Waiblingen

Julia Hermelink-Dangel, Sylvia Nölke und Benjamin Häfele sind die neuen Pfarrer im Bezirk Waiblingen

Ordination GEistliche Pfarrer
Von links nach rechts, hinten: Hendrik Stoppel, Vikar Christian Hölzchen, Schuldekan Martin Hinderer, Pfarrer Dieter Koch, Pfarrer Reimar Krauß, Pfarrerin Cornelia Pfefferle, Pfarrerin Annedore Hohensteiner, Vera Nölke; vorne: Dekan Timmo Hertneck, Pfarrer Benjamin Häfele, Pfarrerin Julia Hermelink-Dangel, Pfarrerin Sylvia Nölke, Vikarin Sophia Weber. © Dekanatamt

Ein freudiger Tag für die angehenden Pfarrerinnen Julia Hermelink-Dangel und Sylvia Nölke sowie den angehenden Pfarrer Benjamin Häfele: Nach zweieinhalb Jahren praktischer Ausbildung und Vorbereitungszeit wurden die Vikare nun in den Pfarrdienst berufen. Dekan Timmo Hertneck nahm ihnen in der Korber Kirche das Ordinationsversprechen ab. Die "Neuen" haben schon einige Erfahrung: Eine hat zuvor im Veterinäramt gearbeitet.

„Sie sind ein Höhepunkt unserer Gemeinde, um die kirchliche Seelsorge zu verkünden. Damit alle, die an Sie glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“, spricht Dekan Timmo Hertneck seinen künftigen Pfarrkollegen das Vertrauen der Kirche aus.

Die Gruppen-Ordination fällt in eine besondere Zeit, wäre aber auch ohne Corona von besonderer Tragweite. Nach Auskunft von Dekan Hertneck kommt es im Kirchenbezirk Waiblingen nur alle zweieinhalb Jahre vor, dass mehrere Vikare gleichzeitig in den Dienst der Kirche gestellt werden. 80 Gläubige dürfen dieses landeskirchliche Ereignis live in der Kirche verfolgen, die Plätze sind alle belegt. Als zweite Gemeinde, als Youtube-Gemeinde, verfolgen 73 Personen vor den Bildschirmen die Zeremonie. Umrahmt von feierlichen Klängen des Organisten und Kirchenchorleiters Matthias Walz begrüßt Schuldekan Martin Hinderer, der den Ordinations-Gottesdienst gemeinsam mit Dekan Hertneck leitet, als Vertreter der Landessynode Jörg Schaal und Antje Fetzer. Unter den Gästen ist auch der Ausbilder im Pfarrseminar, Dietmar Merz.

Psalme sprechen hinter der Gesichtsmaske

Mit dem Rüstzeug, das sie während ihrer Pfarrausbildung erhalten haben, seien sie sehr gut auf ihren besonderen „Glaubensweg“ vorbereitet. Hertneck rät den jungen Pfarrern zu Humor. „Humor lockert auf. Liebe tut gut. Sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen lässt Jesus mehr Raum.“ Natürlich sei die aktuelle Corona-Pandemie bitter und zugleich prägend für die junge Generation an Pfarrern. Das lässt sich am Sonntag auch erleben: Die Anwesenden in der Kirche sprechen den Psalm 31 hinter Gesichtsmasken mit, auch Mund und Nase der jungen Pfarrer sind während der Einsetzung und Segnung verborgen.

Doch gerade angesichts der Masken sagt Hertneck den jungen Geistlichen: „Sie geben dem Pfarrdienst Ihr Gesicht und prägen ihn. Das Amt wird auch Ihr Gesicht prägen.“ Danach legt Hertneck die „Verkündigung des Evangeliums in Wort und Sakrament“ in die Hände der neuen „Mitarbeiter“. Der nüchtern-sachliche Vergleich mit „Mitarbeitern“ ist geistlichen Ursprungs: Hertneck zitiert in der Ordinationspredigt den von Schuldekan Martin Hinderer zuvor gelesenen ersten Brief an die Korinther: „Wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau.“

Vom Veterinäramt ins Pfarramt

Wer sind die drei neuen Pfarrerinnen und Pfarrer? Julia Hermelink-Dangel ist in Römerstein-Donnstetten bei Reutlingen aufgewachsen. Nach einer Ausbildung beim Landratsamt Reutlingen und Berufserfahrung beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt holte sie ihr Abitur nach und studierte evangelische Theologie. Ihren Schwerpunkt Seelsorge habe sie bereits im Studium geschärft. Ein Praktikum in der Klinikseelsorge am Krankenhaus Reutlingen habe das Interesse zusätzlich befeuert. „Menschen in Schwellensituationen zu begleiten, Trost und Hoffnung zu geben oder einfach nur noch den Schmerz mit auszuhalten - das habe ich im Vikariat gelernt, und dafür schlägt mein Herz“, sagt die 35-Jährige.

