Waiblingen

Kein Anstand mehr am Bahnhof

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Gute Reise? Nur vier Prozent derer, die an unserer Umfrage teilnahmen, sind mit dem Bahnhof zufrieden. © Habermann / ZVW

Waiblingen. Fehlende Sitzbänke an den Bushaltestellen, überquellende Mülleimer, Kippen und Vandalismus: Unser Bericht über den Zustand des Bahnhofs hat auf unserer Homepage zvw.de und in Facebook ein großes Leser-Echo ausgelöst. Eindeutig fiel das Votum unserer Umfrage aus: Nur vier Prozent der gut 200 Teilnehmer finden alles prima am Bahnhof. 23 Prozent gaben an, „im Großen und Ganzen“ zufrieden zu sein, während 73 Prozent der Teilnehmer die Zustände schrecklich finden.

Wie berichtet, ist der schmuddelige Zustand des Bahnhofs ein wiederkehrendes Thema im Gemeinderat. Regelmäßig endet die Debatte aber mit dem Hinweis der Verwaltung, dass Bahnhof und Vorplatz in der Verantwortung der Bahn liegen. Nun hat die SPD trotzdem einen Vorstoß gemacht. Fehlende Sitzbänke an den Bushaltestellen sollen auf Kosten der Stadt ersetzt werden, lautete der Antrag.

Ärgerlich: Tagelange Ausfälle der Aufzüge

Unser Bericht hat ein lebhaftes Echo ausgelöst. Ein neuer Anstrich der Unterführung und eine neue Beleuchtung auf LED-Basis würden schon viel ausmachen, schreibt ein „Bahnreisender“ auf www.zvw.de. Damit würde die Unterführung nicht nur heller, die LED-Beleuchtung würde auch weniger Strom verbrauchen.

Ärgerlich seien die tagelang anhaltenden Ausfälle des Aufzugs am Bahnhof: Was bei einem Heizungsnotdienst klappt – kurzfristige Verfügbarkeit auch am Wochenende –, müsse doch auch bei den Aufzügen möglich sein.

Aus öffentlichen Einrichtungen werden öffentliche Müllhalden

Dass nicht nur die Bahn, sondern auch die Bürger für die Zustände verantwortlich sind, betont ein anderer Leser: Dass dieser Bahnhofs-Vorplatz so aussieht, wie er aussieht, liege ursächlich an denen, die Dreck und Abfälle jeglicher Art verursachen.

Ein Problem in allen öffentlichen Einrichtungen und Plätzen. „Wir, diese Egomanen-Gesellschaft, sind die Verursacher, wir, die wir verlernt haben, was es heißt, Anstand und Benehmen zu leben.“ Zivilcourage sei gefordert, damit öffentliche Einrichtungen trotz aller Mängel nicht zu öffentlichen Müllhalden verkommen.

„So unattraktiv sieht es in vielen Regionalbahnhöfen rund um Stuttgart aus“, meint ein anderer Leser. Um einen Bahnhof in Schuss zu halten, müsse man Geld einsetzen und Personal, das auch präsent ist.

„Einfach komplett neu machen"

Das Thema Vandalismus am Bahnhof greift ein Leser in Facebook auf: Warum solle man immer alles neu machen, was gerade zerstört wurde, fragt er und rät: „Mal lassen, bis die Leute begreifen, dass man mit fremden Sachen sorgsam umgehen soll.“

„Einfach komplett neu machen. Das würde Waiblingen echt nicht schaden“, meint dagegen ein anderer Facebooknutzer. Bänke im Regen, Stehplätze ohne Schatten, beklagt eine Frau. Schade für alle, die sich am Waiblinger Bahnhof aufhalten oder durchreisen müssen, findet eine andere Facebook-Nutzerin die Zustände.

Das Problem seien ja nicht nur die Bänke, „es wäre auch toll, wenn die Aufzüge funktionieren würden“. Und alles, was erneuert wird, werde sinnlos wieder mutmaßlich gewaltsam zerstört wie das Häusle am Gleis 5.


Die Bahn ist zum Gespräch bereit

  • Nach dem Vorstoß der SPD-Fraktion im Gemeinderat sucht der Gemeinderat nun das direkte Gespräch mit den Verantwortlichen der Bahn.
  • Offen für ein Treffen auf dem Bahnhof oder eine Diskussion im Gemeinderat zeigt sich Bahnhofsmanager Nikolaus Hebding, der für 93 Stationen zuständig ist: Generell sei er um einen kurzen Draht bemüht, ließ er über einen Bahnsprecher ausrichten.
  • Im März hat der Gemeinderat den Bau eines Biketowers am Bahnhof beschlossen. Keine Mehrheit fand sich für den Verwaltungsvorschlag, im Zuge der Baumaßnahmen den unmodernen und unübersichtlichen Vorplatz umzubauen.