Waiblingen

Kitas in Waiblingen: Eltern in Ortschaften brauchen mehr Plätze als gedacht

KiTa Sämann
Die Stadt Waiblingen hat schon viele Kitas – doch der Bedarf nach noch mehr Plätzen ist weiter hoch. © ZVW/Benjamin Büttner

Der Bedarf nach weiteren Kita-Gruppen in Hohenacker und Neustadt ist groß – doch anders als geplant soll es nun doch keine gemeinsame Interimskita für Kinder aus beiden Ortschaften geben. Die Stadt Waiblingen reagierte damit auf die Ortschaftsratssitzung in Neustadt, bei der zwei Elternvertreterinnen den Standort der geplanten Interimskita in Hohenacker kritisiert und sich jeweils für eine Lösung vor Ort ausgesprochen hatten. Der Ortschaftsrat regte deshalb an, alles noch mal zu überprüfen.

Neustadt: Bedarf nimmt schneller zu

Fakt ist, dass die Zeit drängt. Bevor die aktuellen Prognosen vorlagen, ging die Stadt noch davon aus, dass die Zahl der benötigten Kita-Plätze in Neustadt für Kinder ab drei Jahren bis 2035 auf maximal 240 ansteigt. Nun soll dieser Wert bereits 2022 erreicht werden, also 13 Jahre früher. Und das heißt: Es besteht bis dann Bedarf für eine weitere Kindergartengruppe – und dies soll über eine Gruppe an der Kita „An der Friedensschule“ abgedeckt werden.

Bis 2031 soll die Zahl der Kinder über drei Jahren, die einen Platz brauchen, auf 260 steigen. Dieser Nachfrage muss dann aus Sicht der Stadt definitiv durch eine dauerhaft bestehende Gruppe nachgekommen werden.

Alle Plätze in der Kita „An der Friedensschule“ werden für Kinder aus Neustadt gebraucht

Aufgrund der gestiegenen Kinderzahlen in Neustadt kann die Kita Ringstraße während des Neubaus nicht wie geplant in die Kita „An der Friedensschule“ ausgelagert werden. Nun muss die Stadt Waiblingen überlegen, wie sie für den Zeitraum der Auslagerung den zusätzlichen Bedarf von rund 40 Betreuungsplätzen abdeckt. Bereits im Kindergartenjahr 2021/2022, das im September beginnt, werden alle verfügbaren Plätze in der Kita „An der Friedensschule“ für Kinder aus Neustadt gebraucht.

Hohenacker braucht zwei zusätzliche Ü-3-Gruppen und eine U-3-Gruppe

Im benachbarten Hohenacker ist indes die Nachfrage auch stark gestiegen. Eigentlich war vorgesehen, bereits 2022 Kinder aus Hohenacker in der Kita „An der Friedensschule“ in Neustadt unterzubringen. Dort sollte ein Mehrzweckraum für ein Jahr als Gruppenraum genutzt werden. Nun muss die Stadtverwaltung alles neu planen – und dann das Ganze in den Ortschaftsräten und im Ausschuss für Bildung, Soziales und Verwaltung (BSV) vorstellen. Insgesamt braucht Hohenacker dauerhaft zwei zusätzliche Gruppen für Kinder über drei (Ü 3) und eine Gruppe für Kinder unter drei (U 3). Nach den Sommerferien soll immerhin im Zillhardtshof bei Hohenacker die neue Bauernhof-Kita von Sonja Bati und ihrem Mann Aytekin Bati eröffnen. Die Baugenehmigung dafür liegt seit einigen Wochen vor.

Wurzelino in Bittenfeld: Standort an der Schule ist nur eine Übergangslösung

Auch in Bittenfeld steigen die Kinderzahlen weiter an. Im aktuellen Kindergartenjahr gibt es dank der neuen Kita „An der Schillerschule“ genug Platz. Und auch der Verein Spielraum konnte den Wald- und Naturkindergarten Wurzelino im Februar 2021 auf einer Freifläche neben der Schule offiziell eröffnen. Hier gibt es zehn Plätze für Kinder ab drei und fünf Plätze für Kinder ab zwei Jahren. Der Standort an der Schule soll natürlich nur eine Interimslösung sein – aber um einen Platz näher an der Natur zu bekommen, muss der Träger laut der Ersten Bürgermeisterin Christiane Dürr einen dauerhaft genehmigungsfähigen Standort finden.

Zusätzlich wurde im Februar 2021 die Erweiterung der derzeit zweigruppigen Kita Berg-Bürg beschlossen: Sie soll zwei zusätzliche Ganztagsgruppen bekommen – eine für Kinder über drei und eine für Kinder unter drei.

Zuzug ins Neubaugebiet Berg-Bürg schneller als erwartet

Die Stadt war zunächst davon ausgegangen, dass bis 2029 insgesamt 161 Ü-3-Plätze gebraucht werden. Mit Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt sich nun, dass schon 2025 198 Plätze gebraucht werden – und dass bereits 2022 eine weitere Ü-3-Gruppe nötig ist. Ein Grund dafür ist der Zuzug ins Neubaugebiet Berg-Bürg, der schneller erfolgt als erwartet. Als Reaktion darauf will die Stadt nun im Kindergarten „Bei der Schillerschule“ einen Anbau errichten, gemeinsam mit dem geplanten Bau eines Treppenhauses. So könnten dann von 2023 an 184 Ü 3-Plätze bereitstehen. Und bis das umgesetzt ist, sollen in einem Mitarbeiterraum ein Jahr lang 14 Kinder über drei Jahren betreut werden.

In Hegnach verzögert sich der Ausbau des katholischen Kindergartens Sankt Christophorus. Fertig werden soll dieser erst im Sommer 2022. Die Kirchengemeinde begründet die spätere Fertigstellung mit der starken Auslastung der Baufirmen und dem heftig gestiegenen Preisniveau. Zur Überbrückung des steigenden Betreuungsbedarfs will die Stadt nun vorübergehend zusätzliche Plätze in anderen Hegnacher Kitas bereitstellen.

Anbaumöglichkeiten ausgereizt

Einzig in Beinstein reicht das vorhandene Kita-Angebot derzeit aus. Sogar Kinder aus der Kernstadt können in Beinstein Einrichtungen besuchen. Von 177 vorhandenen Ü-3-Plätzen werden aktuell 171 beansprucht, für 2022 und 2023 werden sogar leicht sinkende Zahlen erwartet (164 und 167 Kinder). Insgesamt hat Waiblingen nach Angaben der Verwaltung nicht mehr viele Möglichkeiten, an bestehenden Kitas anzubauen und so weitere Plätze zu schaffen. Das stellte Erika Schwiertz, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Erziehung, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Verwaltung klar. „Es ist vieles ausgereizt.“

Der Bedarf nach weiteren Kita-Gruppen in Hohenacker und Neustadt ist groß – doch anders als geplant soll es nun doch keine gemeinsame Interimskita für Kinder aus beiden Ortschaften geben. Die Stadt Waiblingen reagierte damit auf die Ortschaftsratssitzung in Neustadt, bei der zwei Elternvertreterinnen den Standort der geplanten Interimskita in Hohenacker kritisiert und sich jeweils für eine Lösung vor Ort ausgesprochen hatten. Der Ortschaftsrat regte deshalb an, alles noch mal zu

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper