Waiblingen

Kita am Rötepark: Investoren unerwünscht

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Symbolbild. © Pixabay Creative Commons CC0

Waiblingen. Die Stadt wird beim Rötepark nicht nur die Turnhalle bauen, sondern auch die Kita und die darüberliegenden Mietwohnungen selbst erstellen. Das hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Zuvor hatten OB Andreas Hesky und Baubürgermeisterin Birgit Priebe nochmals eindringlich davor gewarnt: Das Projekt werde über fast drei Jahre einen großen Teil der Kräfte im Hochbauamt binden. Andere ebenfalls wichtige Projekte müssten geschoben werden.

Angesichts personeller Engpässe im Bauamt war die Stadtverwaltung davon ausgegangen, den Bau des viergruppigen Kindergartens und der günstigen Mietwohnungen in einem Wettbewerb an ein Architekten-/Investorendoppel zu vergeben. Vom Investor wollte die Stadt den fertiggestellten Kindergarten für 25 Jahre anmieten, für die Wohnungen sollten Belegungsrechte gesichert werden. Mit dem Plan war die Verwaltung allerdings schon im Planungsausschuss auf Widerstand gestoßen. Nun hat sich Oberbürgermeister Andreas Hesky dem Wunsch des Gemeinderats gebeugt: „Wir schließen uns an. Wir werden nicht nur die Turnhalle, sondern auch die Kita und die Wohnungen als städtisches Projekt umsetzen“, erklärte er im Gemeinderat. Das Zehn-Millionen-Projekt solle nun in den Haushalt und die Arbeitsplanung aufgenommen werden. „Das Projekt ist kein Pappenstiel“, warnte Hesky aber. Andere Maßnahmen müssten dafür geschoben werden. Einschnitte werde es auch bei Kindergärten und Schulen geben, kündigte Baubürgermeisterin Birgit Priebe an.

Bau wird länger dauern 

Gebaut werden soll auf der Grundlage der Rahmenplan-Variante 2, in der die Turnhalle als Einzelgebäude geplant ist, Bürgerhaus und Jugendhaus sind miteinander gekoppelt. Um keine Zeit mit einem Wettbewerb zu verlieren, soll auf dieser Grundlage schnellstmöglich ein Planer gesucht werden. Länger dauern wird der Bau nach Angaben Priebes trotzdem, weil die Stadt europaweit ausschreiben muss.

Größtenteils Zufriedenheit

Der Gemeinderat nahm den Umschwung der Verwaltung größtenteils zufrieden zur Kenntnis. Auch finanziell gesehen sei selber bauen interessanter als mieten, meinte ALi-Chef Alfonso Fazio. Für DFB-Sprecher Wilfried Jasper sind damit künftige Probleme der Nutzer leichter zu handeln. Besser Herr im Haus als Mieter zu sein, fand auch CDU-Chef Siegfried Kasper. Lediglich Bernd Mergenthaler (FDP) wunderte sich, dass der Rat die Stadt derart „in Bedrängnis“ bringe. Zudem könne ein Investor schneller bauen. Letztlich werde das Projekt so zum Bumerang.

Wohnungen für Alleinerziehende

Sabine Wörner (SPD) plädierte dafür, einige kostengünstige Wohnungen gezielt an Alleinerziehende zu vergeben, die sonst keine Chance auf dem Wohnungsmarkt hätten. Generell sei dieses Projekt ein guter Zeitpunkt über die Prioritäten der Stadt nachzudenken, fand sie. Die freilich sind aus Sicht des Oberbürgermeisters schon längst gesetzt: „Wir haben in den vergangenen Jahren einen Investitionsschwerpunkt gehabt, und der hieß Kindergärten und Schulen“, erinnerte er. Selbst in den Krisenjahren 2008/2009 habe die Stadt nicht an Bildung und Betreuung gespart. „Es ist ein Kleinrechnen unserer gemeinsamen Leistung“, ärgerte er sich. „Tun Sie nicht so, als ob Kindergärten hinten runter fallen.“ Beim Kindergarten am Rötepark habe es gute Gründe für das Investorenmodell gegeben: „Aber es hat keinen Sinn, bei einer Meinung zu bleiben, wenn man keine Mehrheit dafür bekommt.“

Unter anderem wurde Sanierung des alten Rathauses zuletzt beschlossen

Gute Gründe dagegen sind nach Ansicht der Baubürgermeisterin vor allem die Projekte, für die keine Manpower mehr bleibt. Dazu gehöre der soziale Wohnungsbau in Berg-Bürg und in der Winnender Straße, sagte sie auf Anfrage, aber auch manches Projekt, das bereits beschlossen worden sei. Zur Erinnerung: Zuletzt beschlossen wurden die Sanierung des alten Rathauses, die der Sozialwohnungen in der Neustädter Falkenstraße und die Sanierung des Kinderhauses Mitte.

Die Entscheidung darüber steht noch aus.


Die zweite Variante

Die Variante 2 des Rahmenplans sieht im oberen Bereich des Gebiets an der Alten Bundesstraße den Kindergarten und weiter südlich eine Kombination von Jugend- und Bürgerhaus vor, platziert am Rande des Röteparks. Die Turnhalle ist entlang der Jesistraße angesiedelt. Die Turnhalle und der Kindergarten nebst Wohnungen sollen in einem Zug realisiert werden.

Für den Bau des Jugendhauses / Bürgerhauses gibt es noch keinen Beschluss.