Waiblingen

Impf-Marathon in Waiblingen-Neustadt: Fast 600 Menschen mit Johnson & Johnson geimpft

Impf-Marathon
Auch im Betriebsimpfzentrum ist der Ablauf wie im Kreisimpfzentrum. © ALEXANDRA PALMIZI

Selten ist die Freude über eine Impfung so groß, wie über die gegen das Coronavirus. Rund 590 Personen wurden vergangenen Samstag im Betriebsimpfzentrum des Motorsägen-Herstellers Stihl geimpft. Der Marathon zeigt, wie wichtig Kooperationen zwischen den Unternehmen und den Gemeinden im Kreis sind.

Sogar aus dem Auenwald kamen Impfwillige nach Waiblingen

Für Elke und Joachim Bürtsch geht mit der Impfaktion ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Vor zwei Monaten ließ sich das Paar auf die Warteliste ihres Hausarztes setzen, telefonierten regelmäßig mit der Hotline des Impfterminservices – vergeblich. Auch über die Online-Impfterminvergabe konnten die beiden keinen Termin bekommen: „Wir haben es jeden Tag versucht, doch es hat nie funktioniert.“ Dass sie nun beim Impfmarathon Termine ergattern konnten, war einem Zufall zu verdanken. „Wir haben im Radio davon gehört und uns direkt angemeldet“, sagt Elke Bürtsch. Dafür fuhren sie aus dem Auenwald nach Waiblingen.

Auf der Webseite der Stadt waren 570 Termine ausgeschrieben

570 Termine wurden auf der Webseite der Stadt ausgeschrieben. Diese seien bereits nach wenigen Stunden ausgebucht gewesen, sagt Patrick Pfeifer. Der Apotheker ist einer der Mitorganisatoren der Impfaktion. Das Projekt entstand aus einer Kooperation zwischen der Stadt, der Central-Apotheke, Ärztinnen und Ärzten aus dem Landkreis und der Firma Stihl.

Wie im Kreisimpfzentrum durchlaufen die Personen mehrere Stationen: Nach dem Gesundheits-Check durch Schnelltest und Fiebermessen geht es direkt weiter zum Aufklärungsgespräch. Die Termine seien im Vorfeld so getaktet worden, dass es zu möglichst geringen Wartezeiten komme, sagt Apotheker Pfeifer. Nach der Impfung und der Beobachtungszeit gibt es auch gleich den digitalen Impfausweis direkt auf das Smartphone.

Während sich viele der Impfwilligen an diesem Samstag über die Möglichkeit freuen, ist Serkan Hatay skeptisch: „Es gibt keine Langzeitstudien, die über mögliche Nebenwirkungen aufklären.“ Deshalb habe sich der Stihl-Mitarbeiter bisher auch nicht um einen Impftermin bemüht. Dennoch lässt er sich impfen. „Damit bekomme ich ein Stück Freiheit zurück und kann unbesorgt in den Urlaub fahren“, sagt er.

Stihl stellt Betriebsimpfzentrum zur Verfügung

Dass das Betriebsimpfzentrum in der Neustädter Gemeindehalle auch der allgemeinen Bevölkerung zugutekommen soll, war für den Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky und Stihl-Personalvorstand Michael Prochaska bereits früh klar. Seit Anfang Juni werden Mitarbeiter des Unternehmens dort bereits geimpft. Die beiden seien im wöchentlichen Austausch zum Infektionsgeschehen. „Bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie müssen alle uns zur Verfügung stehenden Ressourcen genutzt werden“, sagt OB Hesky. Prochaska stimmt zu: „Wir sind sehr froh, dass die Stadt uns die Halle zur Verfügung gestellt hat.“ Dass diese nun nicht nur für die eigenen Mitarbeitenden genutzt wird, sei selbstverständlich.

Dass der Impfstoff trotz des großen Mangels rechtzeitig ankam, sei „ein Glücksfall“ gewesen, meint Michael Prochaska. Apotheker Patrick Pfeifer organisierte so viele Dosen, dass auch Impfwillige ohne Termin spontan vorbeikommen konnten. Besonders in Hinblick auf die Delta-Variante seien Impfungen wichtig, sagt OB Hesky. Doch es gebe auch Hoffnung: Zwar sei die Nachfrage nach Terminen noch immer hoch, doch langsam stagniere sie auf einem hohen Level. Das sei auf den hohen Impffortschritt zurückzuführen. Bundesweit sind bereits etwa 50 Prozent erst- und 30 Prozent der Bevölkerung bereits zweitgeimpft.

Für viele ist die Impfung ein Schritt Richtung Normalität

Generell sei die Resonanz positiv, meint Patrick Pfeifer. „Es sind alle dankbar und froh, dass es diese Möglichkeit gibt.“ Sei es die Angst, die eigene Familie anzustecken, die Gefahr eines schweren Verlaufs oder keine Schnelltests mehr machen zu müssen – für viele der Impfwilligen ist die Impfung ein Schritt in Richtung Normalität. Auch Elke und Joachim Bürtsch aus dem Auenwald sind nach der Impfung erleichtert: „Es ist schön, nach der langen Wartezeit endlich einen Termin bekommen zu haben.“

Selten ist die Freude über eine Impfung so groß, wie über die gegen das Coronavirus. Rund 590 Personen wurden vergangenen Samstag im Betriebsimpfzentrum des Motorsägen-Herstellers Stihl geimpft. Der Marathon zeigt, wie wichtig Kooperationen zwischen den Unternehmen und den Gemeinden im Kreis sind.

Sogar aus dem Auenwald kamen Impfwillige nach Waiblingen

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Für Elke und Joachim Bürtsch geht mit der Impfaktion ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Vor zwei Monaten ließ

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