Waiblingen

Kleine Erfolge: Poller zeigen Wirkung

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Die Beschilderung auf der B14 ist mittlerweile eindeutig, dennoch biegen noch immer viele Lkw-Fahrer die ins Riebeisen wollen, zu früh ab. © ZVW/Gabriel Habermann

Korb. Noch immer verirren sich viele Lastwagenfahrer Poller auf Höhe des Kindergartens zeigen indes Wirkung: In der besonders schlimm betroffenen Gerhart-Hauptmann-Straße ist Ruhe eingekehrt.

„Wenn man nach den Schildern fährt, müsste man ankommen“, entgegnete Bürgermeister Jochen Müller Ende März einem Bürger in der Fragestunde vor der Gemeinderatssitzung in der Alten Kelter. Der Mann, der im Korber Schaltenberg wohnt, hatte berichtet, wie er Tage zuvor einem verirrten Lastwagenfahrer um Mitternacht den Weg aus dem Wohngebiet gewiesen hatte. Seit Jahren plagen sich Anwohner mit verirrten Lastwagen herum, die vergeblich versuchen, über den Schaltenberg ins Gewerbegebiet Riebeisen zu gelangen. Er hoffe, so Bürgermeister Müller, dass sich die Situation nun allmählich bessert, nachdem das Landratsamt die verwirrende Beschilderung auf der B14 durch neue, eindeutige Wegweiser ersetzt hat.

Dank hartnäckiger Bemühungen: das Google-Navi hat dazugelernt

Hauptamtsleiterin Adalina Agejew hatte derweil offenbar mit ihren hartnäckigen Bemühungen Erfolg, die falsche Route ins Gewerbegebiet aus dem Routenplan von Google Maps streichen zu lassen. Der Selbstversuch zeigt: Tatsächlich leitet einen das Google-Navi nicht mehr durchs Wohngebiet, wenn man als Ziel zum Beispiel die Möbelfirma XXXL Lutz angibt.

Doch noch immer verirren sich Trucker ins Wohngebiet – trotz der Maßnahmen und einer umfangreichen innerörtlichen Beschilderung plus verkürzter Abbiegespur auf der Waiblinger Straße. Wie der Anwohner vor einem Monat, berichtet auch Doris Zerrer, die in der Fritz-Klett-Straße wohnt, unserer Zeitung, dass sie noch keine Verbesserung wahrgenommen hat. Erst gestern sei vor ihrer Haustür gehupt und geschimpft worden, sagt sie, weil zwei verirrte Lastwagenfahrer die Kreuzung mit der Römerstraße verstopften. Sie hatten an den Pollern, die auf Höhe des Kindergartens den Weg versperren nicht weitergewusst und zurückgesetzt. Zerrer ging nach draußen, um zu helfen, was trotz Sprachbarriere schließlich gelang. Die Fahrer fuhren wieder vorwärts und brummten über die Gutenbergstraße davon. Mit dem Begriff „Riebeisen“ hätten die Osteuropäer aber nichts anfangen können, sagt Zerrer.

Anwohner: Sperre erfüllt ihren Zweck

Apropos Poller: die sollen ja verhindern, dass Lkws von der Fritz-Klett-Straße in die Gerhart-Hauptmann- und Albrecht-Dürer-Straße fahren. Dort waren in den vergangenen Jahren immer wieder Mehrtonner hoffnungslos festgesteckt und hatten Schaden an Autos, Gartenmauern und sogar Kinderspielgeräten angerichtet. Mittlerweile sei hier Ruhe eingekehrt, die Sperre erfülle ihren Zweck, berichtet Anwohner Fabian Gruber. Er kämpft seit Jahren gegen das Lkw-Chaos. „Eine sehr erfreuliche Entwicklung“ sei das, „toll, dass jetzt was passiert ist.“ Dass nun viele Verkehrsteilnehmer in die Schellingstraße ausweichen, weil ihnen die enge Durchfahrt nicht geheuer ist, bedauert Gruber allerdings. Er möchte weiter mit den anderen Korbern im Wohngebiet im Kontakt bleiben und hofft, dass das Chaos bald für alle ein Ende hat.

Die Ursachen

Als Hauptursache für die vielen Lastwagenfahrer, die sich ins Wohngebiet Schaltenberg verirrten, haben Verwaltung und Verkehrsplaner in der Vergangenheit die verwirrende Beschilderung auf der B14 – es wurde nicht eindeutig, wo die Trucker abbiegen mussten – und die veralteten Daten in Navigationssystemen ausgemacht. Das Gewerbegebiet Riebeisen grenzt ans Wohngebiet, kann aber nur von der anderen Seite her erschlossen werden.