Waiblingen

Illegaler Müll in Waiblingen: Können die Verursacher belangt werden?

Muellablagerung
Müll dort, wo er nicht hingehört. © Gaby Schneider

Ein ramponiertes Sofa auf dem Gehweg, Uralt-Textilien vor den Glas-Containern, eine TV-Satellitenschüssel an einer Baumscheibe - viele ärgern sich, wenn sie sehen, wie unsozial manch eine(r) Müll loswird. Bei der Stadt Waiblingen klingelt dann das Telefon: 55 bis 60 Meldungen pro Monat erreichen das einst „Kehrtelefon“ genannte Angebot. Heute firmiert es als „Schadensmelder“, auch Mails und Online-Meldungen werden angenommen. Was passiert danach? Und können die Verursacher auch mal belangt werden?

Etwa jede zweite Meldung betrifft Müllablagerungen, so die Stadtverwaltung auf Anfrage. Circa 30-mal im Monat rücke der Betriebshof aus, um sie zu beseitigen. Dabei werde nicht gewartet, bis der Müllhaufen eine gewisse Größe erreicht hat, damit sich die Fahrt lohnt. „Denn erfahrungsgemäß 'wächst' eine Ablagerung, wenn sie nicht beseitigt wird“, so die Verwaltung.

Die Stadt geht auch nicht davon aus, dass eine schnelle Abholung bei Müllsündern den Eindruck hervorruft: Prima, dann kann ich ja weiter mein Gerümpel hier abladen. Sondern: „Es ist eher das Gegenteil der Fall: Wenn Ablagerungen nicht beseitigt werden, wird dort immer noch mehr Müll hinzugefügt. Je 'schmuddeliger' eine Umgebung wirkt, desto geringer sind die Hemmungen, Müll dort zu entsorgen.“

In der Regel wird innerhalb von 24 Stunden nach Meldung gereinigt

Nachdem eine Meldung eingegangen ist, wird die Ablagerung laut dem Rathaus in der Regel innerhalb von 24 Stunden beseitigt, „es sei denn, der Bereich wird ohnehin turnusgemäß innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage gereinigt (beispielsweise Containerplätze)“.

Die Kosten, die der Stadt und damit den Waiblinger Steuerzahlern durch diese Einsätze entstehen, können laut Verwaltung nicht exakt beziffert werden, „weil viele Einsätze in die täglichen Touren integriert werden. Aber Kosten von circa 30 000 Euro pro Jahr fallen für diese Einsätze sicherlich an“.

Häufig: An Containern und bei legalem Sperrmüll

Zur Frage, wo am häufigsten Müll verbotenerweise abgelegt wird, heißt es von der Stadt: „Besonders beliebt sind Containerplätze.“

„Oftmals“ wird demnach auch ordnungsgemäß angemeldeter Sperrmüll „einfach nur zu früh zur Abholung am Straßenrand bereitgestellt. Dies führt dazu, dass weiterer Müll dazugestellt wird, welcher vom beauftragten Entsorgungsunternehmen aber nicht mit entsorgt wird, so dass wiederum das Kehrtelefon für die 'Reste' zum Einsatz kommt“.

Insbesondere zu Beginn der Corona-Pandemie war außerdem „ein Anstieg der illegalen Müllablagerungen zu verzeichnen“. Das habe sich „mittlerweile aber wieder etwas normalisiert“.

Besonders problematisch: Bauschutt, teils mit Asbest

Gefunden wird meist normaler Hausmüll, aber auch Sperrmüll und Bauschutt. Letzterer ist besonders problematisch, weil darin der Verwaltung zufolge häufig umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten seien, beispielsweise Asbest. Der einst so beliebte Stoff schädigt die Lunge. Krebs kann die Folge sein.

Grundsätzlich werde bei jeder größeren wilden Müllablagerung eine Ermittlung eingeleitet, teilt die Verwaltung weiter mit. Und das führt auch mitunter zu Erfolgen: Im August „konnten zum Beispiel bei zwei größeren Müllablagerungen die vermeintlichen Verursacher ermittelt werden“. In solchen Fällen erfolge eine Anzeige beim Amt für Umweltschutz des Landkreises.

Ein ramponiertes Sofa auf dem Gehweg, Uralt-Textilien vor den Glas-Containern, eine TV-Satellitenschüssel an einer Baumscheibe - viele ärgern sich, wenn sie sehen, wie unsozial manch eine(r) Müll loswird. Bei der Stadt Waiblingen klingelt dann das Telefon: 55 bis 60 Meldungen pro Monat erreichen das einst „Kehrtelefon“ genannte Angebot. Heute firmiert es als „Schadensmelder“, auch Mails und Online-Meldungen werden angenommen. Was passiert danach? Und können die Verursacher auch mal belangt

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