Waiblingen

Jetzt ist auch noch der Hocker weg

1/2
dieb
Diese Figur stellen Sandra und Gerald Grau lieber gar nicht erst vor die Tür. © Schlegl
2/2
8b7a1876-199a-4921-a1d9-9cf55515765c.jpg_1
Dieser Hocker wurde gestohlen. © Schlegel

Waiblingen. Ein Rosenbäumchen, eine kleine Gartenbank, im Winter ein Weihnachtsgesteck, im Frühling einen Korb mit Primeln: Viele Frauen dekorieren liebevoll ihre Hauseingänge. Sandra Grau allerdings hat damit wenig Glück. Vor ihrem Haus in der Weingärtner Vorstadt ist in den letzten Jahren vieles verschwunden – zuletzt ein liebevoll bemalter Küchenhocker.

Der Ikea-Hocker hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Den alten verratzten Hocker, den Sandra Grau eigentlich schon längst wegwerfen wollte, besaßen sie und ihr Mann Gerald seit vielen Jahren. Doch dann entschloss sie sich, ihn wieder aufzumöbeln. In stundenlanger Arbeit wurde aus dem schon ausgemusterten Möbelstück ein pfiffiger Hingucker, rot gestrichen, mit weißen Punkten. Nun ist er weg. Verschwunden vor der Haustüre wie zuvor schon die Biotonne, drei Fahrräder, getragene und zum Lüften rausgestellte Joggingschuhe und ein selbst getöpferter Dekoteller aus Ton. Und Sandra und Gerald Grau fragen sich: Wer in aller Welt macht so was?

Die Polizei macht wenig Hoffnung

„Bei der Biotonne dachten wir noch, da will jemand die Müllgebühr sparen“, erzählt Sandra Grau. Allerdings war in dieser Zeit auch den Nachbarn eine gelbe Tonne weggekommen, auf der bekanntlich keine Müllmarke klebt. „Das nächste war mein Fahrrad. Das stand abgeschlossen vor dem Haus.“ Die Polizei habe wenig Hoffnung gemacht, dass das Rad wieder auftauchen würde, und so war es dann auch. Geklaut wurde dann aber auch das Fahrrad, dass sie sich danach kaufte und das ihres Mannes. Und die Diebstähle vor der Haustüre gingen weiter. Besonders traurig ist Sandra Grau allerdings über den verschwundenen Fliegenpilzhocker. „Er hat einen hohen persönlichen Wert für mich. Außerdem kann es doch nicht sein, dass ich auf meinem eigenen Grund und Boden keine Dinge hinstellen kann, ohne sie anzuketten.“ Genau das wird in ihrer Nachbarschaft nämlich bereits praktiziert. Ein Gartenbänkchen oder Deko-Gegenstände an eine Kette hängen? Da fühle sie in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt, sagt Sandra Grau. „Außerdem verliere ich so langsam meinen Glauben an das Gute.“

Vielleicht hat jemand was gesehen

Gleichwohl hat sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den Hocker wieder zu bekommen. „Vielleicht hat ihn ja jemand gefunden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so was klaut und es sich ins Haus stellt.“ Möglicherweise habe ihn jemand nur aus „Spaß an der Freud“ mitgenommen und irgendwo einfach wieder hingeworfen. Falls jemand was gesehen hat: Hinweise nimmt sie gerne per Mail unter s.g.grau@gmx.de entgegen.