Waiblingen

"Lebensnahe Themen": Bildhauer Guido Messer stellt im Druckhaus Waiblingen aus

Messer
Ruth Messer und Guido Messer mit der Skulptur „Google, Facebook & Co“. © Benjamin Büttner

Knapp 100 Collagen und Skulpturen zieren ab Sonntag, 25. September, das Druckhaus in Waiblingen. Der Korber Künstler Guido Messer zeigt neue Kunstwerke und eine Auswahl aus seinem langjährigen Schaffen.

Erst im vergangenen Jahr entstanden sind mehrere Werke zum Thema Klimawandel, etwa eine kleine Plastik namens „How dare you!“, bezugnehmend auf den emotionalen Ausruf der Klimaaktivistin Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel im Jahr 2019. Collagen von 2021 befassen sich mit der Corona-Pandemie oder dem Krieg in Syrien – als sie entstanden sind, war der Krieg in der Ukraine noch nicht abzusehen.

Ausgestellt wird außerdem beispielsweise die Skulptur „Google, Facebook & Co“, an der Guido Messer zwischen 2015 und 2018 gearbeitet hat. Das Werk besteht aus drei unterschiedlich großen Anzugträgern aus Bronze, die vor sich einen Schatten werfen. Für Messer werfen die Internetkonzerne einen „Schatten auf die Welt“, sagt er.

„Lebensnahe Themen“ sind ihm wichtig

Aktuelle gesellschaftliche Debatten und Probleme hat der Korber, der seit 1982 als freischaffender Bildhauer arbeitet, immer wieder kritisch aufgegriffen. Er mache „alles zu einem Thema“, was die Gesellschaft im Moment beschäftige, sagt der 81-Jährige. Er wolle durch seine Kunst eine von ihm geprägte Erinnerung an den Zustand der Gesellschaft festhalten, diesen aber auch in Frage stellen.

Dem gelernten Goldschmied ist wichtig, dass es sich um „lebensnahe Themen“ handelt. Dazu zählen für ihn allgegenwärtige Themen wie Politik, Internet und Klimawandel. Gleichzeitig seien auch die persönlichen Motive wie Altern, Selbstfindung und Familie wichtig.

Messer, der an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Bildhauerei studiert hat, ist einer der bekanntesten Künstler der Region. Werke von ihm waren schon vielerorts ausgestellt, zum Beispiel in Berlin, Bonn, Paris, im niederländischen Soest, und so gut wie überall in Baden-Württemberg. Derzeit sind seine Werke unter anderem auch im Schlosspark in Essingen, im Allgäu und in Pforzheim zu sehen.

In der Toskana, wo Guido und Ehefrau Ruth Messer ein zweites Zuhause gefunden haben, ist der Skulpturengarten „scultura & natura“ entstanden. Circa 15 Jahre lang haben sie daran gearbeitet, 2015 wurde der Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Park solle nicht nur der Verbindung von Kunst und Natur dienen, sondern auch ein „Gegengewicht zur Zerstörung durch Erderhitzung“ darstellen, so Ruth Messer in einem aktuellen Buch über die Skulpturen ihres Mannes.

Bronze, Wachs und Papier statt Kunststoff

Beiden ist ein nachhaltiges Leben sehr wichtig, sagen sie. Darum erschaffe Guido Messer seine Kunstwerke hauptsächlich aus Bronze, Wachs sowie Papier – und nicht aus Werkstoffen wie Plastik.

Ihr Mann arbeite sorgfältig und detailverliebt, bis er mit dem Ergebnis zufrieden sei, sagt Ruth Messer. „Machen, verwerfen, dranbleiben“ sei sein Motto.

Während des Modellierens habe er eine vage Vorstellung von seiner Idee, aber die tatsächlichen „Figuren entstehen direkt unter seinen Fingern“, so seine Frau. Ihm selbst ist wichtig, „viele Dinge, die aus der Realität kommen“, in seine Kunst einfließen zu lassen. Beispielsweise sind in dem Werk „Frau im Buch“ (2009) echte Bücher eingearbeitet, in weiteren Kunstwerken echte Pflanzenblätter. Sollte eine Einarbeitung zu kompliziert sein, so mache er einfach einen Abdruck des Objekts und gieße es mit dem Material seiner Wahl aus, so der Künstler.

Aktuell arbeitet Guido Messer unter anderem daran, zu jedem Buchstaben des Alphabets eine Wachscollage zu erstellen: beispielsweise zu G wie Glatze. Einige davon sind auch in der jetzigen Ausstellung im Druckhaus Waiblingen zu sehen. Andere entstehen erst noch. „Da sitze ich schon eine Weile dran.“

Infos zur Ausstellung

Die Ausstellung „Skulpturen & Collagen“ im Druckhaus (Albrecht-Villinger-Straße 10) wird an diesem Sonntag, 25. September, um 11 Uhr eröffnet. Der Kunsthistoriker Professor Helge Bathelt gibt eine Einführung in die Kunst Guido Messers. Bis zum 4. November können Interessierte die Ausstellung besuchen. Jeweils Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 16.30 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 16 Uhr. Passend zur Ausstellung veröffentlicht Guido Messer das Buch „Skulpturen“. Es beinhaltet Texte und Abbildungen über die Werke, Projekte sowie seine Biografie. Das Buch kann für 15 Euro erworben werden.

Am Sonntag, 16. Oktober, um 11 Uhr findet eine Matinée „Musik und Text zur Skulptur“ im Druckhaus Waiblingen statt. Die Musik kommt von Barbara Stoll (Gesang, Rezitation) und Frieder Egri (Klavier, Akkordeon), die Texte von Thomas Milz.

Knapp 100 Collagen und Skulpturen zieren ab Sonntag, 25. September, das Druckhaus in Waiblingen. Der Korber Künstler Guido Messer zeigt neue Kunstwerke und eine Auswahl aus seinem langjährigen Schaffen.

Erst im vergangenen Jahr entstanden sind mehrere Werke zum Thema Klimawandel, etwa eine kleine Plastik namens „How dare you!“, bezugnehmend auf den emotionalen Ausruf der Klimaaktivistin Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel im Jahr 2019. Collagen von 2021 befassen sich mit der

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