Waiblingen

Kernen beginnt mit einer Ladestation

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Kernen will mit einer Ladesäule beginnen, die über das Portal Ladenetz.de abrechnet. © Palmizi / ZVW

Kernen. Elektromobilität ist eine saubere Sache. Kernen will mit einer ersten öffentlichen Ladestation für E-Autos auf dem Parkplatz Tulpenstraße dazu beitragen, dass es mit der umweltfreundlichen Technologie vorangeht. Rund 20 000 Euro soll die Ladesäule T 22 der Firma Mennekes kosten. Die Installation im Laufe des Jahres liege im Bereich des Möglichen, sagte gestern Gabriele Laxander vom Remstalwerk. Auf weitere Standorte, etwa beim Bahnhof und in der Stettener Weinstraße, verzichtet der Gemeinderat – vorerst.

Mit der ersten Kernener Stromzapfsäule hinterm Ärztehaus will das Rathaus die Auslastung und damit den Bedarf an weiteren Ladestationen als Grundlage für einen Masterplan Elektromobilität ermitteln. Das Bauamt hatte in einem ersten Durchgang drei Standortvarianten vorgeschlagen: Bahnhof Rommelshausen, Parkplatz Weinstraße in Stetten und eben den Ladepunkt auf dem neuen Parkplatz Tulpenstraße.

Dabei entsprechen die Baukosten am Bahnhof wegen der teuren Tiefbaumaßnahmen abzüglich eines in Aussicht gestellten Zuschusses der Region in etwa den Ausgaben, die für die beschlossene Ladesäule in der Tulpenstraße anstehen: 22 900 Euro. Eine dritte Anlage, die das Bauamt auf längere Sicht erwägt, stünde auf dem neuen Parkplatz in der Stettener Weinstraße. Kosten: 26 000 Euro.

Die Ladesäulen, die Kernen beschafft, wären über den Stadtwerke-Verbund Ladenetz.de deutschland- und europaweit an eine Datenroaming-Plattform angeschlossen. So stünden Kunden des Remstalwerks mit einer Karte über 12 000 Stationen zur Verfügung.

Das Remstalwerk gewährleistet den Betrieb

Abhängig vom Fahrzeugtyp dauert der Ladevorgang an einer T-22-Säule der Firma Mennekes Elektrotechnik etwa drei Stunden. Die Station kann zwei E-Mobile mit einer Ladeleistung von je 22 kW parallel aufladen. Die Anschaffungskosten von 20 253 Euro in der Tulpenstraße, für die es keine Fördermittel gibt, trägt die Gemeinde komplett.

Das Remstalwerk gewährleistet den Betrieb und die Regelwartung, es übernimmt mit einer 24/7-Stunden-Hotline die Behebung von Störungen. Abgerechnet wird die Ladekarte über das Portal Ladenetz.de. Das Remstalwerk sagt darüber hinaus zu, 30 Prozent des Rohertrages der Gemeinde Kernen zurückzuerstatten. Das ist nicht viel, es entspricht laut Geschäftsführerin Laxander 500 bis 1000 Euro jährlich.

Gemeinderat Christoph Leibbrand (OGL) hält das Pferd für verkehrt herum aufgezäumt, wenn die Gemeinde jetzt mit einer Pilot-Ladesäule in Rommelshausen startet, ohne dass überhaupt ein Masterplan vorliegt. „Wir sollten mit einer geringen Zahl anfangen und uns Gedanken machen, wo man es am besten aufstellt. Den Standort in Stetten sehe ich nicht, auch nicht den am Römer Bahnhof.“

Fraktionskollege Matthias Kramer sieht es ähnlich: „Wichtig an einem Standort ist doch, ob man etwas erledigen kann. Ist die Weinstraße da wirklich ein guter Standort?“ Bei einer Ladestation am Bahnhof fürchtet Kramer eine achtstündige Blockade, wenn einer sein Auto anschließt, mit der S-Bahn ins Geschäft fährt und das Gefährt dann bis zu seiner Rückkehr stehen lässt. Das sei auch nicht erlaubt.


Kreisweiter Zuwachs

Laut Auskunft des Landratsamtes nimmt die Zahl der angemeldeten E-Pkw und Hybrid-Fahrzeuge mit Plug-in zu. Ende 2016 gab es 247 E-Pkw im Landkreis, Mitte 2018 schon 509.