Waiblingen

Integration in Waiblingen: Übersetzungen von Corona-Verordnungen sind nun wichtig

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Wegen Corona gibt es laufend neue Regeln - wie etwa die Maskenpflicht auf dem Parkplatz von Supermärkten. © Benjamin Büttner

Wegen Corona gibt es für Ute Ortolf, die Leiterin der kommunalen Integrationsförderung der Stadt Waiblingen, plötzlich neue Herausforderungen. Wer nicht gut Deutsch kann, ist zwingend auf Übersetzungen der Corona-Verordnungen in seine Muttersprache angewiesen. Darauf machte Ute Ortolf in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport (WKS) aufmerksam. Schließlich werden die Regeln aufgrund der dynamischen Lage der Pandemie ständig geändert - wie jetzt bis zum 18. April.

Ute Ortolf erzählte in der Sitzung, wie monatelang reihenweise Präsenz-Sitzungen des Integrationsrats von Waiblingen ausfielen – und wie sie seither versucht, über Telefon und Mails Kontakt zu halten. Schließlich sind die Mitglieder des Integrationsrats alle wichtige Multiplikatoren.

Im Mai tagt der Integrationsrat

Im Februar 2021 fand dann erstmals eine Online-Sitzung des Integrationsrats statt. Im Mai soll es die nächste geben. Bei den Menschen mit Migrationshintergrund in Waiblingen gibt es nämlich laut Ute Ortolf großen Bedarf nach Beratung, etwa in Sachen Vereinsförderung oder bei Hygienekonzepten für Vereinsräume. Gleichzeitig fielen seit Pandemie-Beginn reihenweise Präsenzveranstaltungen aus. Die interkulturellen Wochen 2020 etwa konnten nicht stattfinden.

Viele Angebote in Asylbewerberunterkünften können nicht stattfinden

Die große Frage ist, ob solch ein Event überhaupt virtuell funktionieren kann – immerhin lebt dieser vom persönlichen Austausch und vom Flair. Auch viele Angebote in Asylbewerberunterkünften müssen derzeit pausieren. Andere Projekte wie der ehrenamtliche Dolmetscherdienst erfuhren nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 eine große Nachfrage.

Präventivarbeit leistet das Bündnis „Bunt statt braun“

SPD-Stadtrat Peter Beck erkundigte sich in der Sitzung bei Ute Ortolf danach, wie sie die Lage in Waiblingen in Bezug auf das Thema Rassismus einschätzt. Die Leiterin der kommunalen Integrationsförderung betonte daraufhin, dass sie davon wenig spüre. Dies erklärt sie sich auch mit einer aus ihrer Sicht guten Präventionsarbeit. Beispielhaft nennt Ute Ortolf hier „Bunt statt Braun“ sowie den Waiblinger Integrationsrat.

Sorge um ausländische Pflegekräfte

Stadträtin Dagmar Metzger (ALi) sorgt sich derzeit um jene osteuropäischen Frauen, die als Pflegekräfte nach Waiblingen gekommen sind. „Da herrscht eine große Einsamkeit unter diesen Frauen.“ Sie fragte Ute Ortolf, ob es möglich wäre, auch diese Frauen über die kommunale Integrationsförderung irgendwie zu erreichen.

Ute Ortolf entgegnete, dass die Pflegekräfte oft nur drei Monate da sein, ehe sie wieder in ihr Heimatland zurückkehren. Die Frauen, so die Leiterin der Integrationsförderung, kämen oft über bestimmte Agenturen nach Deutschland. Ute Ortolf will allerdings überlegen, wie sie vielleicht etwas für die Pflegekräfte tun kann. Die Firmen, die diese nach Deutschland vermitteln, arbeiten auch nicht alle auf Basis der Gesetze, wie ein Fall aus Waiblingen zeigt: Im Dezember 2020 wurde bekannt, dass eine Leiharbeitsfirma aus Waiblingen zu Unrecht 1,6 Millionen Euro Kurzarbeitergeld für Pflegekräfte aus Osteuropa bekam.

Virtuell oder hybrid: Noch ist offen, wie die interkulturellen Wochen ablaufen werden

Mit Blick auf die interkulturellen Wochen im Herbst 2021 in Waiblingen will Ute Ortolf versuchen, diese entweder rein virtuell oder als Hybrid-Veranstaltung anzubieten. Letzteres wäre eine Mischung aus Präsenz-Events und Online-Angeboten. Sobald es die Corona-Verordnung hergibt, sollen zudem wieder Integrationsworkshops möglich sein.

In Form eines Impulsreferats sollen dabei Ergebnisse des aktuellen Integrationsberichts des Landes präsentiert werden. Ziel des Workshops ist es auch, dass sich die Teilnehmer untereinander vernetzen.

Wegen Corona gibt es für Ute Ortolf, die Leiterin der kommunalen Integrationsförderung der Stadt Waiblingen, plötzlich neue Herausforderungen. Wer nicht gut Deutsch kann, ist zwingend auf Übersetzungen der Corona-Verordnungen in seine Muttersprache angewiesen. Darauf machte Ute Ortolf in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport (WKS) aufmerksam. Schließlich werden die Regeln aufgrund der dynamischen Lage der Pandemie ständig geändert - wie jetzt bis zum 18.

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