Waiblingen

Impfstatus der Mitarbeiter: So ist die Lage in den Pflegeheimen in Waiblingen

Alexanderstifts Hohenacker
Das Seniorenzentrum Hohenacker des Alexander-Stifts verfügt über 44 stationäre Pflegeplätze und Kurzzeit- und Tagespflegeplätze. © ZVW/Alexandra Palmizi

Droht in den Heimen bald ein personeller Engpass wegen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht? Diese gilt nämlich vom Mittwoch, 16. März, an – und davon sind natürlich auch die Waiblinger Heime betroffen.

Unsere Redaktion hat beim Haus Miriam, dem Pflegestift am Kätzenbach, dem Haus Elim in Bittenfeld und den Seniorenzentren des Alexander-Stifts in Hegnach und Hohenacker nachgefragt, wie viele ungeimpfte Beschäftigte sie haben – und ob sie die einrichtungsbezogene Impfpflicht eher als Problem sehen.

Haus Miriam: Nur einer ungeimpft

Beim Haus Miriam in Waiblingen-Süd gibt es nach Angaben des Trägers nur noch einen einzigen ungeimpften Mitarbeiter. „Die Ungeimpften sind so gesehen bei uns kein Problem“, betont Friedemann Müns-Österle von der katholischen Paul-Wilhelm-von-Keppler-Stiftung, zu der das Heim gehört. Gemeldet werden dürfe dieser Mitarbeiter dem Gesundheitsamt aber erst am 16. März, nicht vorher.

Bis das Gesundheitsamt eine Entscheidung trifft, darf der ungeimpfte Mitarbeiter erst mal weiter im Haus Miriam arbeiten. Wie lange die Prüfung durch das Gesundheitsamt dauert, dazu kann Friedemann Müns-Österle nichts sagen. Er rechnet allerdings damit, dass sich das Verfahren eher in die Länge zieht – schließlich muss stets im Einzelfall entschieden werden. „Die Gesundheitsämter sind bereits aktuell überlastet.“

Obwohl das Haus Miriam fast nur geimpfte Mitarbeiter hat, wünscht sich Friedemann Müns-Österle in Deutschland eine allgemeine Impfpflicht – und nicht bloß eine einrichtungsbezogene. Denn bei Letzterer ist es so, dass Mitarbeiter eines Heims geimpft sein müssen – nicht aber Angehörige von Bewohnern oder Handwerker, die im Heim etwas reparieren müssen.

Pflegestift: Weniger als fünf ungeimpft

Beim Pflegestift am Kätzenbach, das zum Esslinger Sozialunternehmen Dienste für Menschen (DfM) gehört, muss das digitale Meldeportal zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht nur in wenigen Fällen genutzt werden. „Dienste für Menschen mit dem Pflegestift Waiblingen hält sich an die gesetzlichen Vorgaben – und hat außerdem deutlich weniger als fünf Mitarbeitende im Portal zu melden“, teilt Sprecherin Heike Schneider mit. Weiter betont sie: „Die Impfung schützt und wir möchten keine Mitarbeitenden verlieren.“

Haus Elim: Zwei ungeimpfte Mitarbeiter

Im Haus Elim in Bittenfeld gibt es aktuell nur zwei Beschäftigte, die noch ungeimpft sind. Das teilt Yvette Umbach, die Vorsitzende des Trägervereins der Haus-Elim-Pflegeheime, auf Nachfrage mit. „Wir melden sie fristgerecht.“ Probleme gibt es wegen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht also auch im Haus Elim in Bittenfeld nicht wirklich. Man habe beim Thema Impfen immer wieder intensiv aufgeklärt und versucht, Hilfestellungen zu geben, betont Yvette Umbach. Trotz der hohen Impfquote bei den Mitarbeitern würde es die Vorsitzende des Trägervereins der Haus-Elim-Pflegeheime begrüßen, wenn es eine allgemeine Impfpflicht geben würde – „weil es für die Mitarbeiter fairer wäre“.

