Waiblingen

Jannis Lenz für den Europäischen Kurzfilmpreis nominiert

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Die 17-jährige Coco in Jannis Lenz' Kurzfilm „Wannabe“: Eine junge Youtuberin baut sich ihre eigene fiktionale Welt. © Lenz

Clermont-Ferrand/Kernen. Der in Wien lebende Stettener Filmemacher Jannis Lenz hat mit seinem Kurzfilm „Wannabe“ nicht nur den ersten Platz beim Internationalen Kurzfilmfestival in Clermont-Ferrand belegt. Er wurde auch für den Europäischen Kurzfilmpreis 2017 nominiert. „Für mich ist das eine ganz große Sache“, sagt er. Im Dezember wird der europäische Kurzfilmpreis in Berlin vergeben.

Nach verschiedenen Nominierungen und etlichen internationalen Erfolgen, etwa mit seinem Film „Schattenboxer“, bedeutet der erste Platz beim Europäischen Kurzfilmfestival im französischen Clermont-Ferrant einen weiteren Höhepunkt im Filmschaffen von Jannis Lenz.

Studium an der Filmakademie Wien

Der Stettener studierte an der Filmakademie Wien. Sein Kurzfilm „Wannabe“, mit dem er jetzt bei einem der weltweit wichtigsten Festivals in Clermont-Ferrand Furore machte, war sein Bachelor-Abschlussfilm. Ein crossmediales Projekt, das im Kino und auf Youtube läuft und das sich mit der Selbstinszenierung einer jungen Frau in ihren Internet-Videos auseinandersetzt.

Es sei der Versuch, die Grenzen des Erzählens auszutesten, sagt Jannis Lenz, der seinen 29-minütigen Kurzfilm in zwei Welten spielen lässt: einmal im Kino, wo er einen Blick hinter die Kulissen wirft, zum anderen in der Youtube-Welt des Internets.

„Es ist ein Versuch, die jungen Leute, die kaum mehr ins Kino gehen, abzuholen, so dass sie auch wieder im Kino Film gucken. Wir haben auch schon Rückmeldungen aus dem Netz, wo Leute fragen: Wo kann man den Film sehen?“

In Berlin ist der Film Kandidat für den europäischen Filmpreis

Zu sehen sein wird „Wannabe“ in jedem Fall im Dezember in Berlin, wenn über 3200 Mitglieder der Europäischen Filmakademie aus den bis dahin nominierten besten europäischen Kurzfilmen den absoluten Sieger küren. Bei der 30. Internationalen Filmpreis-Zeremonie am 9. Dezember in Berlin wird dieser beste europäische Kurzfilm dann vorgestellt.

Über die Nominierung in Clermont-Ferrand ist der Stettener überglücklich. „Das Tolle in dem Fall ist, dass es der Preis eines der wichtigsten Festivals weltweit ist und dass ich für einen noch höheren Preis nominiert wurde. Für mich ist das eine sehr große Sache, denn man kommt in andere Programme rein und der Film tourt so um die Welt.“

Dass es nicht eine Jury ist, die in Berlin im Dezember den europäischen Kurzfilmpreis 2017 vergeben wird, sondern dass alle Mitglieder der europäischen Filmakademie sich die nominierten Filme anschauen und bewerten werden, ist Jannis Lenz wichtig.