Waiblingen

Kinder-Fahrrad-Demo "Kidical Mass" in Waiblingen am 3.4. - Autos müssen warten

Vorbericht zur Kidical-Mass
Kinder möchten mit ihren Fahrrädern angstfrei am Straßenverkehr teilnehmen können. © ZVW/Benjamin Büttner

Mit ihrer Teilnahme an der Fahrrad-Demonstration „Kidical Mass“ setzen Eltern und Kinder in Waiblingen am Sonntag, 3. April, ein Zeichen für ein kinderfreundlicheres Straßenverkehrsrecht. Die bundesweite Aktion wurde vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ins Leben gerufen. In Waiblingen startet die etwa einstündige Tour um 14 Uhr am Karo-Familienzentrum am Alten Postplatz. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Die Aktion ist angelehnt an die sogenannte „Critical Mass“, bei der Radfahrer in zahlreichen Städten zusammenkommen und gemeinsam auf der Straße fahren, um auf die Rechte gegenüber dem Autoverkehr aufmerksam zu machen.

Die etwa fünf Kilometer lange Tour führt entlang der „Problemstrecken“

Ob mit dem Fahrrad, Laufrad oder im Anhänger: „Familien und jeder, der uns unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen mitzufahren“, sagt Elke Braun. Als langjähriges Mitglied des ADFC Waiblingen hat sie sich für die erstmalige Umsetzung der Aktion in Waiblingen starkgemacht. Für die Mutter dreier Kinder ist es auch ein persönliches Anliegen, mehr Sicherheit für Radfahrer einzufordern.

Die Radstrecke ist etwa fünf Kilometer lang und so gewählt, dass kaum Steigungen zu bewältigen sind. „So können auch die ganz Kleinen mitfahren“, sagt Elke Braun. Wer mit dem Laufrad dabei sein möchte, sollte beachten, ein Lastenrad oder eine andere Transportmöglichkeit mitzubringen. Mit drei Wendepunkten entlang der Strecke ist es für Eltern aber auch möglich, eine Pause mit ihren Kindern einzulegen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Tour einzusteigen.

Diese führt vor allem entlang der Strecken, die für Radfahrer sonst tabu sind. Befahren werden die Alte Bundesstraße , An der Talaue sowie die Schorndorfer Straße . Damit soll Aufmerksamkeit für Radfahrer im Straßenverkehr geschaffen werden. Die Aktion findet im Rahmen des Ostermarktes in Waiblingen statt, auf dem der ADFC auch mit einem eigenen Stand auf der „grünen Meile“ vertreten ist. Von 11 bis 18 Uhr gibt es hier Informationen, einen Dunkeltunnel zum Ausprobieren und ein Codiergerät für Fahrräder.

Autofahrer dominieren die Straßen in Waiblingen

„Mit Kindern als Schwerpunkt der Aktion hat der ADFC in diesem Jahr eine neue Zielgruppe ins Visier genommen“, sagt Elke Braun. „Kinder sollen erleben, wie schön es sein kann, in der Stadt Fahrrad zu fahren.“ Damit sie etwa auch den Weg zur Schule radeln, statt von den Eltern mit dem Auto gebracht zu werden. Für letzteres Phänomen mitverantwortlich hält Elke Braun die Dominanz der Autofahrer auf der Straße. Kinder hätten kaum die Möglichkeit, gesehen zu werden.

Nicht zuletzt sei es die Größe der Autos, die die kleinen Radfahrer abschrecke. Daher trauten sich viele nicht zu, alleine mit dem Rad unterwegs zu sein. Die Radwege, die abseits des Verkehrs bestehen, seien „länger, weniger zielführend und vor allem dunkel“, sagt Elke Braun. Eine Verbesserung der Situation für Radfahrer soll nicht nur den Kindern zugutekommen. „Dadurch, dass Eltern ihre Kinder überall hinfahren müssen, geben sie viele Ressourcen her.“

Der Fahrradclub stellt konkrete Forderungen 

Mit der Demo stellt der ADFC vier konkrete Forderungen: „Alle Kinder und Jugendlichen können sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen“, „Alle Menschen sollen angstfrei Radfahren können“, „Ein sicheres Schulradwege-Netz“ und „Tempo 30 für sicheren Straßenverkehr innerorts“. Der Straßenraum müsse laut Elke Braun für Radfahrer geöffnet werden. Die Straße sei schließlich für alle da. Tatsächlich regelt die Straßenverkehrsordnung die Nutzung der Straße für Radfahrer. Darin heißt es: „Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch Zeichen angeordnet ist.“ Kinder bis einschließlich sieben Jahre müssen allerdings immer auf dem Geh- oder Radweg fahren.

Dass nicht nur Kindern das Sicherheitsgefühl auf den Waiblinger Straßen fehlt, zeigt der Fahrrad-Klima-Test des ADFC aus dem Jahr 2020. Er bildet die Zufriedenheit der Radfahrer bundesweit ab. Das Ergebnis: Waiblingen schließt mit der Gesamtnote 4,1 ab. Besonders kritisch bewerten Radfahrer das Sicherheitsgefühl, mit der Note 4,5. Aber auch die Konflikte mit Kraftfahrzeugen (4,4) sind ein Störfaktor.

Buslinien verspäten sich und der Verkehr wird verlangsamt

Nach Angaben der Stadt werden für die Fahrrad-Demonstration am Sonntag keine Straßen gesperrt. Die Polizei begleite den Fahrradzug und sorge für Sicherheit. Alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich hinter den Radfahrern aufhalten. Dadurch könne es vereinzelt zu einer Verlangsamung des Verkehrs kommen. Bei den Buslinien 207, 208, 209, und 218 kommt es laut OVR zu Verspätungen.

Mit ihrer Teilnahme an der Fahrrad-Demonstration „Kidical Mass“ setzen Eltern und Kinder in Waiblingen am Sonntag, 3. April, ein Zeichen für ein kinderfreundlicheres Straßenverkehrsrecht. Die bundesweite Aktion wurde vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ins Leben gerufen. In Waiblingen startet die etwa einstündige Tour um 14 Uhr am Karo-Familienzentrum am Alten Postplatz. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Die Aktion ist angelehnt an die sogenannte

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