Waiblingen

Impfungen ermöglichen mehr Normalität im Haus Miriam in Waiblingen

Tagespflege
In der Tagespflege ist wieder regulärer Betrieb möglich, mit Hygieneregeln. © Gabriel Habermann

Die Corona-Pandemie hat die Bewohner von Pflegeheimen besonders hart getroffen. Weil sie wegen ihres Alters und viele auch wegen einer oder mehrerer Vorerkrankungen ein besonders hohes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe haben, galten besonders strenge Regeln sowohl für Besuche als auch für den Kontakt der Bewohner untereinander. Mit steigenden Impfzahlen werden auch in den Heimen Lockerungen möglich. Bewohner und Mitarbeiter gehören zur ersten Priorisierungsgruppe und unter ihnen gibt es eine hohe Impfbereitschaft. Wird es womöglich in den Einrichtungen ein fast normaler Sommer?

Nein, sagt Thomas Sixt-Rummel, Regionalleiter der Paul-Wilhelm-von-Keppler-Stiftung, die das Seniorenzentrum betreibt. Genauso wenig wie man einen „ganz normalen“ Urlaub wie vor der Pandemie erwarten könne, obwohl das Reisen wieder möglich sei, müsse man auch und gerade in den Pflegeheimen immer hochsensibel und wachsam sein. „Ich zum Beispiel achte ganz genau darauf, wie ich mich fühle, messe nach wie vor jeden Tag nach dem Aufstehen meine Temperatur“, beschreibt er. Wenn alle so umsichtig seien, könne man viele Gefährdungen ausschließen, und das Verhindern von Infektionen müsse immer das oberste Ziel sein. Ebenso wichtig sei es aber auch, zu ermöglichen, was möglich sei.

Mehr als 90 Prozent der Bewohner geimpft

Deshalb freut er sich sehr auf Mittwoch, 30. Juni. An diesem Tag nämlich werden im Seniorenzentrum Haus Miriam mehr als 90 Prozent der Bewohner den vollständigen Impfschutz haben sowie rund 80 Prozent der Mitarbeiter. Viele konnten erst jetzt geimpft werden, weil es im Dezember einen Corona-Ausbruch in der Waiblinger Einrichtung gegeben hatte und eine Impfung der Genesenen erst nach sechs Monaten möglich ist. Die Zeit um den Jahreswechsel, als es viele Corona-Fälle im Haus Miriam gab, sei für die Bewohner schwierig gewesen: Weder gemeinsames Essen noch Treffen der Bewohner untereinander oder gar organisiertes Programm waren möglich. Auch nachdem das Haus Miriam diese Infektionswelle Mitte Januar im Griff hatte, seien viele verunsichert gewesen, auch Besucher seien zunächst nur zögerlich wiedergekommen.

Inzwischen jedoch sei wieder viel Normalität eingekehrt. „Es gibt in den Wohngruppen wieder einige Angebote wie zum Beispiel die Malgruppe“, berichtet Sixt-Rummel. Besuche sind wieder jederzeit möglich, müssen allerdings noch auf den Zimmern der Bewohner stattfinden. Natürlich gelten bei Besuchen auch die gängigen Hygieneregeln wie Abstandhalten, Handdesinfektion, Registrierung und die Vorlage eines aktuellen negativen Corona-Schnelltests oder eines Impf- oder Genesenennachweises. „Unser Schnelltestangebot im Haus wird immer weniger genutzt, weil es inzwischen überall viele Teststationen gibt und immer mehr Angehörige inzwischen selbst vollständig geimpft sind.“

Von kommenden Mittwoch an wird ins Haus Miriam noch mehr Normalität zurückkehren. „Sind mehr als 90 Prozent der Bewohner vollständig geimpft, sind weitere Lockerungen möglich“, erklärt Sixt-Rummel. Unter anderem müssen Besuche dann nicht mehr ausschließlich in den Zimmern stattfinden. Angebote wie die Malgruppe dürfen auch wohngruppenübergreifend stattfinden. „Wir wollen das behutsam wieder aufbauen, sind gerade noch in der Planung.“ Fest stehe bereits, dass es zum Beispiel wieder gemeinsame Gottesdienste geben werde.

Delta-Variante: Achtsam bleiben, aber nicht ängstlich

Nicht nur im Seniorenzentrum, sondern auch in der Tagespflege Miriam, die zur katholischen Sozialstation gehört, kehrt zurzeit wieder mehr Leben ein. Nachdem zu Beginn der Pandemie bis in den Frühsommer vergangenen Jahres der Betrieb der Tagespflege komplett untersagt war, war viele Monate lang nur ein eingeschränkter Betrieb möglich: „Statt normalerweise zwölf Plätzen konnten nur fünf Gäste in die Tagespflege kommen“, erklärt Sixt-Rummel. Dabei wurde streng darauf geachtet, Kohorten zu bilden und je nach Bedarf entschieden, wer das Angebot am dringendsten benötigt und deshalb nutzen durfte. Viele seien aber auch auf eigenen Wunsch zu Hause geblieben, weil sie Angst vor einer Infektion hatten. Inzwischen dürfen wieder alle Plätze vergeben werden, da auch die Mitarbeiter der Tagespflege sowie die zu Betreuenden inzwischen überwiegend vollständig geimpft sind.

Über die Delta-Variante des Coronavirus macht sich Sixt-Rummel natürlich Gedanken, doch im Moment ist er optimistisch: „Zurzeit sieht es ja so aus, dass die Impfstoffe auch gegen diese Mutation gut wirken.“ Klar sei aber, dass man die Entwicklung genau verfolgen müsse und gegebenenfalls auch mit dem Auftreten weiterer Mutationen rechnen müsse.

Die Corona-Pandemie hat die Bewohner von Pflegeheimen besonders hart getroffen. Weil sie wegen ihres Alters und viele auch wegen einer oder mehrerer Vorerkrankungen ein besonders hohes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe haben, galten besonders strenge Regeln sowohl für Besuche als auch für den Kontakt der Bewohner untereinander. Mit steigenden Impfzahlen werden auch in den Heimen Lockerungen möglich. Bewohner und Mitarbeiter gehören zur ersten Priorisierungsgruppe und unter ihnen

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