Sylvia Nölke (30 Jahre) alt, ebenfalls ein Kind der Schwäbischen Alb, ist über die ehrenamtlichen Tätigkeiten ihrer Eltern ins Gemeindeleben hineingewachsen. Viele Jahre als Mitarbeiterin im CVJM in der Jungschar und bei Kinderbibelwochen hätten den Grundstein für den Wunschberuf Pfarrerin gelegt. Nach dem Abitur und einem Jahr als Au-pair in Amerika folgte das Studium der evangelischen Theologie. „Mein Herz schlägt dafür, Gottes Liebe an ungewöhnliche Orte zu bringen, Menschen zu begleiten, ihnen den christlichen Glauben verständlich zu kommunizieren und den Menschen eine Möglichkeit aufzuzeigen, den Glauben in ihren Alltag zu integrieren.“ In einer Zeit, in der Menschen nicht mehr so einfach in die Kirche finden, sei es wichtig, dass die Kirche einen Weg zu den Menschen findet.

Auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen

Benjamin Häfele ist im Mörikedorf Ochsenwang auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen. Die Grundsteinlegung für seinen Glauben verdanke er den Großeltern. In Teenagerjahren habe ihm der Glaube Orientierung, Kraft und Zuversicht gegeben. Irgendwann sei der Zeitpunkt gekommen, da wollte er die „lebensorientierende und befreiende Kraft der Liebe Gottes“ mit anderen teilen. Was er erlebt hatte, brachte er als Erstes in die Jugendarbeit ein. Die „großen Lebensfragen“ hätten ihn dann zum Studium der Theologie geführt - den Pfarrerberuf habe er damals noch nicht in Erwägung gezogen.

Das Studium endete, die Fragen blieben, und so vertiefte er sich in Forschung und Lehre. Aus dem Wunsch heraus, „vom akademischen Nachdenken und Reden über das Leben im Horizont des Evangeliums überzugehen zum Wagnis der Verkündigung dieser frohen Botschaft des Lebens“, habe sich der Berufswunsch des Pfarrers konkretisiert. „Den Menschen nahe sein in Wort und Tat, in einer offenen, modernen Welt“, das mache für ihn den Reiz am Pfarrersein aus. Dekan Timmo Hertneck sagt: „Kirche ist Gemeinschaft. Alle gemeinsam sind Apostel und rufen die Lebensbotschaft von Freude, Mut, Liebe und gutem Gelingen in die Welt hinaus.“ Den jungen Kollegen legt er ans Herz, „diese Gemeinschaft sicht- und hörbar zu machen und weiterzustreuen“. Pfarrdienst mache auch richtig Spaß im Austausch mit der Gemeinde. „Sie brauchen auch die Gesellschaft, die uns zeigt, wo wir im Pfarrdienst gefordert sind und wo unsere Verantwortung auch ihre Grenzen hat“, so Hertneck. Er ermuntert sie, dabei neugierig, aufmerksam, wissbegierig und freudig zu bleiben. „Lassen Sie die Freude am Dienste des Herrn zu. Darum geht es, ein Leben lang.“

Pfarrdienst habe viel mit Selbstlosigkeit zu tun: „Wenn wir für unser Ordinationsversprechen hinstehen, präsent sind, verbunden mit der Kirche, im Namen Jesu Liebe und Hoffnung streuen.“

Ein freudiger Tag für die angehenden Pfarrerinnen Julia Hermelink-Dangel und Sylvia Nölke sowie den angehenden Pfarrer Benjamin Häfele: Nach zweieinhalb Jahren praktischer Ausbildung und Vorbereitungszeit wurden die Vikare nun in den Pfarrdienst berufen. Dekan Timmo Hertneck nahm ihnen in der Korber Kirche das Ordinationsversprechen ab. Die "Neuen" haben schon einige Erfahrung: Eine hat zuvor im Veterinäramt gearbeitet.

„Sie sind ein Höhepunkt unserer Gemeinde, um die kirchliche

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper