Waiblingen

Hoffnung auf Tempo 30 in der Neustädter Straße

Verkehrslaerm_Habermann_0
Vom Verkehrslärm genervte Anwohner der Neustädter Straße: Sie können auf ruhigere Zeiten hoffen. © ZVW/Danny Galm

Waiblingen. Hoffnung für die lärmgeplagten Anwohner der Neustädter Straße: Im Zuge des Lärmaktionsplans nimmt die Stadtverwaltung Gespräche mit dem Regierungspräsidium über ein Tempolimit auf. Nicht weiter verfolgt wird Tempo 30 dagegen im oberen Teil der Bahnhofstraße. Hier setzt die Stadt auf bauliche Maßnahmen, um wenigstens mittelfristig das Tempo und den den Verkehrslärm zu senken.

Nächster Schritt des Lärmaktionsplans, der alle fünf Jahre fortgeschrieben wird. Im Juli und August war die zweite Stufe des Plans öffentlich ausgelegt worden, die Bevölkerung konnte sich zur Planung äußern. Nun hat der Gemeinderat das von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Maßnahmenpaket beschlossen. Vorgesehen ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 am Ende der Neustädter Straße zwischen den Gebäuden 69 und 97.

„Wir wollten keinen Flickenteppich bei den Geschwindigkeiten“

Weil die Stadt dazu die Zustimmung des Regierungspräsidiums benötigt, folgen jetzt Gespräche mit der Stuttgarter Behörde. Bis die Entscheidung vorliegt, wird es mindestens ein Vierteljahr dauern, glaubt der städtische Fachbereichsleiter Stadtplanung, Patrik Henschel. Geklärt werde die Frage bei einem Termin. Henschel ist optimistisch, von der Stuttgarter Behörde für das Tempolimit grünes Licht zu bekommen.

Keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es dagegen an der oberen Bahnhofstraße. Von ihrem ursprünglichen Vorschlag, in dem kurzen Teilstück zwischen der Oppenländer- und der Weidachstraße Tempo 30 einzuführen, war die Verwaltung nach den Stellungnahmen von Bürgern und Behörden sowie internen Diskussionen abgekommen. „Wir wollten keinen Flickenteppich bei den Geschwindigkeiten“, erklärt Patrik Henschel.

Keine Chance hätte seiner Einschätzung nach ein Antrag beim Regierungspräsidium gehabt, in der ganzen Bahnhofstraße Tempo 30 einzuführen. „Dies wäre an den Formalien gescheitert“, versichert der Fachbereichsleiter. Die Verkehrsbehörde brauche für die Einführung von Tempo 30 immer einen Grund, der den Berechnungen zufolge aber nur in dem kurzen Teilstück vorliege.

Verschiedenen Geschwindigkeiten sind Bürgern schwer zu vermitteln

Wie berichtet, wäre lediglich im Bereich zwischen der Oppenländerstraße und der Weidachstraße eine Geschwindigkeitsreduzierung möglich gewesen. Unterschiedliche Geschwindigkeiten (50/30/50) seien in solch kurzen Abständen im Straßenverlauf sehr schwer nachvollziehbar, sagt Henschel.

Aus diesem Grund plädierte die Stadtverwaltung als mittel- bis langfristiges Ziel lediglich für die Umgestaltung der Bahnhofstraße: Bäume und ein veränderter Straßenraum sollen für ein langsameres Tempo in der Bahnhofstraße sorgen, den Lärm reduzieren und die Straße nebenbei noch attraktiver machen.

Massive Proteste von Anwohnern

Dass den Bürgern ein Hin und Her bei den zulässigen Geschwindigkeiten schwer zu vermitteln sei, zeigt auch das Beispiel der Hegnacher Ortsdurchfahrt. Hier wurde auf dem Streckenabschnitt am Ortsausgang nach einer schalltechnischen Untersuchung eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer angeordnet.

Diese gilt allerdings nur in Fahrtrichtung Remseck. Auch hier hatte das RP ein Wörtchen mitzureden. Tatsächlich war auch die Einrichtung der 30er-Strecke am Ortsausgang Teil des Lärmaktionsplans der Stadt. Den Maßnahmen vorausgegangen waren massive Proteste von Anwohnern. Sie hatten vehement eine Beschränkung des Tempos zwischen dem Rewe-Markt und dem Ortsschild gefordert. Insbesondere der hohe Anteil von Lastwagen am Durchgangsverkehr hatte den Hegnachern zu schaffen gemacht.


Geschäfte betroffen

Da in der Bahnhofstraße in den Gebäuden im Erdgeschoss vor allem Geschäfte und Dienstleister vom Lärm betroffen sind, ist aus Sicht der Verwaltung die Situation anders zu beurteilen als in der Neustädter Straße.