Waiblingen

In Waiblingen werden alle ukrainischen Geflüchteten aus dem Kreis registriert

Ankunftsnachweise
Kriminalhauptkommissarin Michaela Wieser scannt die Hände einer Frau. © Alexandra Palmizi

Eine Frau legt eine Hand auf die Scheibe eines Geräts der PIK-Station. Alle Finger werden gescannt. Als Nächstes sind die einzelnen Finger an der Reihe und es wird ein Foto gemacht. Kriminalhauptkommissarin Michaela Wieser gibt Anweisungen und überprüft den Prozess auf dem Bildschirm.

Seit einer Woche unterstützt die Kriminalpolizei Waiblingen die Ausländerbehörden bei der Registrierung von ukrainischen Flüchtlingen mit einer zweiten Personalisierungsinfrastruktur-Komponente, kurz PIK-Station. Seit 2018 ist bereits eine erste PIK-Station, bestehend aus Kamera, Dokumentenprüfgerät, Fingerabdruckscanner, Drucker sowie der dazugehörigen Software, im Rathaus aufgebaut. Damals regte der heutige Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, Benjamin Schock, die Anschaffung einer solchen bis zu 25 000 Euro teuren Station an, nachdem die große Flüchtlingswelle des Syrienkriegs vorbei war. „Im Prinzip erledigen wir hier die Arbeit, die normalerweise in Erstaufnahmestellen gemacht wird“, so Schock. Dabei unterstützt die Stadt Waiblingen mit Bereitstellung ihrer Räumlichkeiten im Bürgerbüro und der PIK-Station die Ausländerbehörden im Landkreis, die in den Großen Kreisstädten angesiedelt sind – neben Waiblingen sind das Fellbach, Backnang, Weinstadt, Schorndorf und Winnenden.

Normalerweise verwende die Kriminalpolizei ihre PIK-Station zur Registrierung von Straftätern, wobei dabei auch sämtliche weiteren Merkmale wie Tattoos registriert werden, wie Michaela Wieser erklärt. Da immer mehr Flüchtlinge nach Waiblingen und in den Rems-Murr-Kreis kommen, ist die Kriminalpolizei unterstützend dabei. „Normalerweise wäre diese PIK-Station für das Revier Winnenden vorgesehen gewesen“, verrät Michaela Wieser. Jetzt ist sie im Trauzimmer aufgebaut, das mittlerweile eher weniger nachgefragt werde, da sich viele Paare für Räume, wie sie Schlosskeller, Kleiner Kasten oder das Bürgerzentrum bieten, entscheiden, so Pressesprecherin Gabriele Simmendinger. Die Tage werden unter den Ausländerbehörden aufgeteilt, welche dann das Rathausteam im Nachbarraum ablöst. Kriminalbeamte sind jeden Tag unterstützend dabei. Bisher wurden 213 Personen registriert, 95 davon durch die Polizei. 60 Personen insgesamt können täglich erfasst werden, wofür jeweils eine halbe Stunde eingeplant wird.

Aktuell leben 1444 Geflüchtete aus der Ukraine im Kreis. Sie alle müssen sich registrieren lassen, um Leistungen beziehen zu können, aber auch krankenversichert zu sein. Gleichzeitig könne überprüft werden, ob „jemand nicht einreiseberechtigt ist oder in einem anderen EU-Staat bereits registriert ist“, so Schock. Eine solche Meldung sei bisher noch nicht eingegangen.

Geflüchtete melden sich zunächst beim Einwohnermeldeamt. Ein bis zwei Wochen später erhalten sie einen Termin für die Registrierung an der PIK-Station. Weitere sechs Wochen dauert es, bis Geflüchtete den Aufenthaltstitel erhalten und für die Dauer von einem Jahr in Deutschland leben und arbeiten dürfen. Danach könne die Aufenthaltserlaubnis verlängert werden, erklärt Benjamin Schock.

Eine Frau legt eine Hand auf die Scheibe eines Geräts der PIK-Station. Alle Finger werden gescannt. Als Nächstes sind die einzelnen Finger an der Reihe und es wird ein Foto gemacht. Kriminalhauptkommissarin Michaela Wieser gibt Anweisungen und überprüft den Prozess auf dem Bildschirm.

Seit einer Woche unterstützt die Kriminalpolizei Waiblingen die Ausländerbehörden bei der Registrierung von ukrainischen Flüchtlingen mit einer zweiten Personalisierungsinfrastruktur-Komponente, kurz

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