Waiblingen

Lockdown: Tanzschule "Young School Dance" verliert zwei Drittel ihrer Kunden, gibt aber nicht auf

Young School Dance
Tanzlehrerin Sabrina Reichle (li.) und Tanzschulen-Inhaberin Monika Weik lassen sich für den Online-Unterricht viele Aktionen einfallen. © ALEXANDRA PALMIZI

Mehr als vier Monate lang sind die Tanzschulen schon geschlossen. Nun gibt es ein Datum für die Wiedereröffnung: „Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 können wir am 22. März öffnen, bei einer Inzidenz unter 100 Anfang April“, sagt die Tanzlehrerin Sabrina Reichle, die in der Young School Dance mit Standorten in Remseck und beim TB Beinstein unterrichtet.

Aktuell liegt die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis bei 44 (Stand 12. März). Sabrina Reichle hofft sehr, dass das so bleibt und sie schon in einer Woche wieder persönlich vor ihren Schülern stehen kann. „Wir müssen öffnen, um die Kinder zu motivieren.“ Denn noch mehr Kündigungen kann die Tanzschule nicht verkraften, die Lage ist ernst. Bereits während des ersten Lockdowns hat die Schule Kunden verloren, in den wenigen Monaten der Öffnung im Sommer und Herbst konnten keine neuen hinzugewonnen werden. Mit dem zweiten Lockdown kamen weitere Kündigungen. „Inzwischen haben wir nur noch rund ein Drittel unserer Kunden“, sagt Reichle.

Online-Kurse sind Herausforderung für Tanzlehrer und Kinder

Das habe einerseits finanzielle Gründe, etwa weil Eltern in Kurzarbeit sind und sparen müssen. Es sei aber auch einfach schwierig, Kinder mit Online-Kursen zum Tanzen im Wohnzimmer zu motivieren, manche Kinder könnten damit gar nichts anfangen. Am schwierigsten ist der Online-Unterricht für die Kleinsten. In der Tanzschule Young School Dance gibt es Kurse für Kinder ab drei Jahren bis zum Teenageralter.

Um die Jüngsten bei der Stange zu halten, haben die Tanzlehrer die Kurseinheiten via Zoom auf 40 Minuten reduziert, beim Präsenzunterricht dauert ein Kurs eine volle Stunde. Aber auch 40 Minuten vor dem Bildschirm mit dem Online-Kurs seien für kleine Kinder eine Herausforderung, sagt Reichle. „Auch einfachste Schrittfolgen sind über den Bildschirm schwerer zu vermitteln.“

Faschingsparty und Ostertanz 

Die Kinder überhaupt zum Dranbleiben zu motivieren, funktioniere eigentlich nur über besondere Aktionen, hat die Tanzlehrerin bemerkt. Und deshalb denkt sich das Team seit Beginn des Lockdowns immer neue Challenges aus. „Für die Kleinsten zwischen drei und sechs Jahren machen wir zurzeit eine Oster-Challenge. Jede Stunde beginnt dabei mit einem Rätsel. Die Lösungswörter, in dieser Woche waren es zum Beispiel Marienkäfer und Schneeglöckchen, malen die Kinder. Dieses Bild wird Woche um Woche ergänzt. Ein Foto vom fertigen Bild schicken uns die Eltern und dann bekommt jedes Kind eine kleine Überraschung zu Ostern“, erklärt Reichle.

Und natürlich wird nicht nur gemalt, sondern auch ein Ostertanz eingeübt. „Wer möchte, kann sich selbst dabei filmen und uns das Video schicken.“ Das Team um Tanzschul-Chefin Monika Weik lässt sich viel einfallen: An Weihnachten haben die Tanzlehrer mit den Schülern über die Online-Kurse 24 Videos gedreht, diese dann zusammengeschnitten und als eine Art Adventskalender auf DVD gebrannt. Die passenden Kostüme hatten die Lehrer an die Eltern per Drive-in am Tanzschulparkplatz verteilt.

Gemeinschaftsgefühl auch während des Lockdowns fördern

Zu Fasching gab es eine große Online-Kinderfaschingsparty. „Ich war an diesem Tag DJ und es war toll zu sehen, wie 140 verkleidete Kinder vor den Bildschirmen tanzten“, erzählt Sabrina Reichle. Während die Kleinen den Ostertanz einüben, gibt es zurzeit zusätzlich für die Älteren eine „Cap Challenge“. Dabei tanzt jeder kurz mit einer Cap, wirft diese dann weiter und filmt sich dabei. „Alle Videos werden wir dann zu einem einzigen zusammenfügen“, sagt Reichle.

Mit den Aktionen wollen die Tanzlehrer zeigen, dass sie noch da sind und dass Tanzen Spaß macht – auch wenn die Tanzschulen noch geschlossen sind.

Mehr als vier Monate lang sind die Tanzschulen schon geschlossen. Nun gibt es ein Datum für die Wiedereröffnung: „Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 können wir am 22. März öffnen, bei einer Inzidenz unter 100 Anfang April“, sagt die Tanzlehrerin Sabrina Reichle, die in der Young School Dance mit Standorten in Remseck und beim TB Beinstein unterrichtet.

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Aktuell liegt die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis bei 44 (Stand 12. März). Sabrina Reichle hofft sehr, dass das so bleibt

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