Waiblingen

Impfpflicht für Pflegekräfte: Vorsitzende des Pflegerats ist dafür

Pflege
Symbolbild. © Alexandra Palmizi

Noch ist nicht ganz sicher, ob es eine Impfpflicht für Pflegekräfte geben wird und wenn ja, ob sie bundeseinheitlich gilt. Susanne Scheck, Vorsitzende des Landespflegerates Baden-Württemberg, hält eine Impfpflicht für alle, die im Gesundheitsbereich arbeiten, für nötig: „Jetzt muss man einfach die Reißleine ziehen. Es ist fünf nach zwölf.“

Wie hoch der Anteil nicht Geimpfter unter den Pflegekräften ist, das sei nicht bekannt: Bisher dürfen Arbeitgeber den Impfstatus nicht erfragen; es gibt keine verlässlichen Daten zu den Impfquoten innerhalb der Belegschaften.

Susanne Scheck ist auch Vorstandsvorsitzende der Württembergischen Schwesternschaft des Roten Kreuzes. Ihrer Schätzung nach liegt die Impfquote beim Personal innerhalb dieses Verbunds bei nahezu 90 Prozent – „aber das ist lang nicht bei allen so“, berichtet die Oberin.

"Geimpfte verstehen die Ungeimpften nicht mehr"

„Eigentlich“, sagt sie, war sie immer eine Befürworterin von Freiwilligkeit. Doch hat sich die Corona-Lage nun so sehr zugespitzt, dass aus ihrer Sicht eine Impfpflicht für Pflegekräfte unvermeidbar wird. Sie nimmt eine bedrückende Zerrissenheit wahr innerhalb der Belegschaften: „Geimpfte verstehen die Ungeimpften nicht mehr“, zumal Pflegekräfte eine „andere Verantwortung und Fürsorgepflicht“ haben.

„Vielleicht hätte man früher schon Rechte von Ungeimpften einschränken sollen. Wir haben Chancen verpasst“, sagt Susanne Scheck. Die vierte Welle war vorhersehbar, doch mit dieser Wucht hätte sie dann doch nicht gerechnet.

Impfpflicht wird wohl zu Kündigungen führen

Unterdessen werden Einrichtungen damit rechnen müssen, dass sie im Zuge einer Impfpflicht weiteres Personal verlieren. „Die Gefahr ist auf jeden Fall da“, bestätigt die Pflegeratsvorsitzende – aber dieses Risiko müsse man angesichts der Gefahren, die mit Infektionen verbunden sind, dann wohl eingehen.

„Höchste Zeit“ ist es jetzt, dass die Politik handelt, mahnt Susanne Scheck: Das Pflegepersonal ist „am Ende seiner Kräfte. Die Menschen sind ausgezehrt.“ Es könne durchaus sein, dass Seniorenheime, sofern sich die Corona-Situation nicht verbessert, wieder für Besucher/-innen weitgehend geschlossen werden müssen – und das zur Weihnachtszeit. Trotz allem, sagt Susanne Scheck: „Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren.“

Noch ist nicht ganz sicher, ob es eine Impfpflicht für Pflegekräfte geben wird und wenn ja, ob sie bundeseinheitlich gilt. Susanne Scheck, Vorsitzende des Landespflegerates Baden-Württemberg, hält eine Impfpflicht für alle, die im Gesundheitsbereich arbeiten, für nötig: „Jetzt muss man einfach die Reißleine ziehen. Es ist fünf nach zwölf.“

Wie hoch der Anteil nicht Geimpfter unter den Pflegekräften ist, das sei nicht bekannt: Bisher dürfen Arbeitgeber den Impfstatus nicht erfragen; es

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