Waiblingen

Kunstschule in Waiblingen bekommt Photovoltaik: "Immenser Verbrauch" der Galerie

Kunstschule
Das Dach der Kunstschule bietet – anders als die Galerie – noch viel Platz für Photovoltaik. © Gabriel Habermann

Auf dem Dach der Kunstschule Unteres Remstal soll eine Photovoltaikanlage errichtet werden – und zwar noch in diesem Jahr. Das erscheint sinnvoll, denn in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich mit der Galerie Stihl Waiblingen eine Abnehmerin mit hohem Energiebedarf. Für die weitere Zukunft plant die Stadt zudem PV-Anlagen auf freien Flächen.

„Ich will kein Stadtwerke-Bashing betreiben, aber wir hätten das gerne schon früher gemacht“, sagt Hochbauchef Michael Gunser. Gemeinsam mit dem Energieversorger hat sein Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement ein entsprechendes Belegungskonzept erarbeitet. 227 Quadratmeter an Modulen werden installiert, die eine Gesamtleistung von 45,56 Kilowatt-Peak (KWp) erbringen. Die Anlage ist so angelegt, dass im Rahmen eines Quartierskonzepts der Strom, der nicht von der Kunstschule verbraucht wird, der Galerie zugutekommt. Noch im Dezember 2022 soll die Montage der Module beginnen.

Entfeuchtung, Lüftung und Klima für die Galerie

Einige Module befinden sich von Beginn an bereits auf dem Dach der Galerie. Ob sie noch ergänzt werden können, wird derzeit geprüft. Allerdings befinden sich dort auch umfangreiche andere technische Anlagen. Vorbereitungen laufen außerdem für eine entsprechende Ausstattung des Verwaltungsgebäudes der Stihl-Stiftung beziehungsweise der früheren Häckermühle. Das Dach eignet sich aus Michael Gunsers Sicht ideal. Bedarf wird auch dafür vorhanden sein, denn die Galerie habe für Entfeuchtung, Lüftung und Klimatisierung laut Baubürgermeister Dieter Schienmann einen „immensen Stromverbrauch“.

Freiflächen-Photovoltaik zwischen Neustadt und Hohenacker

Auf dem nahen Wasen-Parkplatz wird die Stadt bekanntlich, anders als zunächst beabsichtigt und beschlossen, keine großflächige Photovoltaikanlage errichten. Im Zuge der Fortschreibung des Regionalplans für die Region Stuttgart meldet sie nun aber Standorte an, die für diese Art von Nutzung infrage kommen. Zum Beispiel im Bereich der alten Erbachdeponie zwischen Neustadt und Hohenacker. Die Abfallwirtschaft Stuttgart ist bereit, Teilflächen an die Stadt zu übergeben. Aber: Das Gebiet befindet sich nach dem Regionalplan in einer Grünzäsur, die das Zusammenwachsen verschiedener Siedlungen verhindern soll. Ganz ähnlich der P+R-Parkplatz am Bahnhof Neustadt/Hohenacker. Die Verantwortlichen im Rathaus vertreten die Meinung, dass die Freiflächen-Photovoltaik das Ziel, Hohenacker und Neustadt nicht zusammenwachsen zu lassen, nicht beeinträchtige. Teile der stillgelegten Erbachdeponie würden auch seitens der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg als „Fläche mit Photovoltaik-Potenzial“ eingestuft.

Finkenberg wird für Artenschutz gebraucht

Weitere ehemalige Deponieflächen befinden sich auf der Korber Höhe im Bereich des Finkenbergs. Das Gelände wurde allerdings in jüngerer Vergangenheit für mehrere artenschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen genutzt, die etwa in Verbindung mit dem Bau des Technologie- und Zukunftsparks Hess oder dem Sportplatz Beinstein vorgeschrieben waren. Freiflächen-Photovoltaik würde in diesem Fall mit dem Artenschutz kollidieren.

Ebenfalls als für regenerative Energiegewinnung nutzbare Fläche – in diesem Fall freilich Windenergie – wird der Stadtwald auf der Buocher Höhe gemeldet. Nach den Kriterien der Region gibt es auf Waiblinger Markung genau diese eine Fläche, die dafür infrage komme.

Die SPD-Ratsfraktion hätte gerne mehr Flächen gemeldet – die Bereiche Zuckmantel und Wasserturm in Bittenfeld, den Kostesol und den Söhrenberg. „Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und theoretisch mögliche Kollisionen mit Vögeln dürfen keine absoluten Ausschlusskriterien sein.“ Durchsetzen konnte die Fraktion sich damit im Ausschuss nicht.

Auf dem Dach der Kunstschule Unteres Remstal soll eine Photovoltaikanlage errichtet werden – und zwar noch in diesem Jahr. Das erscheint sinnvoll, denn in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich mit der Galerie Stihl Waiblingen eine Abnehmerin mit hohem Energiebedarf. Für die weitere Zukunft plant die Stadt zudem PV-Anlagen auf freien Flächen.

„Ich will kein Stadtwerke-Bashing betreiben, aber wir hätten das gerne schon früher gemacht“, sagt Hochbauchef Michael Gunser. Gemeinsam mit

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