Waiblingen

Kitas in Waiblingen: Wie viele Eltern testen ihre Kinder freiwillig auf Corona?

Im Sämann Kita Regelbetrieb
Erzieher Michael Feldmeier spielt mit Kindern im städtischen Kinderhaus Im Sämann. © ZVW/Büttner

In den Kitas in Waiblingen dürfen seit Anfang vergangener Woche (17.5.) wieder alle Kinder betreut werden. Der Start in die Regelbetreuung nach der Bundesnotbremse ist aus Sicht der Stadt und des Gesamtelternbeirats gut geglückt - auch wenn in der ersten Woche in vier Einrichtungen schon wieder vorübergehend Gruppen geschlossen werden mussten. Die Auslastung ist laut Stadt „sehr hoch und vergleichbar zur Situation wie vor der Notbetreuung“.

Fast alle Familien hätten ihre Kinder in der ersten Woche nach Ende der Notbremse wieder in die Kitas gebracht. Während der Notbetreuungsphase lag die Auslastung laut Stadt hingegen bei durchschnittlich 40 Prozent.

Weiterhin keine Testpflicht in Waiblinger Kitas

Eine Testpflicht für Kinder gibt es in Waiblingen nicht - anders als etwa in Stuttgart für die über Dreijährigen. Und das wird auch so bleiben, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage erneut bestätigt: Es sei „keine Testpflicht für Kinder in Kindertageseinrichtungen vorgesehen“.

Umso mehr Verantwortung liegt bei den Eltern, die nach Einschätzung der Stadt aber „grundsätzlich eine hohe Bereitschaft zur Mitwirkung bei der Eindämmung der Pandemie“ zeigen. Die Corona-Schnelltests, die die Eltern bei ihren Kindern zweimal pro Woche vor dem Kita-Besuch vornehmen sollen, würden gut angenommen. Rund 75 Prozent der Eltern führen die Tests laut Stadt durch.

Die Tendenz gehe dabei zur Nutzung der Speicheltests, den sogenannten Lollitests. „Schon während des Notbetriebs konnte diese Tendenz festgestellt werden, dieser Präferenz wird bei den Nachbestellungen von Testkits nach Möglichkeit Rechnung getragen“, heißt es aus dem Rathaus. Waiblingen hat für die Kitas auf eigene Rechnung Schnelltests bestellt. Mitte April sind 25.000 Lollitests und 25.000 Spucktests geliefert worden.

Hälfte des Kita-Personals ist mindestens einmal geimpft

Zum Schutz vor Corona-Infektionen trägt auch bei, dass immer mehr Kita-Personal gegen das Virus geimpft ist: Ein Viertel der impfberechtigten Mitarbeitenden ist bereits vollständig geimpft, so die Stadtverwaltung auf Anfrage. Ein weiteres Viertel hat die erste Impfung erhalten.

Darüber hinaus sind sechs Prozent der Kita-Mitarbeitenden „Genesene“, haben also bereits eine Corona-Infektion durchgemacht.

„Die Impfbereitschaft unter den pädagogischen Fachkräften ist hoch“, heißt es von der Verwaltung. Die Impfungen erfolgen demnach „Zug um Zug, je nach Verfügbarkeit der Impfangebote“. Die Impftermine werden dabei zeitlich gestaffelt, damit der laufende Betrieb in den Kitas aufrechterhalten werden kann.

Kita-Teams waren gut vorbereitet, sagt die Stadt

Insgesamt ist der Neustart der Regelbetreuung aus Verwaltungssicht gelungen. Die Kitas seien sehr gut vorbereitet gewesen, unter anderem deshalb, „weil sich Familien und Beschäftigte dieses Mal im Vorfeld auf die anstehende Kita-Öffnung einstellen konnten“. Die maßgebliche Inzidenz sei im Voraus bekannt und die „allmählich sinkende Tendenz“ für alle erkennbar gewesen. So hätten sich die Kita-Teams inhaltlich und organisatorisch gut vorbereiten und die Räume, Dienstpläne und Essensbestellungen koordinieren können.