Alexander-Stift Hegnach und Hohenacker: Insgesamt vier umgeimpfte Mitarbeiter

Die Impfquote in den beiden Häusern des Alexander-Stifts in Hegnach und in Hohenacker, die zur Diakonie Stetten gehören, beträgt 98 Prozent – und ist damit schon sehr hoch, wie Pressesprecher Steffen Wilhelm betont. „Entsprechend sind es nur noch einzelne Mitarbeitende, die noch keinen Immunstatus nachweisen können.“ So kurz vor Ablauf der Frist werde sich wahrscheinlich niemand mehr impfen lassen. „Zumindest sind uns keine Mitarbeitenden bekannt, die das so kurzfristig noch vorhaben.“ Nach aktuellem Stand wird das Alexander-Stift für die beiden Häuser in Hegnach und Hohenacker insgesamt vier Mitarbeiter ans Gesundheitsamt melden.

Solange die Gesundheitsämter nicht über ein Tätigkeitsverbot entschieden haben, dürfen die Leute weiterarbeiten

Laut Steffen Wilhelm werden die betroffenen Mitarbeitenden der Einrichtungen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ab dem 16. März an die Gesundheitsämter gemeldet, die dann das weitere Verfahren übernehmen. „Solange das Verfahren läuft und die Gesundheitsämter noch nicht über ein Tätigkeitsverbot entschieden haben, dürfen die betroffenen Mitarbeitenden weiterarbeiten.“ Das Gesetz habe hierfür keine besonderen Bedingungen formuliert.

Aus Sicht von Steffen Wilhelm bleibt abzuwarten, wie die Praxis der Gesundheitsämter konkret aussehen wird und ob es in größerem Umfang und dauerhaft zu Tätigkeitsverboten kommen wird. „Sollte das der Fall sein, wäre das eine weitere Verschärfung der ohnehin schon sehr angespannten Personalsituation bei uns. Den Fachkräftemangel haben wir ja schon vor Corona deutlich gespürt.“ Nach mittlerweile zwei Jahren Pandemiezeit und vier vorangegangenen Corona-Wellen seien die Mitarbeitenden sehr erschöpft – und aktuell sei man ja noch mitten in der Omikronwelle.

Kritik von der Diakonie Stetten an der einrichtungsbezogenen Impfpflicht

Durch die Pandemie sind laut dem Diakonie-Sprecher in den vergangenen beiden Jahren extrem viele Zusatzaufgaben auf die Pflegeheime zugekommen. „Durch krankheits- und quarantänebedingte Ausfälle haben wir an einigen Stellen jetzt schon große Mühe, die Angebote aufrechtzuerhalten.“ Die einrichtungsbezogene Impfpflicht sorge in dieser angespannten Gesamtsituation für zusätzliche Verunsicherung und man habe die Befürchtung, dass sie ihre eigentliche Intention verfehlt. „Speziell für unsere Leitungskräfte hat die Impfpflicht einiges an Zusatzaufgaben mit sich gebracht, wie etwa die zahlreichen Aufklärungs- und Motivationsgespräche mit den Mitarbeitenden, aber auch zusätzlichen Aufwand für die Kontrolle unserer externen Dienstleister, Handwerker und Lieferanten und für die Erfassungen und Meldungen an die Gesundheitsämter.“

Solche „Ordnungs- und Kontrollfunktionen“ auf die Pflegeheime zu übertragen ist aus Sicht von Steffen Wilhelm nicht das richtige Signal. „Was wir aktuell viel dringender brauchen, sind positive Signale und Impulse aus der Politik, die den Pflegeberuf attraktiver machen.“

Droht in den Heimen bald ein personeller Engpass wegen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht? Diese gilt nämlich vom Mittwoch, 16. März, an – und davon sind natürlich auch die Waiblinger Heime betroffen.

Unsere Redaktion hat beim Haus Miriam, dem Pflegestift am Kätzenbach, dem Haus Elim in Bittenfeld und den Seniorenzentren des Alexander-Stifts in Hegnach und Hohenacker nachgefragt, wie viele ungeimpfte Beschäftigte sie haben – und ob sie die einrichtungsbezogene Impfpflicht eher als

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