Waiblingen

Kunstschule Unteres Remstal: Was Corona alles geändert hat - und wann das neue Programm kommt

Kunstschule
An der Kunstschule Unteres Remstal herrscht in Kursen zwar keine Maskenpflicht, allerdings wird allen erwachsenen Teilnehmern empfohlen, eine Maske zu tragen. © Benjamin Büttner

Als wegen eines Corona-Falls am Sonntagabend, 1. November, entschieden wurde, die Lindenschule in Hohenacker samt Hort am Montag vorsorglich zu schließen, musste die Kunstschule Unteres Remstal schnell umplanen. Schließlich nutzt sie einige Räume an der Lindenschule für ihr Angebot.

Jene Kinder, die am Montag eigentlich vor Ort in Hohenacker ihren Kurs gehabt hätten, mussten von ihren Eltern nun in die Waiblinger Kernstadt gebracht werden, zum Hauptsitz der Kunstschule in der Weingärtner Vorstadt 14. Das bedeutet, dass die in der Regel in Hohenacker wohnenden Mädchen und Jungs mit dem Auto gefahren werden mussten. „Das sind Grundschulkinder, die kann man nicht allein im Bus losschicken“, sagt Kunstschulleiterin Christine Lutz. In Hohenacker hätten sie einfach zu Fuß oder mit dem Rad kommen können.

"Die Eltern sind jetzt maximal genervt"

Im Frühsommer, nach dem Lockdown und vor den großen Sommerferien, mussten die Eltern aus Hohenacker sogar ständig ihre Kinder nach Waiblingen fahren, weil es schlichtweg nicht erlaubt war, Schulräume zu nutzen. „Die Eltern sind jetzt maximal genervt“, sagt Christine Lutz. Das kann sie durchaus verstehen – und trotzdem gibt es aus ihrer Sicht auch vieles, was trotz der Pandemie gut läuft.

Fast alle Dozenten sind Freiberufler

Zunächst mal ist Christine Lutz froh, dass die Kunstschule nach rund drei Monaten Schließung in der ersten Jahreshälfte überhaupt Präsenzkurse anbieten kann. Fast alle Dozenten, sagt die Leiterin, würden schließlich auf Honorarbasis arbeiten. Darunter seien freiberufliche Künstler, Kunstpädagogen und Kunsthistoriker, aber auch Designer sowie Kunststudenten kurz vor ihrem Abschluss. Zwar konnten Soloselbstständige beim Land Baden-Württemberg Antrag auf Soforthilfe stellen, aber trotzdem war es für viele eine schwere Zeit. Mancher Dozent bot über die Kunstschule einen Onlinekurs an und konnte so weiter noch etwas Geld verdienen.

Auch die Kunstschule hat Moodle 

Online-Kurse sind im Kunstbereich für Christine Lutz jedoch niemals erste Wahl. Zwar verfügt auch die Kunstschule über die von allgemeinbildenden Schulen genutzte Plattform Moodle, über die Fotos von Bildern hochgeladen werden können. Darüber, sagt die Kunstschulleiterin, sei jedoch nur das Ergebnis sichtbar. „Ich kann im Prozess selbst nicht präsent sein.“ Genau dieser Prozess sei aber wichtig, denn nur so könne sie während der Arbeit durch Tipps die Kinder unterstützen.

Seit die Kunstschule nach dem Lockdown im Frühsommer wieder öffnen durfte, setzt sie deshalb wieder auf den klassischen Präsenzunterricht, sei es bei Erwachsenen oder bei den Kindern. „Wenn wir analog unterrichten können, lassen wir das Digitale weg.“

In kommunaler Hand

Als Glück in der Krise bezeichnet es Christine Lutz, dass die Kunstschule in kommunaler Hand ist und nicht etwa von einem Verein betrieben wird. Solche Modelle gibt es in Baden-Württemberg nämlich auch – „und die hat es am schlimmsten getroffen“. Fixkosten für die Festangestellten fallen schließlich auch bei wegfallenden Kursen – wie während des Lockdowns im Frühjahr – weiter an.

Auch in Weinstadt, Korb und Kernen präsent

Aus Sicht von Christine Lutz profitiert die Kunstschule Unteres Remstal davon, eine Einrichtung der Stadt Waiblingen zu sein, zudem sind die Kommunen Kernen, Korb und Weinstadt feste Partner. Außer im Hauptsitz in Waiblingen können Kurse deshalb derzeit auch in der Lindenschule in Hohenacker, der Rinnenäckerschule in Waiblingen-Süd, dem Weinstädter Stiftshof, in der alten Schule in Kernen und im Feuerwehrgerätehaus in Kleinheppach angeboten werden.

