Waiblingen

Lkw-Kontrolle auf der B14: Sicherheit im Fokus

1/2
Lkw-Kontrolle_0
Kontrolle am B 14-Parkplatz „Korber Höhe“ am Donnerstagabend. © ZVW/Gabriel Habermann
2/2
_1
Ist mit den Reifen alles in Ordnung? © Gabriel Habermann

Waiblingen/Winnenden. Die Polizei hat am Donnerstagabend bis in die Nacht hinein an der B 14 im großen Stil Laster und Kleintransporter kontrolliert. Geprüft wurde unter anderem, ob die Ladung richtig gesichert ist, die Fahrer ihre Ruhezeiten eingehalten haben und die Lkw in verkehrssicherem Zustand sind.

Am Abend bildete sich ein langer Stau vor dem Parkplatz „Korber Höhe“ zwischen Waiblingen und Winnenden – nicht allein wegen der Kontrolle. Unabhängig davon war nahe der Kontrollstelle ein Unfall passiert.

Einen Transporter nach dem anderen lotsten die Beamten auf den Parkplatz. In einem mobilen Büro checkten die Einsatzkräfte die Papiere und glichen Daten ab: Bei solchen Anlässen kommt es immer mal vor, dass jemand, der gesucht wird, in die Kontrolle gerät. Sollte ein Laster, auch das gibt es immer wieder, in gefährlich marodem Zustand sein, fährt er keinen Meter mehr weiter.

Bei der Sicherung der Ladung geschlampt

Zu Beginn der Kontrolle gab’s noch keinen krassen Fall dieser Art. Was die Sicherung der Ladung angeht, hatten es allerdings einige Fahrer nicht so genau genommen. In einem Kleintransporter lag völlig ungesichert eine Gasflasche – das geht gar nicht. Diese Flaschen gelten als Gefahrgut.

Ein Fahrer aus Rumänien musste die Beamten ins blaue Einsatzzelt begleiten. Er hatte zwar die Kontrollblätter im Wagen, auf welchen die Fahrzeiten zu dokumentieren sind – nur waren sie nicht ausgefüllt. 275 Euro musste der Mann als Sicherheitsleistung auf den Tisch legen. Rabatt gibt’s nicht; sofern ein Fahrer das Geld nicht dabei hat, „fahren wir auch mit ihm zur Bank“, sagte einer der Beamten, der zusammen mit 26 Kollegen am Donnerstagabend Dienst schob am B 14-Parkplatz.

Lkw-Kontrollen meist "sehr harmonisch"

Ein anderer junger Fahrer stand derweil mit ausgestreckten Armen am Parkplatzrand: Ein Drogentest. Anhand von ein paar einfachen Übungen, die freiwillig sind, lässt sich erkennen, ob der Verdacht auf Drogenkonsum berechtigt ist oder nicht.

Lkw-Kontrollen verlaufen meist „sehr harmonisch“, berichtet Polizei-Pressesprecher Ronald Krötz – selbst dann, wenn’s was zu meckern gibt. Im ganzen Land wurde am Donnerstag vor allem der gewerbliche Güter- und Personenverkehr kontrolliert unter dem Motto „Brummis im Blick“. Ziel ist auch, die Lkw-Fahrer zu sensibilisieren für Gefahren. Bei ausländischen Fahrzeugen komme es öfter vor, dass Sicherheitsstandards nicht eingehalten sind und der Zustand der Lkw zu wünschen übrig lässt.

Ums Thema Ablenkung am Steuer geht’s bei Kontrollen wie diesen ebenfalls – das ist ein Problem sowohl bei Auto- wie auch bei Lasterfahrern. Wobei ein Brummi-Lenker hin und wieder sogar beim Fernsehen während der Fahrt erwischt wird – oder beim Kaffeekochen.

Damit kein falsches Bild entsteht: Im Vergleich zu den landesweiten Zahlen konnte sich die Kontrollbilanz im gewerblichen Güterverkehr 2018 im Rems-Murr- und im Ostalbkreis sowie in Schwäbisch Hall sehen lassen: Die Beanstandungsquote lag deutlich niedriger.


Ist mit den Reifen alles in Ordnung?

Im Rems-Murr-Kreis sind im vergangenen Jahr 421 (Vorjahr: 418) Unfälle passiert, bei denen LKW beteiligt waren. Vier Menschen kamen ums Leben. 16 Personen wurden schwer, 78 Personen leicht verletzt.

Bei rund zwei Drittel aller Unfälle mit Beteiligung von Lastern im Gebiet des Polizeipräsidiums (PP) Aalen waren laut Polizei die Lkw-Fahrer hauptverantwortlich für den Unfall.

Bei allen Unfällen, bei denen Menschen zu Schaden kamen und LKW beteiligt waren, waren laut Polizei etwas weniger als die Hälfte der Fahrzeuge in Deutschland zugelassen.

Hauptursachen bei Unfällen auf Autobahnen sind zu wenig Abstand und zu schnelles Fahren.

2018 gab es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen (Rems-Murr- und Ostalbkreis sowie Schwäbisch Hall) mehr als 8000 Kontrollen im gewerblichen Güterverkehr. Bei 23 Prozent der Fahrzeuge wurde bei diesen Kontrollen etwas beanstandet.

Landesweit lag die Beanstandungsquote mit 44 Prozent deutlich höher.