreikten Verkehrsmittel angezeigt. Fahrgäste können sich so schnell einen Überblick verschaffen, ob eine Verbindung auch ohne Stadtbahn und Bus möglich ist, eventuell verbunden mit einem längeren Fußweg.

Kann ich mein Kind wie gewohnt in die Kita bringen?

Auch Kindertagesstätten sind vom Streik betroffen. In der Regel informieren diese die Eltern im Voraus darüber, ob sie an den entsprechenden Tagen öffnen werden oder nicht. 

Zu folgenden Kitas liegen unserer Redaktion bereits Informationen vor:

Berglen: In Berglen wird nur im Kinderhaus Steinach gestreikt und eine Notgruppe geöffnet sein. Die betroffenen Eltern konnten sich für diese bereits am Vortag unter ) 0 71 95/7 31 11 anmelden, sofern sie ihre Kinder nicht selbst betreuen können.

Beutelsbach: Im Waldkindergarten wird nicht gestreikt; die Erzieherinnen im Badkindergarten (drei Gruppen) sind noch unentschieden, Infos über einen möglichen Streik folgen eventuell zu einem späteren Zeitpunkt; Streik: das Kinderhaus Benzach mit seinen vier Gruppen bleibt komplett geschlossen; ebenso der Burgkindergarten: beide Gruppen sind nicht besetzt; im Stiftskindergarten streiken einzelne Erzieherinnen, eventuell werden ein oder zwei der vier Gruppen geschlossen.

Endersbach:  Im Kindergarten Halde, im Kindergarten Trappeler, im Kindergarten Schulstraße und im Kinderhaus Steinäcker wird nicht gestreikt; im Kinderhaus Halde IV streiken ein oder zwei Erzieherinnen, das Haus bleibt aber offen.

Großheppach: Im Kindergarten Pfahlbühlstraße sowie im Kindergarten Pfarrgasse wird nicht gestreikt; die Erzieherinnen der beiden Krippengruppen im Kinderhaus Zügernberg streiken hingegen: die betroffenen Gruppen werden gegebenenfalls geschlossen, die anderen beiden bleiben offen.

Leutenbach: In Leutenbach stand bereits vor Tagen fest, dass fünf Einrichtungen so bestreikt werden, dass sie ganz geschlossen sind. Das sind die Kindergärten Walzenhalde, Mühlefeld, Schwalbenweg und Fröbelstraße. Im Hummerholz wird es eine Notbetreuung von 7.30 bis 13.30 Uhr geben, jedoch ohne Mittagessen und für maximal 25 Kinder, die normalerweise hier betreut werden. Anmeldungen unter ) 0 71 95/1 89 52. Alle anderen Einrichtungen sind geöffnet.

Schnait: Der Kindergarten Beethovenstraße und das Kinderhaus Lessingstraße werden nicht bestreikt.

Schwaikheim: Auch in Schwaikheim könnten die kommunalen Kindergärten und Horte am heutigen Donnerstag, 12. April, von den Warnstreiks der Erzieherinnen betroffen und geschlossen sein. Die Gemeinde hat Eltern gebeten, Vorsorge für diesen Fall zu treffen.

Nach Möglichkeit sollte in den bestreikten Kindertageseinrichtungen eine Notbesetzung angeboten und die Eltern zeitnah informiert werden. Dies ist jedoch davon abhängig, wie viele Erzieherinnen sich am Streik beteiligen. Sie müssen dies im Vorfeld nicht melden. Die Gemeinde bittet Eltern daher, das Kind heute zum Kindergarten zu begleiten und sich zu vergewissern, ob der Betrieb wie gewohnt stattfindet.

Diejenigen Eltern, die aufgrund von Berufstätigkeit unbedingt eine Betreuung benötigen, können sich – sofern die gewohnte Kindertageseinrichtung geschlossen ist – im Rathaus unter ) 0 71 95-5 82 56 melden. Hier wird ihnen mitgeteilt, ob und in welcher Kindertageseinrichtung eine Notgruppe eingerichtet ist, in die das Kind gebracht werden kann. Die Betreuung in einer Notgruppe ist jedoch für Kinder unter drei Jahren nicht möglich.

Strümpfelbach: Kein Streik der Erzieherinnen des Kindergartens Hauptstraße.

