Waiblingen

Lkw verletzt Fahrradfahrer in Waiblingen: Geldstrafe und ein Monat Fahrverbot

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Symbolfoto. © Joachim Mogck

Ein Lkw-Fahrer aus Kernen ist wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einem einmonatigen Verbot, ein Kraftfahrzeug zu führen, sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 750 Euro verurteilt worden. Es ging um einen nächtlichen Unfall in Waiblingen-Neustadt, bei dem ein Fahrradfahrer verletzt worden war.

Der Angeklagte, Mitte 50, war im September 2021 nachts um 3 Uhr mit seinem Lkw in Waiblingen auf der Neustadter Hauptstraße unterwegs. Beim Abbiegen schätzte er ein Pedelec falsch ein, das sich ebenfalls auf der Straße befand.

Er habe den anderen Verkehrsteilnehmer wohl gesehen, schuld an dem Unfall sei aber eine Verkehrsinsel in der Mitte der Fahrbahn, die ihn gezwungen habe, nach rechts auszuweichen, rechtfertigte sich der Fahrer vor Gericht. Deswegen habe er das Zweirad mit seinem Anhänger touchiert.

Der Pedelec-Fahrer stürzte dadurch, brach sich das Nasenbein und sechs Rippen und erlitt einen Pneumothorax. Diese Verletzungen machten einen viertägigen Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Verursacher legt gegen Strafbefehl Einspruch ein

Der Lkw-Fahrer erhielt im November einen Strafbefehl, gegen den er Einspruch erhob, so dass es nun zur mündlichen Verhandlung kam. Vor Gericht sagte er, er habe nach dem Zusammenstoß sofort angehalten, sei ausgestiegen und habe sich um den Gestürzten gekümmert, der um Hilfe rief. Er habe dem Pedelec-Fahrer aufgeholfen und festgestellt, dass er große Schmerzen hatte. Ein nach ein, zwei Minuten am Unfallort eingetroffener weiterer Autofahrer habe dann die Polizei alarmiert.

Er bedaure den Unfall, es sei gewiss nicht seine Absicht gewesen, das Pedelec zu schneiden und mit den letzten zehn Zentimetern des Anhängers zu treffen. „Gott sei Dank ist nicht noch Schlimmeres passiert“, gab sich der Angeklagte zerknirscht. Nach einer kurzen Rücksprache mit seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Armin Schäfer, entschloss er sich, die Anschuldigung als solche anzuerkennen und seinen Einspruch auf die Höhe der gegen ihn verhängten Strafe zu beschränken.

Eigentlich sollte er 1245 Euro zahlen

Bereits 2021 war gegen den Mann ein dreimonatiges Fahrverbot und eine Geldstrafe über 1245 Euro verhängt worden, damals aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Sein Arbeitgeber habe ihm ermöglicht, diese Zeit zu überbrücken, indem er im Lager mit Lade- und Wartungsarbeiten beschäftigt war. Ob man ihm wieder auf diese Weise entgegenkomme und es ihm erneut ermögliche, wisse er nicht. Er befürchte, dass ihm Entlassung und Arbeitslosigkeit drohten. Aus gesundheitlichen Gründen sei er seit einiger Zeit nur beschränkt im Lager einsatzfähig.

Gericht hält ihm Geständnis zugute: Nur ein Monat ohne Führerschein

Während sich Verteidiger, Staatsanwältin und Richterin Figen Basoglu-Waselzada über die reduzierte Höhe der Geldstrafe - 25 Tagessätze zu je 30 Euro, also 750 statt 1245 Euro - aufgrund der Lebens- und Einkommensverhältnisse des Unfallverursachers schnell einig waren, gingen ihre Ansichten über die Dauer des Fahrverbotes auseinander.

Der Forderung der Staatsanwältin nach zwei Monaten hielt der Verteidiger entgegen, sein Mandant sei für seine Arbeit auf die Fahrerlaubnis angewiesen. Einen Monat Fahrverbot könne er mit seinen 27 Tagen Jahresurlaub kompensieren, im zweiten würde er sich dann allerdings gesundheitlich ruinieren, wenn er weiter im Lager arbeiten müsse, so der Anwalt.

Dem Angeklagten müsse zugutegehalten werden, argumentierte die Richterin, dass er über keine Vorstrafen verfüge. Am Unfallort habe er sich korrekt verhalten und um den Verletzten gekümmert. Er sei vor Gericht geständig gewesen. Dadurch sei es nicht erforderlich geworden, den Geschädigten als Zeugen zu befragen. Weiter habe er sich für den Unfall entschuldigt. Dennoch sei der Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllt, „einen Denkzettel braucht es!“

Dazu sei ein Monat ausreichend. Dies stelle keine unbillige Härte dar, sondern sei tat- und schuldangemessen, wenn man zudem berücksichtige, dass der Verurteilte die Kosten des Verfahrens und seine eigenen Auslagen tragen muss.

Ein Lkw-Fahrer aus Kernen ist wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einem einmonatigen Verbot, ein Kraftfahrzeug zu führen, sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 750 Euro verurteilt worden. Es ging um einen nächtlichen Unfall in Waiblingen-Neustadt, bei dem ein Fahrradfahrer verletzt worden war.

Der Angeklagte, Mitte 50, war im September 2021 nachts um 3 Uhr mit seinem Lkw in Waiblingen auf der Neustadter Hauptstraße unterwegs. Beim Abbiegen schätzte er ein Pedelec falsch ein, das

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