„Es ist dem Gemeinderat und mir ein großes Anliegen, dass die Kinder die bestmögliche Betreuung erhalten, auch und gerade in Zeiten von Corona“, sagt Oberbürgermeister Andreas Hesky. „Soziale Kontakte sind für die Kinder in dieser außergewöhnlichen Situation besonders wichtig. Darüber hinaus bedeutet die Betreuung in der Kita eine Entlastung der Eltern, die ebenfalls sehr gefordert sind.“

Oberbürgermeister Hesky: Kinderbetreuung während Pandemie "besondere Herausforderung"

Gleichzeitig müsse jedoch in den Einrichtungen der Infektionsschutz gegeben sein. Bei Verdachtsfällen oder Infektionsfällen müssten weiterhin einzelne Gruppen vorsorglich geschlossen werden oder in Quarantäne gehen. „Die Kinderbetreuung während der Pandemie ist daher eine besondere Herausforderung, die die Beschäftigten in den Kitas nun seit über 14 Monaten mit großem Einsatz meistern“, so der OB.

Die städtische Abteilung Kindertageseinrichtungen sei „in engem Kontakt mit den Eltern und dem Gesamtelternbeirat, ebenso mit den Kitas in kirchlicher und freier Trägerschaft, damit eine möglichst einheitliche Handhabung gewährleistet ist, die für die Familien verlässlich und nachvollziehbar ist“.

Elternvertreter Manuel Mamic: Stadt informiert gut - aber manchmal gibt es Frust

Dass die Stadt die Eltern gut über aktuelle Änderungen im Kita-Betrieb informiert, bestätigt auch der Gesamtelternbeiratsvorsitzende. „Die Informationen fließen recht gut“, so Manuel Mamic. Das gelte beispielsweise auch bei der Frage, welche Gebühren bei Kita-Schließung berechnet werden. „Da hat die Stadt viel dazugelernt seit letztem Jahr, seit Anfang der Krise“, so der Elternvertreter. Seine Fragen würden schnell beantwortet.

Natürlich, so Mamic, bekämen Eltern, die nicht in den Beiräten vertreten sind, manchmal weniger mit. Er versuche, die Informationen weiterzuleiten, etwa über Whatsapp-Gruppen. Oft klingelt dann bei ihm ständig das Telefon, weil die Eltern viele Fragen haben.

Manchmal müsse er auch vermitteln. Etwa, wenn mal wieder eine Gruppe geschlossen ist und das bei den Betroffenen für Frust sorgt.

Verteilung von Schnelltests funktioniert

Gut funktioniert laut Manuel Mamic auch die Verteilung der Schnelltests an die Familien. Negatives von anderen Eltern habe er dazu nicht gehört. Und auch er geht davon aus, dass dieses freiwillige Angebot viel genutzt wird. Vor allem, weil es die Lolli- und Spucktests gibt, die für die Kinder viel angenehmer seien als ein Nasenabstrich. Seine eigenen Kinder machen immer sonntags und mittwochs einen Corona-Test, sagt Mamic. „Die finden das auch sehr interessant.“

Überwiegend sind die Eltern nach dem Wiedereinstieg in die Regelbetreuung erleichtert, glaubt Manuel Mamic. Von Freunden weiß er: Auch sie sind „megafroh“, dass sie ihre Kinder wieder in die Kita bringen können. Eine „Entlastung hoch zehn“ sei das für die Eltern. Und die Kinder seien glücklich, dass sie wieder mehr mit Gleichaltrigen spielen können. „Das hat den Kindern in der Corona-Krise ganz stark gefehlt“, so der Elternvertreter.

Mamic hofft nun, dass die Kitas dauerhaft für alle geöffnet bleiben dürfen. Zwar glaubt er, dass die meisten Eltern für dieses Jahr die vom Bund aufgestockten Kinderkrankentage noch nicht aufgebraucht haben. Doch sollte es zur neuerlichen Schließung kommen, werde die Situation sicher wieder sehr schwierig für viele Eltern und Kinder.

In den Kitas in Waiblingen dürfen seit Anfang vergangener Woche (17.5.) wieder alle Kinder betreut werden. Der Start in die Regelbetreuung nach der Bundesnotbremse ist aus Sicht der Stadt und des Gesamtelternbeirats gut geglückt - auch wenn in der ersten Woche in vier Einrichtungen schon wieder vorübergehend Gruppen geschlossen werden mussten. Die Auslastung ist laut Stadt „sehr hoch und vergleichbar zur Situation wie vor der Notbetreuung“.

Fast alle Familien hätten ihre Kinder in der

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