Waiblingen

Impfaktion Korber Höhe in Waiblingen (25.1.): Nur 40 Leute lassen sich impfen

Impfaktion
Ohne Termin haben sich Menschen am Dienstag, 25. Januar 2022, in den Räumen der Bürgeraktion Korber Höhe impfen lassen können. © ZVW/Alexandra Palmizi

Gemächlich gestaltete sich am Dienstag, 25. Januar, in der Früh in Waiblingen der Auftakt der Impfaktion ohne Anmeldung auf der Korber Höhe. Trotz des geradezu einladenden Wetters ließen sich nur wenige Passanten in den Mittelpunkt der Wohnsiedlung locken, noch weniger verirrten sich in die Räume der Bürgeraktion Korber Höhe.

Und dabei hatten sich die Organisatoren der Aktion – Landkreis, Stadt Waiblingen und Bürgeraktion Korber Höhe – so viel Mühe gegeben, um dieser Impfaktion gegen Covid-19 zum Erfolg zu verhelfen: Man hatte Flyer in deutscher, englischer, türkischer und russischer Sprache gedruckt und verteilt, an strategischen Punkten Anschläge angebracht, über die Medien und per Mundpropaganda eifrig die Werbetrommel gerührt, doch die Resonanz blieb verhalten.

Der Erste, der sich impfen lässt, ist ein Mann aus Neustadt

Um halb zehn Uhr, eine halbe Stunde nach dem Startschuss, saß gerade mal ein junger Mann im Wartebereich, um sich nach der Impfung gegen mögliche Folgen zu wappnen. Nein, gestand er, er wohne nicht auf der Korber Höhe, sondern in Neustadt, und er habe sich gerade mit dem Biontech-Serum impfen lassen, weil er sich davon Schutz vor dem Virus erwarte und hoffe, nun endlich wieder „ohne Stress am Arbeitsplatz meinen Lebensunterhalt verdienen zu können“. Jetzt hoffe er, dass er von Impfnebenwirkungen verschont bleibe, denn in der nächsten Viertelstunde müsse er an seinem Arbeitsplatz antreten.

Und nein, berichtete er, es sei nicht die erste Impfung, im vergangenen Jahr habe er sich bereits den Johnson & Johnson-Impfstoff verpassen lassen. Erfahren habe er von dieser Aktion aus dem Internet, er habe einfach nur eingegeben: „Wo kann ich mich impfen lassen?“, dann sei er mit ein paar Klicks auf die Seite des Landratsamtes geführt worden.

Bürgeraktion Korber Höhe wollte niederschwelliges Angebot zum Impfen machen

Sinn und Zweck der Initiative sei es gewesen, erklärte Ulrich Bayha von der „Bürgeraktion Korber Höhe“, gerade auch denjenigen ein niederschwelliges Impfangebot zu machen, die man sonst eher schwer erreiche und die bisher der Aufforderung, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, skeptisch gegenüberstanden. Wohl würden auch die auf der Korber Höhe praktizierenden Ärzte impfen, aber auch sie könnten schließlich nicht alle Bewohner des Gebiets ansprechen.

Dr. Christine Holzwarth, eine der Ärztinnen der Hausarztpraxis Korber Höhe, wies darauf hin, dass die Praxis bereits jeden Mittwoch in den Räumen der Bürgeraktion impfe. Für diese Impfaktion habe man gern Hardware aus der Praxis zur Verfügung gestellt; man verstehe sie nicht als Konkurrenz, sondern sei dankbar für diese Unterstützung und Entlastung. Schließlich müsse auch in den Zeiten der Pandemie der normale Praxisalltag weitergehen und der gesamte Patientenstamm mit seinen Bedürfnissen betreut werden. Wenn ihr durch diese Aktion am Ende gar endlich wieder einmal ein freies Wochenende ermöglicht werde, dann sei sie dafür schon dankbar, so Dr. Christine Holzwarth.

Impfangebote aus Fürsorgepflicht für den Bürger

Gern habe auch die Stadt Waiblingen die Impfaktion unterstützt, versicherte Heidrun Rilling-Mayer vom Fachbereich Bürgerengagement. Man verstehe dies, wie auch alle anderen derartigen Aktionen und auch das Impfzentrum im Waiblinger Remspark, als selbstverständlichen Bestandteil der Fürsorgepflicht für die Bürger. Froh sei man über die bewährte Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, vor allem das Cosansystem, das der Terminverwaltung diene, sei ein inzwischen unverzichtbares Werkzeug. Leider erreiche man einen Teil derjenigen Menschen nicht, die der Impfkampagne ablehnend gegenüberstünden und sich längst in ihre „Meinungsblase“ zurückgezogen haben.

Sie würden sich in ihr der Realität verweigern und bisweilen den seltsamsten Theorien und Weltbildern nachhängen. Der größte Teil derjenigen, die bereit seien, sich impfen zu lassen, sei wohl inzwischen geimpft und komme nun zur Zweit- und Boosterimpfung, stimmte ihr Gerd Holzwarth zu, der im Waiblinger Landratsamt für die Pandemiebekämpfung verantwortlich ist.

Impfungen: Rems-Murr-Kreis unter dem Landesschnitt

Mit einem Prozentsatz von 67 Prozent zweifach Geimpften und 47 Prozent Geboosterten liege der Rems-Murr-Kreis deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Die Zahl der Erstimpfungen stagniere, nur wenige ließen sich unter dem Druck von 2G plus dazu bewegen. Ein Ansteigen sei wohl nach dem 21. Februar zu erwarten, wenn an diesem Tag der neue, proteinbasierte Novavax-Impfstoff ausgeliefert werde. Dessen Verteilung erfolge allerdings durch die Bundes- über die Landesverwaltung an die Landkreise, schränkte Gerd Holzwarth ein. Das Landratsamt, versicherte er, werde den Impfstoff vollkommen unparteiisch an die Praxen weitergeben, wie viel dann aber tatsächlich in den einzelnen ankomme, könne im Augenblick niemand vorhersagen.

Am Ende des Tages war Gerd Holzwarth mit insgesamt 40 Impfungen dann doch nicht unzufrieden. „Bei dem Aufwand, den wir betrieben haben“, so sein Fazit, „hätten es gern auch mehr sein dürfen. Aber nach dem sehr verhaltenen Auftakt ist es doch ein ganz gutes Ergebnis, mit einer Erst-, 14 Zweit- und 25 Drittimpfungen.“

Gemächlich gestaltete sich am Dienstag, 25. Januar, in der Früh in Waiblingen der Auftakt der Impfaktion ohne Anmeldung auf der Korber Höhe. Trotz des geradezu einladenden Wetters ließen sich nur wenige Passanten in den Mittelpunkt der Wohnsiedlung locken, noch weniger verirrten sich in die Räume der Bürgeraktion Korber Höhe.

Und dabei hatten sich die Organisatoren der Aktion – Landkreis, Stadt Waiblingen und Bürgeraktion Korber Höhe – so viel Mühe gegeben, um dieser Impfaktion gegen

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