Waiblingen

Landfrauen schmücken Osterbrunnen

5599474e-f50c-4cb9-8224-7b801b88f4a5.jpg_0
Schön ist er geworden, der Osterbrunnen in Hohenacker – die Landfrauen und ihre Helfer strahlen stolz. © Habermann / ZVW

Waiblingen-Hohenacker. Seit vielen Jahren erstrahlt der Dorfbrunnen in Hohenacker zu Ostern in farbenfroher Pracht. So auch in diesem Jahr – daran konnte auch ein Engpass bei den für die Girlanden benötigten Buchsbaumästen nichts ändern. Zwei Tage lang haben die Landfrauen vorbereitet und dekoriert, am Freitagnachmittag wird der Osterbrunnen feierlich eingeweiht.

Ein bisschen Geschick gehört schon dazu, die Girlanden aus Buchsbaumzweigen zu binden: In der Mitte liegt ein Seil, an dem mit Blumendraht die Zweige befestigt werden. Buschige, schwere, sattgrüne Girlanden entstehen so, die am Ende den Osterbrunnen schmücken. Beim Binden haben die Landfrauen professionelle Unterstützung: „Wir haben zwei Floristinnen im Verein, die helfen jedes Jahr mit“, sagt Sigrid Steyer, Vorstandsfrau der Landfrauen Hohenacker. Zwölf Frauen haben in diesem Jahr bei den Vorbereitungen geholfen – jede hat dabei ihr Spezialgebiet.

Jedes Jahr ein bisschen anders

Steyer und ihre Vorstandskollegin Angela Adams beispielsweise überlegen sich jedes Jahr, wie der Osterbrunnen aussehen soll. „Wir haben zwar keinen großen Spielraum, weil der Dorfbrunnen immer gleich bleibt“, sagt Adams. Doch ein bisschen was Neues soll es doch immer sein. So werden in diesem Jahr statt Osterkörbchen farbenprächtige Blumenkästen die Ecken des Brunnens zieren und auch die Osterkrone, das Herzstück des Brunnens, sieht jedes Jahr ein wenig anders aus. „In diesem Jahr hätten wir fast ein Problem mit dem Buchs bekommen, den wir für unsere Girlanden verwenden“, erzählt Steyer. Der leidet nämlich seit Jahren unter einem Schädling, dem sogenannten Buchsbaumzünsler – ganze Pflanzen vertrocknen durch ihn. „Zum Glück haben wir aber zuverlässige Quellen“, so die Landfrau. Viel Arbeit steckt in solch einem Osterbrunnen: Bereits am Mittwochnachmittag haben die Landfrauen die Zweige auf die richtige Länge zugeschnitten, am Donnerstagvormittag dann Girlanden gebunden, Eier aus Weidenruten mit Moos umwickelt und die Osterkrone aus Buchsbaum- und Koniferenzweigen und bunten Eiern hergestellt. Am Donnerstagnachmittag schließlich wurde der Dorfbrunnen geschmückt, bevor er am Freitag feierlich eingeweiht werden kann. „Wie wir ganz genau dekorieren, entscheiden wir immer spontan vor Ort“, erklärt Sigrid Steyer. Das sei Gefühlssache.

Symbol für Leben und Natur

Für die Landfrauen Hohenacker symbolisiert der Osterbrunnen die Dankbarkeit für das lebenspendende Wasser, die Freude am Erwachen der Natur im Frühling und das Glück über die Auferstehung Christi zu Ostern. Seit drei Jahren übernehmen sie die Dekoration des Brunnens in Eigenregie. „Vorher hat das 20 Jahre lang die Sekretärin der Lindenschule organisiert“, erzählt Steyer. Und auch jetzt noch unterstützt die Schule die Tradition, indem sie den Landfrauen den Werkraum für die Vorbereitungen zur Verfügung stellt.

Doch nicht nur das Schmücken will organisiert sein – damit der Osterbrunnen am Freitagnachmittag feierlich eingeweiht werden kann, ist einiges mehr zu tun. Vorstandsfrau Karin Nanz-Aldinger kümmert sich um die nötigen Straßensperrungen und die Ausschankgenehmigung. Außerdem müssen die Girlanden und die schwere Osterkrone von der Lindenschule zum Dorfbrunnen transportiert werden, Bierbänke und Stehtische für das Einweihungsfest aufgestellt werden – da dürfen dann auch mal die Männer der Landfrauen ran.

Ein Fest zur Einweihung

Eingeweiht wird der farbenfrohe Osterbrunnen an der Ecke Hegnacher Straße/Bergstraße am Freitag, 18. März.

Um 14.30 Uhr gibt es einen ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Erhardtskirche.

Das Straßenfest der Landfrauen beginnt um 15.30 Uhr. Es gibt Kleingebäck, Sekt und kalte Getränke.

Der Erlös der Veranstaltung geht an ein Projekt der Lindenschule: Die Kinder der dritten und vierten Klassen bekommen dort die Möglichkeit, einen „Ernährungsführerschein“ zu machen. Den praktischen Teil mit dem gemeinsamen Kochen gesunden Essens aus frischen Zutaten übernehmen dann wieder die Landfrauen.