Waiblingen

Kreistag beschließt Landratsamt-Neubau in Waiblingen – mit drei Parkebenen

lraneu
So soll der Erweiterungsbau des Landratsamtes am Alten Postplatz mal aussehen. © a+r Architekten

Am Montag, 12. Juli, hat der Rems-Murr-Kreistag den historischen Grundsatzbeschluss gefasst, für 54 Millionen Euro einen Erweiterungsbau des Landratsamtes am Alten Postplatz in Waiblingen zu bauen. Und drunter kommen drei Parkgeschosse, nicht nur zwei, wie Grüne, SPD, Linke und auch AfD forderten. Der Verzicht auf die unterste Parkebene würde das Projekt um 4,5 Millionen Euro billiger machen.

Die Grundsatzentscheidung hatte sich in mehreren Vorberatungen längst angebahnt. Der große Vorteil des Neubaus: Die Kreisverwaltung, bislang zersiedelt, verstreut und teilweise zur Miete untergebracht an verschiedenen Standorten, kann enger zusammenrücken. Die Mietkosten entfallen.

Zur ökologischen Fundamentaldebatte hingegen wuchs sich am Montag der Streit ums dritte Park-Untergeschoss aus.

Für die dritte Ebene: Zum Beispiel Armin Mössner, CDU

Wir brauchen es! Dafür votierte mit dem größten Pathos Armin Mössner, der CDU-Fraktionschef. „Es schockiert uns zutiefst“, erklärte er – und man fragte sich bang, welche Vokabeln ihm noch übrig bleiben, wenn wirklich mal etwas zutiefst Schockierendes passieren sollte – dass „in diesem Gremium von gewissen Seiten“ – er meinte damit Grüne, SPD und Linke – „mit so großer Vehemenz im Mutterland des Autos gegen dieses mobil gemacht wird!“ Mössner fand: „Wir können doch nicht die Lebenswirklichkeit des allergrößten Teils der Bevölkerung auf den Kopf stellen, der eben Auto fährt und Auto fahren will.“

Nur zwei Parkebenen: Für die Beschäftigten im Landratsamt hieße das, dass sie keine reservierbaren Parkmöglichkeiten hätten. Untergeschoss Nummer drei würde bedeuten, dass immerhin, je nach Schätzung, zwischen 10 und 25 Prozent der Mitarbeiter ihren Wagen quasi unterm Schreibtisch abstellen können.

Gegen die dritte Ebene: Anne Kowatsch, Grüne

Ebenfalls mit Donnerworten konterte die Gegenseite – besonders wortgewaltig: Anne Kowatsch von den Grünen. Wo, fragte sie, sei „eigentlich der Mut geblieben“, eine ökologische Vorreiterrolle einzunehmen? Wer heute baue, solle dabei „die Stadt von morgen“ im Blick haben, und die brauche schon bald weniger Parkraum als heute; irgendwann aber werde sie „autofrei“ sein.

Der Landkreis biete seinen Beschäftigten ÖPNV-Zuschüsse und kostenlose Azubi-Tickets; im Neubau werde es Fahrradabstellplätze geben und Umkleiden mit Duschen; der Alte Postplatz sei mit Bus und Bahn so gut zu erreichen wie kaum ein anderer Ort im Landkreis; und der Großteil der Stellplätze im Parkhaus werde sowieso gebraucht für Besucher der Kfz-Zulassungsstelle – die aber sei jetzt schon nur vormittags offen, und in absehbarer Zukunft laufe die Auto-Anmeldung digital ab. Kurzum: „Ein Mobilitätsverhalten von gestern sollte nicht Entscheidungsgrundlage sein“ für ein Gebäude „von morgen“.

Die Abstimmung: Mehrheit für Ebene 3

So prallten mit Wucht die Positionen aufeinander – und Überraschung: Christian Throm von der AfD gesellte sich nicht CDU, Freien Wählern und FDP zu, sondern dem ökolinken Lager: Jeder einzelne Stellplatz im dritten Untergeschoss werde rund 60.000 Euro kosten – „darf man so mit Steuergeld umgehen?“

Die Entscheidung aber fiel eindeutig aus: Eine klare Kreistagsmehrheit votierte sowohl für den Erweiterungsbau als auch für Parkebene 3 ganz unten.

Am Montag, 12. Juli, hat der Rems-Murr-Kreistag den historischen Grundsatzbeschluss gefasst, für 54 Millionen Euro einen Erweiterungsbau des Landratsamtes am Alten Postplatz in Waiblingen zu bauen. Und drunter kommen drei Parkgeschosse, nicht nur zwei, wie Grüne, SPD, Linke und auch AfD forderten. Der Verzicht auf die unterste Parkebene würde das Projekt um 4,5 Millionen Euro billiger machen.

Die Grundsatzentscheidung hatte sich in mehreren Vorberatungen längst angebahnt. Der große

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