Wie letztlich die finanzielle Bilanz Ende des Jahres aussehen wird, kann nach Darstellung von Christine Lutz jetzt noch nicht gesagt werden. Zwar gebe es weniger Einnahmen, auf der anderen Seite aber auch weniger Ausgaben.

Die Kunstvermittlung in der Galerie Stihl und im Haus der Stadtgeschichte

Die Kunstvermittlung, bei der Kindern die Ausstellungen in der Waiblinger Galerie Stihl und im Haus der Stadtgeschichte nähergebracht werden, ist seit Ausbruch der Corona-Krise Mitte März fast vollständig zum Erliegen gekommen. Monatelang fand gar nichts statt – und nur in den Sommerferien wurden vorübergehend einige Schülerhortgruppen durch die Marion-Eichmann-Ausstellung in der Stihl-Galerie gelotst.

Im Haus der Stadtgeschichte waren bislang gar keine Führungen durch die Kunstschule möglich. Christine Lutz findet das mit Blick auf die bisherige Bedeutung des Angebots für die Kunstschule mehr als schade. „Das ist mittlerweile ein großes Standbein.“

Jeder Pinsel muss desinfiziert werden

In den Kursen selbst läuft natürlich wegen Corona auch manches anders. „Wir müssen jetzt jedes Werkzeug nach dem Unterricht desinfizieren“, sagt Christine Lutz. Während es früher erlaubt war, dass sich Teilnehmer untereinander eine Schere oder einen Pinsel leihen, geht das jetzt nicht mehr. „Das sind Vorgaben, die müssen wir einhalten – und das funktioniert auch ganz gut.“ Zudem wird laut der Kunstschulleiterin alle 20 Minuten in den Kursen gelüftet.


Erwachsene Kursteilnehmer sollen eine Maske tragen

Eine Maskenpflicht gibt es zwar noch nicht, allerdings bittet die Kunstschule alle erwachsenen Teilnehmer, eine zu tragen. „Ich empfehle es durch die Bank“, sagt Christine Lutz. Grundschüler dürfen ohne Maske arbeiten, allerdings sollen sie laut der Kunstschulchefin zumindest eine anziehen, wenn sie ihren Platz verlassen.

Keine Tanzkurse

Etwas leichter als andere Kunstschulleiter hat es Christine Lutz in Sachen Tanzkurse. Die sind bei anderen Kunstschulen im Land ein wichtiger Bestandteil und wegen des Teil-Lockdowns im November nicht mehr als Präsenzveranstaltungen möglich. Die Kunstschule Unteres Remstal bietet dagegen traditionell keine an.

Christine Lutz hat zwar schon gehört, dass Tanzkurse nun online stattfinden, aber daran kann auch nicht jeder teilnehmen. Schließlich hat nicht in jeder Familie jedes Familienmitglied einen eigenen Laptop, zumal viele Eltern derzeit auch im Home-Office arbeiten und den Rechner selbst brauchen. „Wir haben im Moment kein Onlineangebot.“

Arbeiten am neuen Programm für 2021

Trotz vieler Ungewissheiten arbeitet die Kunstschule Unteres Remstal derzeit an einem neuen Frühjahrs- und Sommerprogramm für 2021, das vor Weihnachten erscheinen soll. „Es ist ganz normal geplant“, sagt Christine Lutz. Mit Blick auf die Vergangenheit ist ihr natürlich auch klar, dass mit einer neuen Verordnung des Landes schnell wieder alles anders sein kann. Davon will sich die Kunstschulchefin aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Wir bleiben flexibel.“

Als wegen eines Corona-Falls am Sonntagabend, 1. November, entschieden wurde, die Lindenschule in Hohenacker samt Hort am Montag vorsorglich zu schließen, musste die Kunstschule Unteres Remstal schnell umplanen. Schließlich nutzt sie einige Räume an der Lindenschule für ihr Angebot.

Jene Kinder, die am Montag eigentlich vor Ort in Hohenacker ihren Kurs gehabt hätten, mussten von ihren Eltern nun in die Waiblinger Kernstadt gebracht werden, zum Hauptsitz der Kunstschule in der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper