Waiblingen

Keine Fische im Zipfelbach in Waiblingen-Bittenfeld zu sehen - woran liegt das?

Zipfelbach
Der Zipfelbach bei Bittenfeld. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI

Schon seit mehreren Wochen fragt sich Eduard Firus, warum im Zipfelbach in Bittenfeld keine Fische mehr zu sehen sind – und wieso sich dort bis jetzt keine Vegetation bildet. Im Vorjahr, schreibt der Bittenfelder, sei das anders gewesen.

Unsere Redaktion hat bei der Waiblinger Stadtverwaltung nachgefragt, was der Grund dafür ist – und ob das beschriebene Phänomen überhaupt ein Problem darstellt.

Die Lage am Talauesee und im Zipfelbach

Der Fachbereich Städtische Infrastruktur teilte nun mit, dass beim Talauesee in Waiblingen am Randbereich ebenfalls keine Fische zu sehen seien. Dafür gebe es aber ganz viele Jungfische zwischen den Sitzstufen und Inseln bei den Remsterrassen. „Dort ist das Wasser mit etwa zehn Zentimetern Höhe sehr seicht und warm, vor allem wenn die Sonne scheint“, erläutert der Fachbereich Städtische Infrastruktur.

Solange das Wasser allgemein recht kalt sei, was beim Talauesee aufgrund der Tiefe und beim Zipfelbach aufgrund der Strömung der Fall ist, stünden die Fische eher am Grund und hielten sich versteckt.

"Keine Auffälligkeiten" bei Sichtprüfung

„Die Vegetation fängt ebenfalls erst an zu wachsen. So sind beispielsweise keine Seerosenblätter beim Talauesee an der Oberfläche“, erklärt der Fachbereich Städtische Infrastruktur. Insekten gebe es ebenfalls sehr wenige. „Warum sollen die Fische bei einem derart geringen Nahrungsangebot umherschwimmen? Das verbraucht nur Energie bei gleichzeitig geringer Chance auf Beute.“

Das Amt für Umweltschutz des Rems-Murr-Kreises beschäftigte sich ebenfalls mit der von Eduard Firus am 26. April gemeldeten Beobachtung. Daraufhin wurde der Zipfelbach südlich von Bittenfeld am 29. April durch Mitarbeiter Felix Salwik kontrolliert. „Bei einer Sichtprüfung konnten keine Auffälligkeiten am Zipfelbach festgestellt werden“, schreibt Felix Salwik. Messungen des pH-Wertes seien unauffällig gewesen.

Amt: „Gute Gewässergüte“

Bei einer genaueren Untersuchung mehrerer Steine an der Gewässersohle konnte das Amt für Umweltschutz mehrere Köcherfliegenlarven und ein hohes Aufkommen von Bachflohkrebsen feststellen. „Vor allem das Vorkommen von Köcherfliegenlarven spricht für eine gute Gewässergüte.“ Fische wurden bei der Begehung laut Felix Salwik keine gesichtet, dies sei aufgrund der Witterung (strahlender Sonnenschein) jedoch nicht ungewöhnlich. Daher könne eine fehlende Fauna des Zipfelbaches nicht bestätigt werden.

„In Winnenden wird derzeit zudem ein umfangreiches gewässerökologisches Gutachten für den Zipfelbach erstellt. Dies wird zusätzliche Informationen über den Zustand des Zipfelbaches ergeben“, heißt es von Seiten des Amts für Umweltschutz. Dass im Zipfelbach keine Pflanzen oder Gräser wachsen, kann laut Felix Salwik für diesen Gewässertyp als normal angesehen werden.

Geringer Nährstoffgehalt

Aufgrund der Beschattung und des geringen Nährstoffgehalts sei ein geringer Bewuchs im Gewässer selbst typisch. Ein übermäßiges Algen- respektive Pflanzenwachstum im Gewässer würde laut Salwik für eine Nährstoffüberbelastung sprechen.

Schon seit mehreren Wochen fragt sich Eduard Firus, warum im Zipfelbach in Bittenfeld keine Fische mehr zu sehen sind – und wieso sich dort bis jetzt keine Vegetation bildet. Im Vorjahr, schreibt der Bittenfelder, sei das anders gewesen.

Unsere Redaktion hat bei der Waiblinger Stadtverwaltung nachgefragt, was der Grund dafür ist – und ob das beschriebene Phänomen überhaupt ein Problem darstellt.

Die Lage am Talauesee und im Zipfelbach

Der Fachbereich Städtische

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