Waiblingen

Hitze und Corona-Effekt: Haben wir genügend Trinkwasser in Waiblingen?

Wasser Symbol frisch Hand Wasserstrahl Quelle
Eine Hand im Wasserstrahl (Symbolbild) © Samad Deldar/Pixabay

Wasserhahn auf und kein Tropfen kommt? Das ist am vergangenen Wochenende den Bewohnern der Gemeinde Lauenau in Niedersachsen passiert. Trockenheit und hoher privater Wasserverbrauch haben die dortigen Wasserspeicher leer gepumpt. Inzwischen rufen auch schon viele andere Orte in Deutschland zum Wasser sparen auf. Kann das in Waiblingen auch passieren? Wir haben bei den Stadtwerken nachgefragt.

Erhöhter Wasserverbrauch auch bei uns

„Wir beobachten momentan einen erhöhten Wasserverbrauch“ gibt Anton Angerer von den Stadtwerken Waiblingen Auskunft. Der sogenannte „Corona-Effekt“ sei auch sichtbar: Wirtschaft und Industrie verbrauchen weniger Wasser als sonst üblich, Privathaushalte dafür deutlich mehr. Die momentane Hitze verstärkt den Wasserbedarf. Wasser ist begehrt – ob als Durstlöscher, erfrischende Dusche oder um die überall wie überdimensionierte Pilze aus dem Boden schießenden Pools zu füllen. Oder als Bewässerung für den Garten.  „Vor allem morgens und abends steigt der Wasserverbrauch an“ erklärt Angerer. Am 10. August hatten die Stadtwerke einen Tagesspitzenwert von 14.700 Kubikmetern ermittelt.

Besteht also Grund zur Sorge? „Nein, wir haben eine sehr hohe Versorgungssicherheit“ gibt Angerer an. Drei Versorgungsquellen stünden für Waiblingen und die Gemeinden Hohenacker, Bittenfeld, Hegnach und Neustadt zur Verfügung. Hegnach bekommt Wasser aus dem Bodensee, für Bittenfeld und Waiblingen stünde auch Eigenwasser zur Verfügung und die Landeswasserversorgung liefert ebenfalls. Die Waiblinger Wasserversorgung sei gut gerüstet. Sie verfügt im Versorgungsgebiet von Beinstein bis Bittenfeld über elf Wasserspeicher mit einem Speichervolumen von 16.700 Kubikmetern.

Grundwasservorräte sind rückläufig

Dennoch ist Wasser sparen ratsam. Das Grundwasser in Baden-Württemberg ist im Jahr 2020 deutlich rückläufig gegenüber dem Vorjahr, wie die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg meldet. „Auch die Mehrzahl der Quellen schüttet weniger“ wird im Zustandsbericht für 2020 genannt. Wasser ist und bleibt kostbar – und der immer verfügbare Strahl aus dem Wasserhahn ein nicht zu unterschätzendes Privileg.