Waiblingen

Kinderhaus Mitte: Delta-Verdacht noch nicht ausgeräumt - dafür bald Lockerungen an Schulen

Kinderhaus Mitte
Spielplatz des Kinderhauses Mitte an der Ludwigsburger Straße in Waiblingen. © ALEXANDRA PALMIZI

Über die Corona-Infektionen am Kinderhaus Mitte in Waiblingen besteht weiter Unklarheit. Es steht der Verdacht im Raum, hinter den Ansteckungen könnte die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus stecken, die zuerst in Indien entdeckt wurde. Fünf Kinder und zwei Betreuungskräfte des Kindergartens sind infiziert. Bei einem dieser positiven Testergebnisse wurde bei der Sequenzierung die Mutation L452R nachgewiesen, die auch bei der Delta-Variante vorkommt.

Derzeit laufen weitere Sequenzierungen. Wann die Ergebnisse kommen, ist unklar. „Aber für die Maßnahmen ist dies nicht ausschlaggebend, denn bereits beim Bekanntwerden des ersten Sequenzierungsergebnisses wurden sofort alle Maßnahmen eingeleitet, als läge die Variante vor“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Hesky das Vorgehen in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden – wegen des Delta-Verdachts ist auch das Landesgesundheitsamt involviert.

Familien unter Druck

Hinweise, wo die Infektionen stattfanden, ob sie vielleicht mit Reiserückkehrern zu tun haben, gibt es derzeit ebenfalls keine. „Die weiteren Testergebnisse werden zeigen, ob das Virus verbreitet ist. Wir alle hoffen natürlich, dass dies nicht der Fall ist“, so der Rathauschef weiter.

Weil die oberste Priorität lautet, die Verbreitung des Virus einzudämmen, wurden jetzt alle 150 Kinder und das gesamte Personal in Quarantäne geschickt. Eine angespannte Situation, wegen der quälenden Ungewissheit – und wegen des herrlichen Sommerwetters, bei dem alles nach draußen drängt. Dennoch: „Viele Eltern hatten Verständnis“, sagt die Kita-Leiterin Jessica Ganszki. Es gab Nachfragen von Eltern zu den Abläufen und Fristen sowie den bisherigen Vorsichtsmaßnahmen. Für die Fragen haben sie großes Verständnis, versichert die Leiterin. „Die Eltern sind ja zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Betreuung ihres Kindes angewiesen.“ Darum liege ihr daran, die Familien auf dem weiteren Weg mitzunehmen und verbleibende Fragen zu klären.

Skepsis bei Lockerungen

Die Kinder reagierten grundsätzlich unterschiedlich und sehr individuell auf die Pandemie allgemein und die aktuelle Situation. Kinder bräuchten die Kontakte untereinander „dringend“ zu einem gesunden Aufwachsen – aber gerade aus gesundheitlichen Gründen müssten diese Kontakte jetzt unterbleiben. Vor allem bei Kleinkindern stellen die Erzieherinnen fest, dass zwei Wochen Quarantäne einen großen Einschnitt bedeuten. „So manches Kind unter drei Jahren muss nach der Quarantäne wieder neu eingewöhnt werden.“ Entsprechend gehe das Team einfühlsam und nach bewährten pädagogischen Methoden vor. „In jedem Falle halten wir den Kontakt zu den Familien.“

Während im Kinderhaus der Delta-Verdacht fortbesteht, plant das Land, die Maskenpflicht an Schulen aufzuheben. Bei einer stabilen Inzidenz von unter 50 soll die Maskenpflicht auf Schulhöfen entfallen. Außerdem auch im Unterricht, wenn die Inzidenz im Kreis stabil unter 35 liegt. Der Rems-Murr-Kreis liegt seit Tagen eher knapp als deutlich darunter, aber: Acht Waiblinger Schulen erfüllen die Voraussetzungen, weil an ihnen zwei Wochen keine Corona-Fälle auftraten. OB Hesky sieht diese Lockerungen mit gemischten Gefühlen: „Unabhängig vom Auftreten einer Virusvariante im Kinderhaus Mitte sind die allgemeinen Lockerungsdiskussionen zwar verständlich, weil die Menschen sich nach mehr Normalität sehnen, gleichwohl ist das Virus bei weitem noch nicht besiegt oder gar verschwunden.“ Das werde besonders in England deutlich. Dort ist Delta die dominierende Variante, auch in anderen Ländern, etwa in den USA, ist sie auf dem Vormarsch.

„Den Infektionsschutz und die Vorsichtsmaßnahmen, die wir so lange durchgehalten haben, dürfen wir jetzt nicht einfach über Bord werfen.“ Das würde die erreichten Erfolge im Kampf gegen die Pandemie zunichtemachen. „Es gilt, weiterhin mit Umsicht und Augenmaß vorzugehen.“

Über die Corona-Infektionen am Kinderhaus Mitte in Waiblingen besteht weiter Unklarheit. Es steht der Verdacht im Raum, hinter den Ansteckungen könnte die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus stecken, die zuerst in Indien entdeckt wurde. Fünf Kinder und zwei Betreuungskräfte des Kindergartens sind infiziert. Bei einem dieser positiven Testergebnisse wurde bei der Sequenzierung die Mutation L452R nachgewiesen, die auch bei der Delta-Variante vorkommt.

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