Waiblingen

Hundewiese für Waiblingen? Kiriaki Di Brita und Alfonso Fazio setzen sich dafür ein

Hund
Symbolbild. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI

In Waiblingen gibt es immer mehr Hunde: 2010 Vierbeiner sind derzeit nach Angaben der Stadtverwaltung offiziell gemeldet (Stand 1. März 2020). Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie kommen immer mehr Menschen auf den Hund. Auch die Waiblingerin Kiriaki Di Brita ist Neu-Hundehalterin. Seit fünf Monaten hat sie einen Hund und vermisst in der Stadt die Möglichkeit, ihren neun Monate jungen Hund in einem sicheren Umfeld frei laufen lassen zu können.

Deshalb hat sie eine Petition gestartet. 40 Unterstützer hat sie bisher gefunden, 810 Unterschriften sind ihr Ziel, damit die Internetplattform „openPetition“ von den zuständigen Entscheidungstragenden eine Stellungnahme einfordert.

Sozialverhalten der Hunde fördern

„Da ich kein Auto habe, ist es für mich schwierig, in Gebiete zu kommen, wo ich den Hund ohne Leine laufen lassen darf“, begründet Di Brita. Vor allem betagtere Hundehalter aus ihrer Nachbarschaft hätten dasselbe Problem. Dabei sei es für die Hunde enorm wichtig, gelegentlich ohne Leine laufen zu können: „Im Spiel mit Artgenossen lernen Hunde ein Sozialverhalten, das an der Leine nicht gelernt werden kann.“

Auf einer Hundewiese in Stuttgart habe sie sehr gute Erfahrungen mit dieser Möglichkeit gemacht und findet, dass es in Waiblingen dringend an der Zeit wäre, ebenfalls ein solches Gebiet auszuweisen. „Flächen gibt es genügend“, sagt Di Brita, die Mitglied der Alternativen Liste Waiblingen ist.

Die Alternative Liste (ALi) spricht sich für die Ausweisung eingezäunter Hundewiesen aus. Ein entsprechender Antrag vom damals bestehenden alternativ-grünen Gemeinderatsbündnis Agtif wurde Ende 2019 vom Gemeinderat allerdings abgelehnt. Doch ALi-Chef Alfonso Fazio möchte das Thema wieder auf die Tagesordnung bringen, sobald es möglich ist. „Um die Sitzungen des Gemeinderats aus Infektionsschutzgründen so kurz wie möglich zu halten, können wir im Moment nur das behandeln, was unbedingt nötig ist. Doch in ein paar Wochen wollen wir einen neuen Antrag stellen.“

Wiese zwischen Waiblingen und Beinstein vorgeschlagen

Eingezäunte Hundewiesen sowohl in der Kernstadt als auch den Waiblinger Ortschaften hätten viele Vorteile, findet Fazio. Unter anderem wäre es besonders für ältere Menschen einfacher, ihr Haustier artgerecht zu halten. Menschen, die Angst vor Hunden hätten, würden besser geschützt, weil ihnen weniger freilaufende Hunde auf anderen Flächen begegneten, und es würden nicht zuletzt weniger unschöne Häufchen im Stadtgebiet liegen gelassen.

Denn auch wenn die meisten Hundehalter den Tierkot ordnungsgemäß entsorgten, beobachtet Werner Bebion von der Abteilung Betriebshof, dass die „wilde“ Entsorgung von vollen Hundekotbeuteln zuletzt tatsächlich leicht zugenommen habe. Auch auf einer Hundewiese müssten Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner wegräumen, dort wäre das aber leichter zu kontrollieren, argumentiert ALi. Nicht zuletzt hebt die Alternative Liste die soziale Komponente der Hundewiesen hervor: So könnten nicht nur Hundehalter in Kontakt kommen, sondern auch Hunde besser sozialisiert werden.

Der ALi-Chef hat sogar schon eine seiner Ansicht nach geeignete Stelle ausfindig gemacht: die ansteigende, große Wiese rechts der Schorndorfer Straße zwischen dem Kreisverkehr und der Brücke, wenn man von Waiblingen Richtung Beinstein fährt. „Dieses Gebiet kann wegen der dort gefundenen römischen Öfen niemals bebaut werden, und je nach Jahreszeit könnten die beim Freibad vorhandenen Parkplätze auch von Hundehaltern genutzt werden“, sagt Fazio.

Ausweitung des Leinenzwangs?

Ausgewiesene Hundewiesen findet er umso bedeutsamer, weil er andererseits durchaus für eine Ausweitung des Leinenzwangs auch außerhalb bebauter Gebiete ist. Eine solche Ausweitung des Leinenzwangs diene an manchen Stellen nicht nur dem Schutz von Spaziergängern, Joggern und Kindern, sondern auch dem Artenschutz. So hat die Stadt Fellbach beispielsweise bereits im Jahr 2018 im Schmidener Feld eine Wildschutzzone zum Schutz der Rebhühner ausgewiesen.

Das bedeutet, dass Hunde zwischen April und August bei Schmiden und Oeffingen an die Leine müssen. Ein solcher Leinenzwang sollte laut Fazio nicht an der Gemarkungsgrenze enden, und es ist seiner Ansicht nach nötig, darüber auch in Waiblingen zu sprechen, zumindest für die Setzzeit von Rebhühnern und anderen Kleintieren.

In Waiblingen gibt es immer mehr Hunde: 2010 Vierbeiner sind derzeit nach Angaben der Stadtverwaltung offiziell gemeldet (Stand 1. März 2020). Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie kommen immer mehr Menschen auf den Hund. Auch die Waiblingerin Kiriaki Di Brita ist Neu-Hundehalterin. Seit fünf Monaten hat sie einen Hund und vermisst in der Stadt die Möglichkeit, ihren neun Monate jungen Hund in einem sicheren Umfeld frei laufen lassen zu können.

Deshalb hat sie eine Petition

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