Waiblingen

Marihuana her oder Finger abhacken lassen? Verwirrende Zeugenaussagen vor Amtsgericht Waiblingen

Krawatte Hand
Der Geschädigte hatte Angst, dass es seinen Händen an den Kragen geht (Symbolbild). © Pixabay

Ein Streit um 100 Gramm Marihuana ist im August vergangenen Jahres in Waiblingen eskaliert. Ein 21-jähriger Waiblinger muss sich deshalb nun vor dem Amtsgericht Waiblingen wegen Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung verantworten.

Der Angeklagte räumte ein, am 16. August 2020 mit vier Freunden zwei Brüder in deren Garten in Waiblingen überrascht zu haben. Sein Motiv: Einer der Brüder habe 100 Gramm Marihuana, das der Angeklagte für einen Kumpel versteckt und aufbewahrt hatte, entwendet. Um das Gras oder den Gegenwert von 1000 Euro zurückzubekommen, habe er den vermeintlichen Dieb mit Fäusten und dessen Bruder mit der flachen Hand geschlagen und verletzt. Da ihm selbst vom Eigentümer der Drogen Prügel angedroht worden seien, wenn er das Gras oder Geld nicht zurückbrächte, habe er unter Druck gestanden.

Verwirrende Zeugenaussagen

Der Angeklagte bestritt jedoch den Vorwurf der räuberischen Erpressung. Laut Anklage soll er den Brüdern durch deren Cousins gedroht haben, er werde ihnen für jeden fehlenden Hunderter einen Finger abhacken lassen. Diese Drohung habe er nie ausgesprochen, sagte der 21-Jährige. Er habe allerdings gehört, seine Ex-Freundin hätte die Cousins dazu angestiftet, eventuell weil sie ihm helfen wollte, damit er seinerseits keine Prügel beziehe.

Während der Verhandlung konnte nicht geklärt werden, wer für die Drohung und damit die Erpressung verantwortlich ist. Während einer der geschädigten Brüder vermutete, die Drohung stamme von sieben „großen Jungs“, die er nicht kenne, vermutete der andere, seine Cousins könnten versucht haben, auf diese Weise Geld von ihnen zu erpressen.

Weitere Zeugen nötig

Beide Brüder sagten aus, dass die Drohung nicht von dem Angeklagten ausgesprochen worden sei, und widersprachen damit ihrer Aussage bei der Polizei im vergangenen Sommer. Er habe das damals so vermutet, sei sich inzwischen aber relativ sicher, dass die Drohung nicht vom Angeklagten stamme, erklärte einer der Zeugen.

Da die Zeugenaussagen für Verwirrung sorgten, ließ sich der Sachverhalt in der Hauptverhandlung am Donnerstag nicht klären. Es erging kein Urteil und Amtsgerichtsdirektor Michael Kirbach erwartet eine Neuauflage: Es müssten vermutlich weitere Zeugen vernommen werden.

Ein Streit um 100 Gramm Marihuana ist im August vergangenen Jahres in Waiblingen eskaliert. Ein 21-jähriger Waiblinger muss sich deshalb nun vor dem Amtsgericht Waiblingen wegen Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung verantworten.

Der Angeklagte räumte ein, am 16. August 2020 mit vier Freunden zwei Brüder in deren Garten in Waiblingen überrascht zu haben. Sein Motiv: Einer der Brüder habe 100 Gramm Marihuana, das der Angeklagte für einen Kumpel versteckt und

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