Waiblingen

IT-Experte Alexander Schatz über Microsoft-Betrüger: So schützen Sie Ihr Konto

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Symbolfoto. © pixabay (CC0 Public Domain)

Sie gaukeln am Telefon einen angeblichen technischen Support von Microsoft vor – und versuchen, die Menschen um ihr Geld zu betrügen: Fälle wie die eines Bürgers aus Neustadt, der sich jüngst an unsere Redaktion gewandt hat, sind im Rems-Murr-Kreis kein Einzelfall. IT-Experte Alexander Schatz hat besagtem Neustädter nach dem Betrugsversuch geholfen und dessen Laptop auf Schadsoftware überprüft. Unseren Lesern schildert er, anhand welcher Merkmale sie Betrüger erkennen können.

Zugriff erfolgt über Teamviewer

Laut Erfahrung von Alexander Schatz wird von den Betrügern häufig vorgegeben, man wolle Hard- und Softwareprobleme beheben. „Im einfachsten Fall wird der zu Betrügende dazu gedrängt, dass er einen gewissen Betrag zu entrichten hätte für eine angebliche Dienstleistung, um die Hard- und Softwareprobleme zu beheben.“ Im Extremfall forderten die Betrüger dazu auf, den jeweiligen Rechner für einen Remotezugang freizugeben. Möglich ist das etwa mit der völlig legalen Software Teamviewer.

Der Zugang zum Rechner des Opfers wird dann meist dazu genutzt, um Schadsoftware auf dem Rechner zu installieren, welche es dem Betrüger ermöglicht, Bankdaten oder andere persönliche Daten zu stehlen. „Des Weiteren hätte der Angreifer auch die Möglichkeit, Hardware und Daten zu manipulieren oder zu beschädigen.“

Bei der Betrugsmasche mit dem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter kann das Opfer direkt übers Telefon angerufen werden. „Dabei haben die Betrüger auch die Möglichkeit, die angezeigte Rufnummer so zu fälschen, dass sie mit einer realen Supportnummer der jeweiligen Firma übereinstimmt.“

Gefälschte Fehlermeldungen

Häufig bitte der vermeintliche Support-Mitarbeiter darum, diverse Software zu installieren beziehungsweise in den Systemeinstellungen Änderungen vorzunehmen, um Zugriff auf den jeweiligen Rechner zu bekommen. „Durch den Remotezugriff ist es dem Betrüger dann sogar möglich, gefakte Fehlermeldungen und Systemnachrichten zu senden, um dem Nutzer die Redlichkeit seines Handelns zu unterstreichen.“

Pop-up-Nachrichten sollen verängstigen

Eine weitere Spielart besteht laut Alexander Schatz darin, dass dem Opfer auf einer besuchten Webseite gefälschte Fehlermeldungen mit Angabe einer Supportrufnummer angezeigt werden, welche zu den Betrügern führt. Dabei ist es möglich, dass der Browser in den Vollbildmodus gesetzt wird und Pop-up-Nachrichten angezeigt werden, die nicht entfernt werden können. Diese Pop-up-Nachrichten sollen verängstigen und die Nutzer dazu bewegen, den Support anzurufen. „Hierzu muss erwähnt werden, dass echte Microsoftfehlermeldungen auf keinen Fall Telefonnummern enthalten“, betont Alexander Schatz.

Präventiver Schutz

Wer sich vor solchen Betrügern schützen will, sollte Folgendes beachten:

  • Microsoft oder andere Anbieter werden auf keinen Fall unerwünschte E-Mails senden und auch keine unerwünschten Anrufe tätigen, mit welchen sie persönliche oder finanzielle Informationen einfordern. Diese Firmen melden sich laut Alexander Schatz bezüglich eines technischen Supports nur, wenn es der Benutzer explizit anfordert.
  • Microsoft wird niemals darum bitten, Dienstleistungen mit Geschenkkarten oder Bitcoins zu bezahlen.
  • Microsoft-Software sollte laut dem Experten lediglich von offiziellen Microsoftpartnern oder direkt vom Microsoft-Store geladen werden.
  • Nutzen Sie einen aktuellen Virenscanner.
  • Speichern Sie wichtige Dateien (Schriftstücke, Bilder und so weiter) auf einem externen Datenträger (CD, DVD, externe Festplatte), welcher nicht ständig mit dem Rechner verbunden ist. So können Sie diese Daten nach einer eventuellen Rücksetzung des Rechners noch nutzen.

Was Opfer danach tun sollten

Was aber machen Bürger, die bereits Opfer eines Betrugs wurden? Hier verweist Alexander Schatz auf das, was Microsoft selbst den Leuten rät:

  • Deinstallieren Sie alle Anwendungen, zu deren Installation Sie durch Betrüger aufgefordert wurden.
  • Haben Sie Betrügern Zugriff auf Ihr Gerät gegeben, setzen Sie es zurück.
  • Überprüfen Sie Ihren Rechner mit einem aktuellen Virenscanner.
  • Nutzen Sie alle verfügbaren Sicherheitsupdates für Ihr Betriebssystem.
  • Ändern Sie Ihre Kennwörter.
  • Wenn die Betrüger bereits an Ihr Geld gekommen sind, rufen Sie Ihre Bank an und lassen Sie Ihren Zugang zum Online-Banking sperren.
  • Melden Sie Betrugsversuche dem technischen Support von Microsoft unter diesem Link
  • Und melden Sie den Vorfall natürlich der Polizei.

Sie gaukeln am Telefon einen angeblichen technischen Support von Microsoft vor – und versuchen, die Menschen um ihr Geld zu betrügen: Fälle wie die eines Bürgers aus Neustadt, der sich jüngst an unsere Redaktion gewandt hat, sind im Rems-Murr-Kreis kein Einzelfall. IT-Experte Alexander Schatz hat besagtem Neustädter nach dem Betrugsversuch geholfen und dessen Laptop auf Schadsoftware überprüft. Unseren Lesern schildert er, anhand welcher Merkmale sie Betrüger erkennen können.

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