Waiblingen

Lücke bei Radweg nach Bittenfeld: Rems-Murr-Kreis will Strecke ausbauen

RadwegFirus
Eduard Firus aus Bittenfeld beklagt, dass der Fahrradweg zwischen Remseck-Hochdorf und Bittenfeld an der Abzweigung „Im Löhle“ endet. © ZVW/Gaby Schneider

Der Fahrradweg zwischen Remseck-Hochdorf und Bittenfeld endet an der Abzweigung „Im Löhle“ – und genau das stört Eduard Firus aus Bittenfeld. Er fragt sich nun, wann die direkte Verbindung nach Bittenfeld fertiggebaut wird. Ein kleiner Teil des neuen Radwegs würde auf der Gemarkung Remseck liegen, der Rest wäre auf der Gemarkung Waiblingen. Da es auf dieser Straße keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, finden hier laut Eduard Firus täglich Beschleunigungsorgien und waghalsige Überholmanöver seitens der Autofahrer statt. „Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis ein Fahrradfahrer über den Haufen gefahren wird.“

Die Stadt Waiblingen verweist darauf, dass sie nicht zuständig ist

Die Stadt Waiblingen verweist darauf, dass die Umsetzung eine Angelegenheit der Landkreise wäre – und zwar des Rems-Murr-Kreises und des Landkreises Ludwigsburg. „Es gibt derzeit keine Planungen der Stadt Waiblingen, die den angesprochenen Radweg betreffen“, teilt die Stadt Waiblingen mit. Man nehme den Vorschlag als Anregung zu der derzeit in Bearbeitung befindlichen Radverkehrskonzeption auf. „Aus dieser muss sich ergeben, ob der Radweg wirklich erforderlich ist. Schließlich kosten Radwege in der Herstellung und im Unterhalt ebenso Geld und verbrauchen Natur, denn es wird eine versiegelte Fläche geschaffen.“

Die Kosten für den Radweg an der Kreisstraße können laut der Stadt ohne Planung nicht geschätzt werden. Konkret geht es um annähernd 600 Meter.

Es sprechen aus Sicht der Stadt auch Punkte gegen eine Fortführung des Radwegs

Aus Sicht der Stadt Waiblingen gibt es zwei Argumente, die gegen eine Fortführung des Radwegs an der Kreisstraße von Hochdorf nach Bittenfeld sprechen: Der Radweg hat innerhalb der Ortslage keine Fortsetzung. Und laut der Stadtverwaltung gibt es eine gute und sichere Verbindung über die Straße Mühlweingärten Richtung Löhle. „Die Strecke über die Straße Mühlweingärten mag für den von Ihnen angesprochenen Leser einen Umweg darstellen. Für andere Fahrradfahrer jedoch, die von Norden und von Westen aus Bittenfeld Richtung Hochdorf fahren, ist die vorhandene Strecke schneller erreichbar“, betont die Stadtverwaltung.

Rems-Murr-Kreis bekennt sich zum Ausbau des Radwegnetzes

Die Pressestelle des Landratsamts des Rems-Murr-Kreises verweist zunächst mal darauf, dass der Landkreis in Sachen überörtliche Radwege bereits einiges unternimmt. „Unsere Stabsstelle Radwege arbeitet mit Hochdruck an verschiedenen Radwegeprojekten. Das Fahrrad leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität“, stellt Sprecherin Leonie Ries klar. Deshalb mache sich der Landkreis für Radthemen stark. „Strategisches Ziel ist dabei, den Radverkehrsanteil bei Alltagswegen zu erhöhen. Eine elementare Grundlage ist ein attraktives, lückenloses und sicher benutzbares Radwegenetz im Landkreis.“ Parallel arbeitet die Stabsstelle Radwege an gleich drei Radschnellwegen: einmal von Fellbach nach Schorndorf, von Ludwigsburg nach Waiblingen und von Waiblingen nach Backnang.

Der Rems-Murr-Kreis bewertet die Lücke an der Kreisstraße K 1909 als Mangel

Die Stabsstelle Radwege hat laut Leonie Ries das kreisweite Radwegenetz im vergangenen Jahr im Zuge einer Zustandserfassung befahren lassen. Im Rahmen der Befahrung sei der fehlende Lückenschluss entlang der Kreisstraße K 1909 als Mangel aufgenommen und festgehalten worden. „Der von Ihrem Leser angesprochene fehlende Lückenschluss befindet sich außerorts an der Kreisstraße K1909/K 1673. Die Zuständigkeit fällt dabei auf die Baulastträger Landkreis Ludwigsburg und Rems-Murr-Kreis.“

Noch ist offen, mit welcher Priorität das Projekt geplant wird

In einem aktuell laufenden Prozess werden nach Angaben von Leonie Ries die Maßnahmen, die im Zuge der Zustandserfassung ermittelt wurden, nach unterschiedlichen Faktoren bewertet. So wird eine priorisierte Maßnahmenliste erstellt. „Derzeit können wir noch nicht sagen, auf welchem Platz in der Liste dieser Lückenschluss landet“, teilt Leonie Ries mit. Das bedeutet: Das Landratsamt kann derzeit keinen zeitlichen Horizont für die Umsetzung der Maßnahme nennen. „Für die Umsetzung der angestrebten Maßnahmen findet im Voraus selbstverständlich eine Abstimmung mit den betroffenen Behörden statt.“

Rems-Murr-Kreis strebt Neubau langfristig an

Für die von Eduard Firus vorgebrachten Argumente haben das Landratsamt und die Stabsstelle Radwege nach eigener Aussage vollstes Verständnis. „Der Neubau des Lückenschlusses ist in diesem Fall entsprechend den geltenden Standards für den Fuß- und Radverkehr als langfristige Lösung anzustreben.“ Eine kurzfristige Lösung wie beispielsweise in Form einer Temporeduzierung müsse erst mit der zuständigen Verkehrsbehörde abgestimmt werden und obliege einer genauen Prüfung – und zwar bezüglich der Unfallzahlen sowie des Verkehrsaufkommens.

Bisher stehen im Bereich der Kreisstraße K 1909 von Hochdorf nach Bittenfeld nicht die notwendigen Grundstücke für eine Verlängerung des Radwegs bereit. „Die Umsetzung der Maßnahme hängt daher maßgeblich auch vom Grunderwerb ab“, betont Sprecherin Leonie Ries.

Es wäre ein Landeszuschuss von bis zu 50 Prozent der Kosten möglich

Im Haushalt des Rems-Murr-Kreises stehen jährlich eine Millionen Euro für den Aus- und Neubau von Radwegen entlang von Kreisstraßen bereit. Zudem ist laut Leonie Ries eine Förderung der Maßnahme nach der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Verkehr zur Durchführung des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (VwV-LGVFG) möglich. „Die Zuwendung beträgt maximal bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Investitionskosten.“

Der Fahrradweg zwischen Remseck-Hochdorf und Bittenfeld endet an der Abzweigung „Im Löhle“ – und genau das stört Eduard Firus aus Bittenfeld. Er fragt sich nun, wann die direkte Verbindung nach Bittenfeld fertiggebaut wird. Ein kleiner Teil des neuen Radwegs würde auf der Gemarkung Remseck liegen, der Rest wäre auf der Gemarkung Waiblingen. Da es auf dieser Straße keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, finden hier laut Eduard Firus täglich Beschleunigungsorgien und waghalsige Überholmanöver

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