Waiblingen

Läden und Gastro öffnen mit Corona-Schnelltests: Waiblingen will Tübinger Modell sofort

CoronatestHesky
Oberbürgermeister Andreas Hesky beim Corona-Schnelltest. © Gaby Schneider

Wenn es nach Oberbürgermeister Andreas Hesky geht, könnte Waiblingen schon Mitte der kommenden Woche oder zumindest nach Ostern Modellstadt nach Tübinger Vorbild werden. Die Infrastruktur für Corona-Schnelltests steht. Einzelhandel, Museen und in Teilen sogar die Gastronomie könnten öffnen. Diverse Akteure in der Stadt scharren mit den Hufen – was fehlt, ist im Grunde nur das „Okay“ vom Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Angela Merkels Ansage an die Bürgermeister

Am Donnerstag (25.3.) hat der Rems-Murr-Kreis eine entsprechende Initiative angekündigt: „Wir stehen bereit, nach den Erfahrungen in einer Stadt, Erfahrungen zu Öffnungskonzepten mit konsequentem Testen in einem Flächenlandkreis zu sammeln“, hat Landrat Richard Sigel mitgeteilt. OB Andreas Hesky will das unterstützen und durch eine eigene Erklärung unterstreichen, dass auch Waiblingen mitmacht.

Hintergrund ist die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer jüngsten Regierungserklärung: „Es ist keinem Bürgermeister und keinem Landrat verwehrt, das zu tun, was in Tübingen und Rostock gemacht wird.“ Das will Hesky nun beim Wort nehmen.

Für den Verein Innenstadtmarketing hat Vorsitzender Max Pfund, Chef von Haushaltswaren Villinger-Zeller, bereits die Bereitschaft signalisiert, mitzumachen. Auch die Waiblinger Kultur wäre dabei, wenn Waiblingen wirklich Modellstadt würde. Das Bürgerzentrum könnte unter anderem mit einem Testzentrum im Haus und einer Lüftungsanlage punkten, die viermal pro Stunde die Luft austauscht. Ein Thema für Open-Air-Veranstaltungen könnte die Luca-App von „Fanta Vier“-Star Smudo werden.

Test-Kapazitäten können weiter aufgestockt werden

An den Öffnungen teilhaben könnten Kunden und Besucher mit einem „Waiblinger Tagesticket“, das mittels negativem Corona-Schnelltest gelöst werden soll. Zwar verfügt Waiblingen über kein öffentlichkeitswirksames Schnelltestzentrum in Form eines Zeltes in der Innenstadt – aber, wie Hesky versichert, doch über eine ausreichende, dezentral aufgebaute Test-Infrastruktur. Eine maßgebliche Rolle spielen dabei die Apotheker Patrick Pfeifer und Eleftherios Vasiliadis. Im Bürgerzentrum könnte kurzfristig ein dritter und erforderlichenfalls auch ein vierter Teststrang eingerichtet werden. Mehrere tausend Tests pro Woche werden bereits durchgeführt. Auch im Forum Mitte sowie in Apotheken und Arztpraxen wird getestet.

Das Waiblinger Tagesticket

Das Waiblinger Tagesticket soll möglichst unbürokratisch verwirklicht werden – etwa mit dem digitalen Nachweis des negativen Testergebnisses auf dem Smartphone oder in Papierform.

Andreas Hesky hat darum den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann kontaktiert mit dem Wunsch, dass das Land den Kommunen offensiver ermöglichen soll, mit Tagestickets Ladengeschäfte, Kultur und eventuell Kinos zu öffnen. Ohne eine solche Erlaubnis den Aufstand gegen die geltende Corona-Verordnung proben will er nicht. „Ich möchte nicht zum Armen Andreas werden.“ Seine Initiative habe er zeitgleich zum Landrat ergriffen, sagt der Oberbürgermeister auf Anfrage.

Steigende Inzidenzen

Waiblingen erklärt sich bereit – und will. Ein Haken könnten die rasant steigenden Infektionszahlen sein. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Rems-Murr-Kreis stieg am Freitag (26. März) auf 122. „Die Entwicklung der Inzidenz spricht eigentlich gegen jede Lockerung“, räumt Hesky denn auch ein, der gleichzeitig nicht in der „Lockdown-Philosophie“ verharren möchte. Festzustellen sei aber, dass die Fallzahlen trotz der jetzigen Maßnahmen steigen. Das Test-Modell könne unabhängig von der Inzidenz die Möglichkeit schaffen, sich testen zu lassen und bei negativem Ergebnis an Kultur, Einkauf und Gastronomie teilzuhaben. Im Idealfall, so die Hoffnung, würde die „Öffnung mit Sicherheit“ die Inzidenz nicht beeinflussen. Die meisten Teilnehmer wären negativ, unerkannte Infektionen könnten entdeckt werden.

Die Landesregierung sei nun am Zug, grünes Licht zu geben und festzulegen, was den gegebenenfalls geöffnet werden darf - seien es Büchereien, Kinos, Außengastronomie oder der Einzelhandel über das Abholen oder Kaufen auf Termin (Click and Collect beziehungsweise Click and Meet) hinaus. Das Land müsste dem Appell der Bundeskanzlerin folgen – und zwar nicht nur mit einzelnen Modellstädten.

Wenn es nach Oberbürgermeister Andreas Hesky geht, könnte Waiblingen schon Mitte der kommenden Woche oder zumindest nach Ostern Modellstadt nach Tübinger Vorbild werden. Die Infrastruktur für Corona-Schnelltests steht. Einzelhandel, Museen und in Teilen sogar die Gastronomie könnten öffnen. Diverse Akteure in der Stadt scharren mit den Hufen – was fehlt, ist im Grunde nur das „Okay“ vom Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Angela Merkels Ansage an die Bürgermeister

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