Waiblingen

Kinder spielen im Natur-Camp auf dem Finkenberg

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Waiblingen. Seit Betriebsbeginn anno 2014 wächst die Jugendfarm auf dem Finkenberg stetig. Nicht zuletzt mit Hilfe der Kinder, die sie besuchen – darunter in diesem Jahr erstmals Kinder von Waiblinger Flüchtlingen. Beim Sommerferienprogramm helfen sie, die farmeigene Hüttenstadt auszubauen. Andere Workshops gibt’s natürlich auch: mit Filzwolle, Farbpinsel und Fußball.

„Jetzt schau’s dir schon an!“ Ungeduldig zerrt ein junges Mädchen am T-Shirt ihres Ferienbetreuers. Dann eilt sie zurück an ihr Projekt: Energisch treibt sie eine Einschlag-Bodenhülse in den Wiesengrund. Drei weitere stecken bereits fest: die Eckpfeiler einer neuen Holzhütte auf den Hügeln der Jugendfarm auf dem Finkenberg.

Schon seit zwei Jahren wird dort regelmäßig das Natur-Camp als Ferienprogramm von der Stadt Waiblingen und dem Verein Jugendfarm angeboten. Los ging’s auf der ehemaligen Erddeponie im Spätsommer 2014 unter eher behelfsmäßigen Umständen: mit kaum mehr als einer Umzäunung und einem Bauwagen – oder: naturnah und mit viel Raum zum Gestalten.

Seither wächst die Farm, nicht zuletzt durch den Einsatz ihrer jungen Ferienbesucher. Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis 16 Jahren sind beim Sommerferienprogramm dabei. Mit ihrer Hilfe entsteht auf einem Gipfel des welligen Geländes eine Hüttenstadt aus ein- und mehrstöckigen Holzhäuschen, mit Säge, Hammer, Schraubenzieher und viel Muskelschmalz.

Zum ersten Mal dabei: Waiblinger Flüchtlingskinder

Beim Camp sind in diesem Jahr erstmals auch Kinder von Flüchtlingen aus dem Marien- und dem Heim Neustadt sowie den Waiblinger Ortschaften dabei. „Die Grundidee des Ganzen ist, dass man Integration über Natur und logische Handlungsabläufe versucht“, erklärt Herbert Weil, Abteilungsleiter der städtischen Kinder- und Jugendförderung. Sprachlich funktioniert es so weit gut: „Die Kinder sind unheimlich fix beim Lernen“, berichtet Weil. Manche schwäbeln schon ordentlich, wie er findet.

Für sprachliche Engpässe sind zwei Syrer dabei, die bei arabischen Übersetzungen aushelfen. „Am Anfang war es verwirrend für die Kinder“, beobachtet Anette Mayer, die pädagogische Leiterin der Ferienbetreuung. Inzwischen sei das anders, die Kinder aus Syrien, Afghanistan und dem Kosovo trauten sich, mehr auf ihre deutschen Altersgenossen zuzugehen.

Diese Beobachtung bestätigt auch Muhammad Jamal Rashou, einer der Übersetzungshelfer. Zu Beginn hätten die Kinder Angst gehabt, über die Sprachbarriere hinwegzusteigen. „Nach zwei Stunden sind sie viel entspannter.“ Er werde deshalb vor allem gebraucht, um einzelne Aufgaben zu erklären, auf Regeln hinzuweisen oder bei Problemen im Gespräch beizuspringen.

Alles Weitere ist oft selbsterklärend. Die fünf Morgengruppen sind mit Farben gekennzeichnet. Die Workshops können nach Interesse ausgewählt werden und beschäftigen vor allem Hände und Augen: Im Bastellager auf dem Hügel gegenüber der Hüttenstadt können die Kinder zwischen bunt bemalten Bauwagen, Zirkuszelt und Pavillon farbenfrohe Schlüsselanhänger aus Filzwolle zwirbeln, auf Staffeleien Wiesen malen, eigene „Visitenkärtchen“ mit Gräsern, Blüten, Kieseln und Erde bekleben, Fußball spielen und nebenan Schafe streicheln. Oder eben mit Mund und Händen plaudern: Denn wie leicht lernen Menschen sich übers gemeinsame Werken kennen!

Betreuter Spielplatz

Rund 65 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren waren zu Beginn der ersten Natur-Camp-Woche dabei. Etwa die Hälfte davon lebt in Flüchtlingsheimen.

Die Jugendfarm versteht sich als eine Art „pädagogisch betreuter Spielplatz“: Gefördert werden Integration, Umweltbewusstsein, Selbstständigkeit und aktive Beteiligung der Kinder.