Waiblingen

Live-Kochshow auf dem Marktplatz mit Björn Bergmann

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Björn Bergmann bei der Kochshow auf dem Waiblinger Wochenmarkt. © ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Er kocht, wo andere ein Auto kaufen: Björn Bergmann ist der preisgekrönte Küchenchef im Mille Miglia über dem Autohaus Lorinser im Waiblinger Gewerbegebiet an der alten Bundesstraße. Für die Live-Kochshow sollte es etwas Herbstliches sein: Es gibt geschmorte Schweinebäckle mit Kürbispüree, gebratenem Spitzkohl und frischem Feldsalat vom Hofmarkt Schmid.

Zugegeben, die Voraussetzungen für die zweite Folge der Live-Kochshow auf dem Wochenmarkt sind alles andere als ideal: Es ist grau, ziemlich kalt und immer wieder öffnet der Himmel seine Schleusen. Doch Björn Bergmann hat alles schon vorbereitet: In einem großen Topf schwimmen große, durchsichtige Plastikbeutel, drinnen sind die bereits im Betrieb vorgeschmorten und fertig gewürzten Bäckle, eine Extraportion fertiges Kürbispüree ist ebenfalls bereits im Beutel und bereit zum Verzehr. Eine dunkle Soße köchelt auf der Herdplatte daneben. Auch der Spitzkohl wartet fertig geschnitten in einem kinderbadewannengroßen Zuber darauf, weiter verarbeitet zu werden. Wie lang es wohl gebraucht hat, das alles klein zu schneiden?

„Das kommt drauf an, wer das macht“, sagt Björn Bergmann schmunzelnd. Ein Kollege mit viel Routine hat diesen Job heute Morgen für ihn erledigt. „Der hat so um die zwanzig Minuten gebraucht“.

Außer Moderator Rainer Lyhr ist auch noch Marktbeschicker Daniel Schmid vom Hofmarkt Schmid aus Beinstein Teil der Show. Während Bergmann sich ganz aufs Kochen konzentriert und dabei eher ein Mensch der wenigen Worte zu sein scheint, erzählt Schmid über seinen Betrieb und seine Produkte. Schmid ist auf Gemüseanbau aus dem Freiland spezialisiert. Von den großen Anbauflächen zwischen Waiblingen Beinstein und Korb kommt der frische Feldsalat, der Hokkaido-Kürbis und das besonders zarte Mini-Spitzkraut, das gerade noch auf seine Zubereitung wartet.

Der Profi kocht auch mit dem Thermomix

Björn Bergmann beginnt mit dem Dressing für den Feldsalat, mischt Apfelsaft, Apfelmostessig und Traubenkern- und Walnussöl mit Gewürzen und ein bisschen Senf. Danach erledigt der Profikoch fast alle Arbeitsschritte, die jetzt noch live erfolgen, mit dem Thermomix. Das ist deshalb schade, weil die Zuschauer so gut wie nichts zu sehen bekommen, außer den einzelnen Zutaten, die in der schmalen Öffnung des Geräts verschwinden, dort vor sich hindampfen und in der ein oder anderen Konsistenz wieder herauskommen. Das Kraut muss nur mit etwas Butter und Apfelessig in einen großen Topf geschüttet werden, auch die Bäckle sind bereits so gut wie fertig. Sie werden aus dem Plastikbeutel in die Soße geschüttet und ziehen da recht unspektakulär vor sich hin.

Die spannendste Aktion passiert tatsächlich beim Schnittlauchschneiden: Blitzschnell und absolut akkurat saust das Messer. „Mit scharfen Messern schneidet man sich weniger schlimm“, erklärt Bergmann. „Einfach, weil weniger Druck dahinter ist. Es hat noch keiner eine Säge durch einen Baumstamm gedrückt, deshalb: einfach locker laufenlassen“.

Schließlich ist das Essen fertig. Schmid gibt vor dem „Hauptgang“ schon mal Schälchen mit mild angemachtem frischen Feldsalat herum. Dabei fällt auf, dass sich die Zuschauer, die schon auf die Bäckle und das Kürbispüree schielen, dem Salatgang nur gehemmte Begeisterung entgegenbringen.

Das Kürbispüree ist köstlich

Wer verzichtet, verpasst definitiv etwas. Denn der Feldsalat ist ausgesprochen großblättrig, tiefgrün und knackig-aromatisch. Viel Dressing braucht er gar nicht. Auch der Hauptgang kann sich absolut sehen lassen: Das Kürbispüree ist wirklich köstlich, hat durch den Zimt und den Ingwer eine herbstliche Note und harmoniert sehr schön mit dem zarten, fruchtigen Kraut. Das Fleisch der Schweinebäckle ist so weich geschmort, dass es sich mühelos mit der Kuchengabel essen lässt und förmlich auf der Zunge zergeht. Obwohl das Fleisch den Geschmack der dunklen Weinsoße gut aufgenommen hat, kommt immer noch der Geschmack nach Gepökeltem durch – eine Note nicht für jeden Gaumen.