Waiblingen

Kommentar: Hochhäuser dürfen kein Tabu sein

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Unser Redakteur Andreas Koelbl kommentiert den aktuellen Mietspiegel. © Alexander Roth

Waiblingen.
Der Ballungsraum Stuttgart gehört wegen seiner Wirtschaftskraft und seiner Arbeitsplätze zu den teuersten Regionen der Republik. Noch drastischer als auf dem Mietmarkt sind die Preisteigerungen bei den Immobilienkäufern – doch sie werden über kurz oder lang bei den Mietern ankommen. Aber woher sollen die Wohnungen, die Abhilfe schaffen, kommen und vor allem: wohin? Nicht erst seitdem wieder mehr gebaut wird, sind die Flächen knapp. Es wird passieren müssen, was in starken Regionen passiert: Es wird dichter und es wird höher gebaut werden müssen. Die letzten grünen Wiesen mit Doppelhaushälften zu versiegeln, kann nicht die Lösung sein.

In den neuen Baugebieten der vergangenen Jahre entstanden wieder mehr Mehrfamilienhäuser – das ist der richtige Weg. Wenn sich wirklich was ändern soll auf dem Wohnungsmarkt, muss es noch höher hinaus gehen. Auch Hochhäuser – gemeint ist nicht das Luxussegment – dürfen kein Tabu sein. Das sieht nicht immer schön aus, gefällt saturierten Häuslebesitzern überhaupt nicht und birgt so manche sozialen Probleme. Das tut die Wohnungsnot allerdings auch. Soziale Gerechtigkeit bedeutet unter anderem, günstige Wohnungen zu schaffen. Und die gibt es nicht in Reihenhaussiedlungen.