Schorndorf: Die Informationen auf der Internetseite der Stadt Schorndorf werden regelmäßig aktualisiert. Der Stand am Dienstag (15.30 Uhr):

Folgende Kindergärten werden bestreikt:

  • Burgstraße
  • Konnenberg
  • Ellenberg, Schornbach
  • Kohläcker-Ghai, Haubersbronn
  • Kindergarten Buhlbronn
  • Kita Wirbelwind
  • Stadthaus

In diesen Einrichtungen wird es keine Notgruppen geben.

Folgende Kindergärten bleiben geöffnet:

  • Schurwaldwichtel, Schlichten
  • Rainbrunnen
  • Aichenbach
  • Hinter dem Zaun, Weiler

Waiblingen:

Folgende Kindertageseinrichtungen werden am Donnerstag bestreikt:

  • Kita Beim Wasserturm
  • Waldgruppe Hegnach
  • Kita Ringstraße
  • Kita Mühlweingärten (Haupthaus)
  • Außengruppe Mühlweingärten

Folgende Kindergärten bleiben offen:

  • Kita Salierstraße
  • Kita Bangertstraße
  • Kita Berg-Bürg

In folgenden Kitas gibt es eine Notbertreuung:

  • Kinderhaus Mitte: Notbetreuung für 50 Kindergartenkinder, Notbetreuung für zehn Kleinkinder, 7.00 – 15.00 Uhr
  • Kinderhaus Im Sämann: Notbetreuung für zehn Kleinkinder, keine Betreuung für Kindergartenkinder 7.00 – 14.00 Uhr
  • Kita Beim Salierschulzentrum: Notbetreuung für 40 Kindergartenkinder, 7.00 – 15.00 Uhr
  • Kita Im Burgmäuerle Notbetreuung für zwölf Kindergartenkinder, keine Kleinkindbetreuung, 7.00 – 12.00 Uhr
  • Kita Obsthalde: Notbetreuung für 45 Kindergartenkinder, keine Kleinkindbetreuung, 8.00 – 15.00 Uhr
  • Kita Taubenstraße: Notbetreuung für 40 Kindergartenkinder, keine Kleinkindbetreuung, 7.00 – 15.00 Uhr
  • Kita Kirchäcker: Notbetreuung für 30 Kindergartenkinder, Notbetreuung für zehn Kleinkinder, 7.00 – 13.00 Uhr

Winnenden: Fünf Kindergärten werden geschlossen sein: Christian Wunderlich, Hungerberg, Hanweiler und Baach. Auch der Kindergarten Seewasen (Kinder von drei bis sechs Jahren) hat zu, nicht aber die Krippe des Kinderhauses für die Kleinkinder unter drei Jahren.

Die Ganztagseinrichtungen werden ihre Öffnungszeiten an diesem Tag einschränken. Das Kinderhaus Schafweide betreut von 7 bis 13 Uhr, der Gretel-Nusser-Kindergarten von 7 bis 14 Uhr.

Ob und in welchem Umfang weitere Einrichtungen bestreikt werden, war gestern noch nicht bekannt. Erzieherinnen sind nicht verpflichtet, den Streik vorher anzukündigen. Die Stadtverwaltung bittet Eltern daher, ihr Kind zum Kindergarten zu begleiten und sich zu vergewissern, ob der Kindergartenbetrieb gewährleistet ist.

Sollte die gewohnte Kindertageseinrichtung geschlossen sein, wie in vier Fällen ja schon vorab angekündigt, dürfen sich Eltern, die aufgrund von Berufstätigkeit auf eine Betreuung angewiesen sind, ab 7 Uhr unter ) 0 71 95/1 31 51 im Rathaus melden. Hier wird ihnen mitgeteilt, ob und gegebenenfalls, wo eine Notgruppe in einem Kindergarten eingerichtet ist. Hiervon ist allerdings die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ausgeschlossen.

Wird der Müll abgeholt?

Der Müll wird wie gewohnt abgeholt, da die Müllabfuhr selbst nicht von dem Streik betroffen ist. Es nehmen jedoch Beschäftige der Abfallwirtschaft Rems-Murr teil. Die Deponien in Schorndorf und Winnenden sind deshalb an diesem Tag geschlossen. Die Deponie Kaisersbach hat donnerstags generell nicht geöffnet.

Wer keine andere Möglichkeit hat als am Donnerstag seinen Müll zu entsorgen, kann auf die Deponie in Backnang-Steinbach ausweichen. Die Abfallwirtschaft Rems-Murr rät aber dazu, die Anlieferung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, da nur eine Notbesetzung vor Ort ist. Aus diesem Grund muss mit erheblichen Wartezeiten gerechnet werden.