Waiblingen

Hohe Preise durch den Ukraine-Krieg: 7 Tipps zum Energie- und Geldsparen

Energiesparen
Beim Heizen sparen. © ZVW/Gaby Schneider

Steigende Rohstoffkosten und die Sorge vor Lieferengpässen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine treiben derzeit die Energiepreise in die Höhe. Während Autofahrer im März mit deutlich mehr Ausgaben an der Tankstelle rechnen mussten, könnte der große Preisanstieg für viele Gas- und Stromendkunden erst noch folgen.

„Die Angst, dass wir ohne Energie dastehen, bestärkt natürlich die Diskussion über Energie-Sparmaßnahmen“, sagt Klaus Läpple, Abteilungsleiter für Umwelt in Waiblingen. Weniger Energie zu verbrauchen, ist aber nicht nur in der jetzigen Situation sinnvoll: Es schone den Geldbeutel, aber auch die Umwelt. Zusammen mit Carsten Bühlweiler, Koordinator im Stromspar-Check für den Rems-Murr-Kreis, gibt Läpple hilfreiche Tipps, durch die kurzfristig Energie gespart werden kann.

1. Weniger heizen
In den einzelnen Räumen die Temperatur messen und herunterfahren. Bei Temperaturen von 23 oder 24 Grad könne laut Klaus Läpple darüber nachgedacht werden, die Temperatur um ein paar Grad zu senken. Jedes Grad weniger spart Heizenergie. Und: Muss das Wohnzimmer überhaupt parallel mitgeheizt werden? Durch das Vermeiden von parallelem Heizen kann viel Energie gespart werden. Läpple empfiehlt nur das Heizen der Räume, die gerade genutzt werden.

2. Zeitschaltuhr nutzen
Per Zeitschaltuhr können die Heizzeiten gesteuert werden. Klaus Läpple erklärt: „Wenn die Heizungs-Umwälzung ständig läuft, entstehen Verluste.“ Um diesen Energieverlusten entgegenzusteuern, sollten Heizzeiten genau definiert werden. Das gilt auch für Warmwasser. Eine Nachtabsenkung spart ebenfalls Energie. Dabei wird die Pumpe nachts automatisch abgeschaltet.

3. Backofen nicht vorheizen
Entgegen den Empfehlungen auf den Verpackungen von Tiefkühlprodukten empfiehlt Carsten Bühlweiler genau das Gegenteil: „Heizen Sie den Backofen nicht vor, sondern nutzen Sie die Nachhitze.“ Das Vorheizen verbrauche viel Energie, die nicht genutzt würde. Besser sei es, den Ofen vorzeitig abzuschalten und die Hitze zu nutzen, die sich danach sowieso im Ofen befindet.

4. LED-Leuchtmittel verwenden
Beim Kauf von Leuchtmitteln empfiehlt es sich, die LED-Variante zu wählen. Sie verbraucht weniger Strom als die herkömmliche Glühbirne.

5. Stoßlüften
Anstatt das Fenster lange zu öffnen, verweist Carsten Bühlweiler auf kurze Lüftperioden. „So kann die Feuchtigkeit hinaus, aber der Raum an sich wird nicht entheizt.“

6. Längere Waschgänge
Bei der Bedienung der Waschmaschine sollte darauf geachtet werden, dass die längere Waschzeit gewählt wird und nicht im Schnelldurchgang gewaschen wird, so Bühlweiler. Außerdem sei auch eine niedrigere Temperatur für das Einsparen von Energie förderlich. Der Trockner sollte gänzlich vermieden werden.

7. Gute Wärmedämmung
Neben dem richtigen Heizen und Lüften sei die Wärmedämmung ein essenzieller Punkt, wenn es um das Einsparen von Energie geht. Kurzfristig könne diese über Isolierstreifen und Türdichtungen geschaffen werden, so Carsten Bühlweiler. Dadurch werde sichergestellt, dass weniger Wärme entweicht.

Für Klaus Läpple ist die richtige Dämmung eine Maßnahme, die nicht nur kurz- sondern auch mittelfristig betrachtet werden sollte. „Eine gute Dämmung und der Einsatz regenerativer Energien sind die zwei wichtigsten Punkte“, betont Läpple. Fakt sei: Für die Erreichung der Klimaziele müsse der Ausbau dieser Maßnahmen irgendwann in den privaten Haushalten umgesetzt werden. Kurzfristig spart eine Verhaltensänderung zwar Geld und Energie, aber auch technisch müsse aufgerüstet werden.

„Waiblingen möchte 2035 klimaneutral sein“, sagt Klaus Läpple. Baugebiete ohne CO2-Emissionen und strengere Auflagen beim Einbau neuer Heizsysteme in ältere Gebäude sollen dabei helfen. Diese Maßnahmen sind wiederum mit höheren Kosten verbunden.

Langfristige Aufrüstungen können daher für einkommensschwache Haushalte ein Problem darstellen. „Der Rems-Murr-Kreis versucht Ökologie auch sozial zu denken“, sagt Carsten Bühlweiler. Daher finanziere der Landkreis den sogenannten Stromspar-Check.

Stromspar-Check: Kostenlose Beratung

Der Stromspar-Check ist ein kostenloses Angebot für Haushalte mit wenig Einkommen (zum Beispiel Arbeitslosengeld-Empfänger oder Minijobber). Dabei wird die Wohnung in einem ersten Besuch begutachtet. Anhand des Gutachtens wird dann geprüft, wie viel Strom eingespart werden kann, und dementsprechend direkt Änderungen vorgenommen. „Maßnahmen, die schnell umgesetzt werden können, sind präventiv“, sagt Bühlweiler. Sie wirkten sich direkt auf die nächste Stromrechnung aus. Mit bestimmtem Budget pro Haushalt könnte direkt vor Ort aufgerüstet werden. Für Informationen zum Stromspar-Check kann per Mail (ssc-rmk@caritas-ludwigsburg-waiblingen-enz.de) oder telefonisch (0 71 51/17 24 22) Kontakt aufgenommen werden.

Steigende Rohstoffkosten und die Sorge vor Lieferengpässen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine treiben derzeit die Energiepreise in die Höhe. Während Autofahrer im März mit deutlich mehr Ausgaben an der Tankstelle rechnen mussten, könnte der große Preisanstieg für viele Gas- und Stromendkunden erst noch folgen.

„Die Angst, dass wir ohne Energie dastehen, bestärkt natürlich die Diskussion über Energie-Sparmaßnahmen“, sagt Klaus Läpple, Abteilungsleiter für

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