Waiblingen

Kinderporno-Bilder auf dem Laptop

Amtsgericht_0
Auch kleine Parkrempler lieber sofort melden. Alles andere wird mit hohem Geldbußen bestraft. © Ramona Adolf

Waiblingen. Fünf kinder- und jugendpornografische Fotos haben Ermittler auf dem Laptop eines 46-jährigen Fellbachers gefunden. Allerdings in einem nicht offen zugänglichen Bereich auf der Festplatte. Dass er sie absichtlich heruntergeladen hat, bestreitet der Mann. Und wird schließlich freigesprochen.

Es deutet einiges darauf hin, dass sich der Mann die Bilder – sie zeigen unter anderem den Missbrauch eines achtjährigen Mädchens und eines gleichaltrigen Jungens – gegen seinen Willen im Netz eingefangen hat. Sie waren in einem nicht offen zugänglichen Bereich der Festplatte seines kaputten Laptops gespeichert, der zum Überschreiben freigegeben war (Fachleute sprechen vom „unallocated space“, also „nicht zugeteiltem Raum“). Die Dateigröße der Bilder war laut Polizei sehr gering. Ohne ein Spezialprogramm, wie die Kriminalbeamten es zur Verfügung haben, hätte ein Laie die schlimmen Fotos gar nicht auf dem Laptop finden können. Die Möglichkeit, dass der Mann die Bilder zwar heruntergeladen, aber später gelöscht hat und sie so in diesen toten Winkel der Festplatte gelangten, besteht zwar – beweisen lässt sich das aber nicht. Auch deuten keine Indizien, etwa Spuren, die der Mann bei der Suche nach einschlägigen Inhalten im Internet hinterlassen hätte, in diese Richtung.

Ein „Gschmäck’le“ bleibt

Der Vater einer 17-jährigen Tochter hat sich zudem strafrechtlich bislang nichts zuschulden kommen lassen. Die Bilder hat die Polizei eher zufällig gefunden, als sie den Laptop des Mannes wegen eines anderen Vorwurfs durchleuchtete. Um was es bei der Hausdurchsuchung im März 2015 ging, wird vor Gericht nicht thematisiert, fest steht aber: Auch diese Ermittlungen führten schließlich mangels Tatverdacht ins Leere und wurden fallengelassen.

So war der Freispruch die logische Konsequenz der Sitzung am Amtsgericht. Zur Verhandlung war es gekommen, weil der Angeklagte gegen einen Strafbefehl wegen des Besitzes von Kinderpornografie Einspruch erhoben hatte. Selbst der Staatsanwalt plädierte in seiner abschließenden Rede auf Freispruch, meldete aber dennoch Zweifel an der weißen Weste des Mannes an. Es mangele an Beweisen, die Menge der Fotos sei gering, der Laptop kaputt und seit 2013 nicht mehr in Betrieb gewesen. „Es steht einfach nicht fest, dass er sich die Bilder wissentlich beschafft hat“, so der Ankläger, somit dürfe es auch kein Urteil geben. Aber: „Es ist klar, dass die Sache ein G’schmäckle hat. Das wird auch bleiben.“

Nichtsdestotrotz, schloss die Richterin: „Der Wille zum Besitz dieser Bilder ist beim Angeklagten nicht erkennbar.“ Der Rechner war außer Betrieb, seitdem der Bildschirm vor rund drei Jahren beschädigt worden war. Sämtliche andere Geräte des Mannes – vom Handy bis zum neuen Laptop – waren frei von Kinderpornografie.