Waiblingen

Kostenlos zum Weihnachts-Einkauf

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Symbolfoto. © Joachim Mogck

Waiblingen.
Wer von Bittenfeld oder Hohenacker kommt und in der Innenstadt Weihnachtsgeschenke kaufen will, kann sein Auto stehen lassen. Denn ab sofort gilt’s: Schon am kommenden Samstag können Waiblinger im ganzen Stadtgebiet kostenlos mit dem Bus fahren. Das hat der Gemeinderat nun definitiv beschlossen, nachdem der Ausschuss vor zwei Wochen bereits grünes Licht gegeben hatte. Weiter als nur über die restlichen Samstage des Jahres reicht die Entscheidung, das verbilligte Stadtticket einzuführen. Das hat Folgen für einen Waiblinger Lokal-Hit - das rabattierte Viererticket.

Das neue Stadtticket nach Ludwigsburger Vorbild gilt vom 1. April 2020, an. Als Einzel-Tagesticket kostet es drei Euro, als Gruppen-Tagesticket für maximal fünf Personen sechs Euro. Die Ticket-Inhaber können damit einen Tag lang – genauer gesagt bis 7 Uhr am Folgetag – im Stadtgebiet fahren. Das gilt also für alle Busse in der Waiblinger Kernstadt und den Ortschaften – und übrigens auch für die S-Bahn zwischen den Bahnhöfen Waiblingen und Neustadt-Hohenacker. Nach Verkehrszählungen des VVS handelt es sich dabei um 2,2 Millionen Fahrten pro Jahr.

Ganz am Ende ist das Viererticket noch nicht

Bislang kostet eine einzelne Fahrt innerhalb Waiblingens – und damit innerhalb einer Zone – 2,50 Euro. Geht man davon aus, dass, wer von Bittenfeld in die Kernstadt fährt, später auch wieder zurück möchte, kommt das Stadtticket mit drei Euro deutlich günstiger als bisher fünf Euro für Hin- und Rückfahrt. Zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs nimmt die Stadt durch das Ticket Mindereinnahmen in Höhe von 280 000 Euro jährlich in Kauf, die sie an den VVS abtreten muss. Andererseits ist zu erwarten, dass mehr Fahrgäste einsteigen: Beim Pilotprojekt in Ludwigsburg führte die Einführung des Stadttickets zu einer Fahrgast-Zunahme von 16,5 Prozent. Ein enormer Wert für die Verhältnisse im ÖPNV. Zum Vergleich: Die Tarifsenkung im S-Bahn-Netz brachte zuletzt nur etwas mehr als fünf Prozent Zuwachs.

Trotzdem stößt das Stadtticket nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Grund ist der Erfolg des von der Stadt bezuschussten Vierertickets für eine Zone. Regulär verkauft es der Verkehrsverbund Stuttgart für 9,50 Euro, doch wegen der Bezuschussung durch die Stadt zahlen Waiblinger nur 6,50 Euro. Unter den Kunden erfreut sich diese Variante großer Beliebtheit: Satte 20 000 Stück werden jedes Jahr über die städtische Wirtschaftsförderung WTM GmbH verkauft. Mit dem Viererticket kostet eine Einzelfahrt 1,63 Euro – also weniger als das Stadtticket. Bei Hin- und Rückfahrt wird wiederum das Stadtticket billiger, denn zwei Fahrten mit dem Viererticket kommen auf 3,25 Euro.

Erbittert kritisierte SPD-Stadträtin Christel Unger, bekennende Viererticket-Nutzerin, die Abschaffung des Angebots. „Sie setzen uns die Pistole auf die Brust“, warf sie einem Vertreter des Verkehrsbundes vor, der im Gemeinderat kompromisslos klarmachte, wie die Position des VVS lautet: entweder rabattiertes Viererticket oder Stadtticket. Beides parallel funktioniere nicht. Zum einen will der Verkehrsbund den „Wildwuchs“ der Rabatte eindämmen, zum anderen die Busfahrer schonen, die sonst zeitaufwendig den Fahrgästen das Für und Wider der verschiedenen Rabatte erklären müssten. Ganz am Ende ist das Viererticket vorläufig aber nicht.

Welcher Freifahrten-Tag darf’s denn sein?

Der Verkauf des bewährten Vierertickets wird erst eingestellt, wenn das neue Stadtticket vertrieben wird – wie gesagt zum 1. April 2020. Bis dahin können Fans sich theoretisch damit eindecken und Tickets horten. Vorsicht ist freilich geboten, denn endlos werden die Tickets nicht gültig sein. Sie gelten nach der nächsten Preiserhöhung immer noch ein Jahr lang. Aktuell wird über eine Tariferhöhung diskutiert. Da er dennoch mit einer erhöhten Nachfrage nach dem verbilligten Viererticket rechnet, hat der Waiblinger Verkehrsplaner und Mobilitätsberater Frank Röpke schon etwas mehr Vierertickets geordert als gewöhnlich. Aufgeben wird die Stadt auch die Bezuschussung des 14-Uhr-Junior-Tickets.

Unabhängig vom Stadtticket gilt freie Fahrt in Waiblinger Bussen – und auf der S-Bahn zwischen Waiblingen sowie Neustadt-Hohenacker– an den letzten fünf Samstagen des Jahres. Genauer: von null Uhr am Samstag bis zwei Uhr am Sonntag. Solche Freifahrtstage soll es auch in den folgenden Jahren geben. Ob wieder im Advent, werden die Gespräche zwischen Stadt und VVS zeigen. Die Fraktionen des Gemeinderats brachten auch das Altstadtfest und verkaufsoffene Sonntage ins Spiel. Zu viele Freifahrtstage wird der Verkehrsverbund mit Rücksicht auf die treuen Dauerkartenbesitzer jedoch nicht genehmigen.

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Wer von Bittenfeld oder Hohenacker kommt und in der Innenstadt Weihnachtsgeschenke kaufen will, kann sein Auto stehen lassen. Denn ab sofort gilt’s: Schon am kommenden Samstag können Waiblinger im ganzen Stadtgebiet kostenlos mit dem Bus fahren. Das hat der Gemeinderat nun definitiv beschlossen, nachdem der Ausschuss vor zwei Wochen bereits grünes Licht gegeben hatte. Weiter als nur über die restlichen Samstage des Jahres reicht die

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